Sonnenuntergang-Kehlsteinhaus

Bergerlebnis & Alpenstadt - Blog

Schärtenspitze über Eisbodenscharte

 von Sepp
Hochalm Diensthütte

Hochalm Diensthütte

Neben dem klassischen Weg zur Schärtenspitze über Blaueishütte, kann man den eindrucksvollen Gipfel auch von der anderen Seite erreichen. Nämlich über Hochalm und die Eisbodenscharte. Ich starte meine Tour an der Pfeiffenmacherbrücke in Ramsau. Über die Forststraße, die im Winter als Rodelbahn fungiert, führt der Weg bis zur Eckaualm. Hier mündet der breite Weg in einen schmaleren Pfad, der in Serpentinen durch den Wald weiter nach oben führt. Kurz nach der Hochalm Diensthütte zweigt sich der Weg: Nach links zur Hochalmscharte, über die man ins Wimbachgries absteigen kann und nach rechts zur Eisbodenscharte. Schön langsam verlasse ich das Dickicht aus Latschen und Sträuchern, die Hochalm präsentiert sich jetzt als dunkelgrüne Bergwiese, die einen tollen Kontrast zu den steilen Felswänden von Schärtenspitze und Eisberg bildet, die im Westen senkrecht aufragen.

Hochalm Ramsau

Hochalm Ramsau

Nach kurzer Rast in der Sonne gehe ich den Weg weiter, der mich jetzt näher an die Felsen heranführt. Die eben noch liebliche Landschaft der Hochalm ist jetzt ganz schroff: Über Felsbrocken führt der mit Punkten markierte Weg an den letzten Schneefeldern vorbei bis ganz an die Felswand.

Letzte Schneefelder

Letzte Schneefelder

Nach einer kleinen Sandreißen stehe ich schließlich unterhalb der Eisbodenscharte. Ich verstaue meine Teleskopstöcke im Rucksack und klettere durch die mit Stahlseilen versicherte Rinne nach oben.

Eisbodenscharte

Eisbodenscharte

Nach wenigen Minuten einfacher Kletterei habe ich jetzt erstmals an diesem Tag einen Tiefblick zum Hintersee.

Wegweiser, im Tal der Hintersee

Wegweiser, im Tal der Hintersee

Laut Wegweiser ist es noch eine halbe Stunde bis zum Gipfel. Die letzten Meter von der Eisbodenscharte zum Gipfel der Schärtenspitze auf 2.153 Metern Höhe führen genau an dem Grat entlang, den man von der Hochalm aus immer sieht. Die ausgesetzten Stellen sind auch hier mit einem Drahtseil gesichert; keine schlechte Idee: Immerhin fällt die Wand zur Hochalm fast senkrecht ab.

Die letzten Meter zur Schärtenspitze

Die letzten Meter zur Schärtenspitze

Am Gipfel angekommen rasten dort bereits die ersten Wanderer und genießen den Ausblick auf das Hochkaltermassiv, die Westflanke des Watzmanns und die Reiteralpe.

Gipfelkreuz Schärtenspitze

Gipfelkreuz Schärtenspitze

Nach etlichen Minuten am Gipfelkreuz höre ich laute Rufe aus der Nord-Ost Wand der Schärtenspitze: Eine Dreier-Seilschaft ist auf dem Weg durch eine der zahlreichen Kletterouten zum Gipfel.

Kletterer an der Schärtenspitze

Kletterer an der Schärtenspitze

Im Abstieg nehme ich den Normalweg. Über den teilweise steilen und stellenweise über losen Schotter führenden Weg erreiche ich schließlich das Blaueis. Der Blick auf die verbliebenen Schneefelder des Blaueisgletschers dürfte auch Klimawandelskeptiker zum Nachdenken bringen: Viel ist nicht mehr übrig vom nördlichsten Gletscher der Alpen.

Blaueisgletscher

Blick zum Blaueisgletscher

Die Temperaturen sind mittlerweile ganz schön gestiegen und so gönne ich mir an der Blaueishütte noch ein kaltes Getränk, bevor ich über den bekannten Weg wieder absteige.

Blauerishütte

Blauerishütte

Die Details, also Strecke, Höhenprofil und gpx-Daten zur Bergtour auf die Schärtenspitze über Eisbodenscharte findet Ihr in unserer interaktiven Karte. Euer Sepp

10 Kommentare

20. August 2013um19:40 von Lisa

Tolle Tour, hat mir auch sehr gut gefallen. Nur früh dran sein muss man, sonst sind die Kuchenbleche in der Blaueishütte leer geräumt 😉

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4. August 2014um10:59 von Andi

Servus Sepp, wir wollen am Freitag alternativ zur Blaueishütte aufsteigen. Da empfiehlt sich der Weg über die Eisbodenscharte ja recht gut. Wie lange benötigt man denn in etwa für den Aufstieg bis zum Gipfel?

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4. August 2014um11:32 von Sepp

Servus Andi, das hängt natürlich ganz von deinem Tempo ab, aber unter drei Stunden ist der Aufstieg kaum zu schaffen, rechne lieber mit vier bis viereinhalb Stunden! Der Weg über die Hochalm bis zum Einstieg in die Kletterstelle zeiht sich ganz schön in die Länge, danach gehts eigentlich sehr schnell! Auf alle Fälle eine wunderschöne Tour! Ich wünsche Euch viel Spaß!

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2. August 2015um8:18 von Barbara

Servus Sepp, wir sind Gestern diese Tour über Eckaualm/Hochalm bis zur Schärtenspitze in 3,5 Std gegangen…traumhaftes Panorama und wir waren alleine unterwegs…Abstieg über Blaueisalm und diese wird am meisten begangen.

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3. August 2015um8:03 von Sepp

Wunderschöne Tour!

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10. September 2015um11:32 von Alexander

Servus Sepp ! Ist diese Tour ohne Kletterausrüstung gut zu meistern ?
verstehe noch nicht ganz ob es sich hier um eine Wanderung für normalos wie mich handelt oder eben für richtige Kletterer mit Ausrüstung (Karabiner und seile …) 😀
danke schon mal alex

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10. September 2015um21:12 von Sepp

Servus Alex, also Kletterausrüstung brauchst du nicht. Die kurze Kletterstelle ist mit einem Seil zum Festhalten gesichert. Die Tour ist allerdings konditionell ganz schon fordernd, bis man zur Kletterstelle kommt ist es schon recht weit. Also für einen geübten, trittsicheren und schwindelfreien Berggeher, kein Problem! Aber bitte nicht unterschätzen!

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10. Juli 2016um11:54 von Sabine

Hallo Sepp!

Wir würden die Tour gerne in umgekehrter Richtung machen – also nah Übernachtung in der Blaueishütte hoch zur Schärtenspitze und Abstieg über die Hochalm, Schärtenalm. Geht das auch und wie ausgesetzt ist der Abstieg hier? Erfolgt der Abstieg bei beiden über die eiserne Rinne?
Danke schon mal
Sabine

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11. Juli 2016um8:01 von Sepp

Servus Sabine, klar geht das! Der Abstieg von der Schärtenspitze ist halt steil, aber mit einem Seil versichert. Wenn Ihr ein wenig Bergerfahrung habt, kein Problem!

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23. September 2017um20:46 von Kraxlhaxn

Wir sind gestern die Tour genau so gegangen. Über Hochalm und Eisbodenscharte… Bei Schnee auf dem Berg ist es so herum nicht zu empfehlen. Den Markierungen nach oben zu folgen war eine Schnitzeljagd, kurzweilig und noch machbar. Allerdings haben wir den Abstieg zur Blaueishutte nicht gefunden. Es war niemand oben, keine Spuren im Schnee. Wir sind die dann auf Verdacht ohne Weg, mit viel Schnee abgestiegen und gerutscht. Es war gefährlich. Kein Emofang – für den Notfall. Es waren Wanderer auf dem Weg zum Blaueisgletscher, wir konnten uns durch lautes Rufen verständigen. Sie haben uns dann die Richtung gewiesen, und so haben wir glücklicherweise den Weg gefunden. Ohne deren Hilfe, wären wir sicher nicht runtergekommen. Danke Frank! Sobald der erste Schnee liegt, ist die Route (wenn unbekannt) nicht zu empfehlen. Wir hatten großes Glück

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