Sonnenuntergang-Kehlsteinhaus

Bergerlebnis & Alpenstadt - Blog

Schlagwort: Bergtour
Waldi

Herbsttour von Winkl auf den Karkopf

 von Waldi

 Eine meiner Lieblingstouren im späten Herbst ist im Lattengebirge. Hier hat man noch sehr viel Sonne,und das ist um diese Zeit schon sehr schön.

Ausgangspunkt ist in Winkl nach der Mülldeponie. Der Steig ist nicht ausgeschildert.

Bei der ersten Schranke geht man einen Forstweg rein und kommt bald an den Weißbach und den folgt man eine ganze Zeitlang parallel.Wunderschön im Laub zu wandern, nebenher der plätschernde Bach mit leichter Steigung. Zweimal muss man den Bach überqueren und nach ca 1 1/2 Stunden kommt man bei einer Forsthütte raus. 100 m höher ragt der mächtige Stein „Die steinerne Agnes“ heraus. Ein Abstecher hierher lohnt sich absolut. Nun geht’s markiert  links weiter, mal auf mal ab durch dichten Laubwald, der um diese Zeit schon sehr licht ist,weil die Blätter schon abgefallen sind.

Auf einer schönen grünen Wiese zweigt man rechts ab Richtung Karkopf /Dreisesselberg. Auch dieser Steig ist bezeichnet und nach ca gut einer Stunde, in der wir durch Latschen und Felsen steigen, sind wir am Ziel angelangt.

Ein herrlicher Rundblick auf unsere Berge belohnt uns. Leider ist ein Überzug am Himmel, so dass wir keine Sonne mehr haben.weiterlesen

Zu Besuch beim Bergbrenner am Funtensee

 von Sepp
Bergbrenner Lukas (re.) mit Talbrenner Max am Funtensee

Bergbrenner Lukas (re.) mit Talbrenner Max am Funtensee

Am vorletzten Wochenende durfte ich unsere Pressewanderung begleiten: Wir haben ausgewählte Journalisten eingeladen, mit uns zum Funtensee zu wandern und den Bergbrenner der Enzianbrennerei Grassl zu besuchen. Bergführer Hansi Stöckl von der Bergsteigerschule Watzmann hat die Tour gemeinsam mit Bergwanderführer Jens Badura vom berg_kulturbüro Ramsau geführt.

Frühmorgens am Königssee

Ich treffe unsere Journalisten und Begleiter in der Früh am Königssee. Wir nehmen das erste Schiff nach Bartholomä, das um acht Uhr ablegt. Neben unserer Gruppe haben sich schon zahlreiche weitere Wanderer und Bergsteiger eingefunden, die schon möglichst früh über den See fahren wollen.

Mit dem ersten Boot über den Königssee

Mit dem ersten Boot über den Königssee

35 Minuten dauert die Fahrt bis zur Anlegestelle St. Bartholomä. Auf der Halbinsel herrscht so früh am Tag noch eine ungewohnte Ruhe. Wir geben den Teilnehmer unserer Pressewanderung Zeit, das weltberühmte Ensemble abseits des üblichen Trubels zu erkunden.

Kurz nach halb neun auf Bartholomä

Kurz nach halb neun auf Bartholomä

Um 9 Uhr, kurz bevor das zweite Schiff des Tages ankommt, treffen wir uns wieder. Hansi und Jens erklären der Gruppe den Weg: Auf unserer etwa 10 Kilometer langen Strecke werden wie circa 1000 Höhenmeter überwinden, die legendäre Saugasse durchqueren und nach etwa 5 Stunden am Kärlingerhaus ankommen.

Durch die Saugasse zum Funtensee

Das erste Stück des Weges ist recht gemütlich, flach geht’s am Ufer des Königssees und durch den Wald in Richtung Eisbach.

Durch den Wald in Richtung Eisbach

Durch den Wald in Richtung Eisbach

Dann beginnt der Aufstieg: In etlichen Kehren gewinnen wir rasch an Höhe, wandern am Schrainbachwasserfall vorbei und entlang des klammartigen Schrainbachs zur Diensthütte auf der ehemaligen Schrainbachalm. Die kurze Pause hier nutzen Hansi und Jens, um den Teilnehmern die Wanderakademie der Bergsteigerschule Watzmann zu erklären. Dieses zweiteilige Kursprogramm vermittelt Wandernovizen die grundlegenden Techniken des Bergwanderns.

Bergführer Hansi Stöckl | Bergsteigerschule Watzmann

Bergführer Hansi Stöckl | Bergsteigerschule Watzmann

Wir wandern weiter an der Abzweigung zur Sigeretplatte vorbei durch den urwüchsigen Wald und erreichen die offene Fläche der verfallenen Unterlahneralm. Hier beginnt die Saugasse.

Am Beginn der Saugasse

Am Beginn der Saugasse

36 Kehren führen durch einen schmäler werdenden Einschnitt, 400 Höhenmeter müssen wir überwinden, bevor der Weg wieder flacher wird.

Blick zurück in die Saugasse

Blick zurück in die Saugasse

Am Ziel sind wir aber noch lange nicht. Nach der Saugasse ändert sich das Landschaftsbild dramatisch: Üppiges Grün säumt jetzt den schmalen Weg.weiterlesen

Ursula

Gemeinsam unterwegs am Untersberg

 von Ursula

Übermorgen (sowie am 8./9. und am 22./23. August) begleitet Eddy Balduin wieder bergaffine Gäste auf unbekannten Wegen hinauf auf den Untersberg. Ich war beim letzten Mal dabei.

Vor 10 Tagen traf sich am Bahnhof Berchtesgaden eine interessante Mischung an Wanderern:  Drei Bergfreaks aus vom Nieder-Rhein, die einige Tage zuvor noch die 24-Stunden-Trophy absolviert hatten, eine reiseerfahrene Reichenhallerin, die neue Wege rund um ihre Wahlheimat kennen lernen wollte, ein liebenswert-kauziger Wanderfreund mit fast unstillbarem Bewegungsdrang und ich, die Lust und gerade Zeit hatte, das hauseigene Wanderprogramm für Urlauber in der Praxis zu testen.

Berg(wander)führer Eddy, der inzwischen im 17. Jahr Gäste in die Berge rund um Berchtesgaden begleitet, hat sich für diesen Sommer mal wieder eine ungewöhnliche und ausgesprochen gehenswerte Tour ausgedacht: Von Groß Gmain über Hirschangerkopf und Mitterberg hinauf zum Untersberg. Und am nächsten Tag über Scheibenkaser und Almbachklamm wieder zurück ins Tal. So viel sei schon einmal verraten: ein wirklicher Höhepunkt im diesjährigen Wanderprogramm!

Ganz entspannt beginnt die Tour im öffentlichen Linienbus, der uns mitnimmt zum Hallthurm. Nach etwa 20 min. auf dem Rad- und Wanderweg Richtung Groß Gmain starten wir den Anstieg über einen herrlichen Waldweg hinauf Richtung Hirschangerkopf. Ab und zu nieselt es leicht, was die verschiedenen Grüntöne des Waldes besonders intensiv leuchten lässt.

Zwischendurch geht es  wirklich knackig bergauf.

Eine erste Verschnaufpause gönnen wir uns oben an der Vierkaseralm.  Aufs Bankerl setzen wir uns heute aber nicht.

Von hier geht es nun stetig bergauf und bergab über das mit 110 km² größte zusammenhängende Latschenkiefernvorkommen in Europa. Ein eigenartiges Terrain, durchzogen von unzähligen Dolinen (eingefallen kleine Höhlen). Bei dichtem Nebel möchte ich hier nicht allein unterwegs sein.

Zur Ablenkung lässt Eddy ein kleines Trittraining einfließen. Denn während einige von uns tunlichst die leicht nassen Kalksteine meiden, sind gerade diese mit den Sohlen guter Bergschuhe besonders rutschfest. Der Selbstversuch bestätigt Eddys Tipp.

Und eines ist auch klar: auch wenn der Himmel mal grau ist, ist den Bergen gibt es immer wieder leuchtende Farbflecken.weiterlesen

Frühjahrs-Sonnenaufgangs-Tour zum Schneibstein

 von Sarah

Immer wieder hört, sieht und ließt man von ihm: Dem Schneibstein auf 2276 Metern. Im Winter als auch im Sommer ist er stets als ,,einfachster 2.000er“ in den Berchtesgadener Alpen bekannt – wodurch er zu jeder Jahreszeit eine hohe Frequentierung erlebt. Im Rahmen der ,,Kleinen Reibn“ bildet der Schneibstein den markantesten Punkt, doch die reine Besteigung des Berges selbst lohnt sich ebenso, weshalb ich ihm vor Kurzem wieder einmal einen Besuch abgestattet habe. Diesmal in veränderter Version: Zum Sonnenaufgang.

Früh morgens aufzustehen um ein solches Naturspektakel in unseren Bergen erleben zu dürfen kostet mich stets etwas Überwindung: Raus aus dem warmen, gemütlichen Bett und raus in die dunkle, kühle Welt. Doch mein heutiges Vorhaben gab genügend Motivation, um solches in die Tat umzusetzen; insbesondere da laut Wetterprognose die Sonne lediglich am Morgen scheinen und sich für den Rest des Tages hinter einer Wolkenschicht verstecken sollte. Dies bedeutete für mich: Um vier Uhr morgens aufstehen, mein Lauf- und Schneeequipment packen und mich auf den Weg zum Vorderbrandner Parkplatz zu begeben.

Die Straßen, um solche Uhrzeit noch leer gefegt, entlang fahrend fragte ich mich, wie sich die Schneeverhältnisse auf dem Weg zum Schneibstein gestalten würden. Im Gepäck hatte ich neben meinen Trailschuhen ebenfalls Schneeschuhe, um in dem feucht-weichem Schnee nicht zentimeterweise einzusinken. Wie sich später herausstellen sollte, tat ich dies trotz dessen (jedoch deutlich minimaler, als ohne solches Equipment!).

Am Parkplatz angekommen wunderte ich mich über die dort parkenden Autos; dachte ich doch, die erste Person am Parkplatz zu sein.

Die Schneeschuhe und Trailstöcke unter dem Arm deponiert ging es über den vereisten Weg hinauf zur Jenner Mittelstation. Durch die nun wärmeren Temperaturen sind die Wege aufgrund der Schneeschmelze nass und insbesondere am frühen Morgen oftmals vereist: Obacht geben – länger leben!

Die Mittelstation vor Augen musste ich feststellen, dass die Piste aufgrund von Schneepräparationen gesperrt war; mein Aufstieg erfolgte deshalb nahe des Hugo-Beck-Hauses in Richtung Mitterkaseralm. Die Schneeverhältnisse waren heute, so wie es für das Frühjahr üblich ist, von wenig fester Konsistenz – weshalb ich auch mit Schneeschuhen einige Zentimeter in solchen einsank und vermehrt Kraft aufwenden musste.

Die Piste überwunden erfolgte ein, vornehmlich schneefreies Stück meiner heutigen Tour: Unterhalb der Mitterkaseralm war so gut wie kein Schnee mehr vorhanden. Aus gutem Grunde, wie ich wusste: Solcher Forstweg wird momentan häufig von Baufahrzeugen der Jennerbahn benutzt, um solche bis Sommer diesen Jahres fertig stellen zu können.

Fern ab von Baumaßnahmen erreichte ich unter einer Stunde die Weggabelung in Richtung Stahlhaus. Rechts bleibend würde ich zum Jenner gelangen; links in Richtung meines Ziels und dem Hohen Brett. An solchem Wegzweig hielt ich einen kurzen Moment inne und fotografierte das sich mir bietende Panorama: Das Bergerlebnis Berchtesgaden in den frühen Morgenstunden:

Mondscheinsonate über dem Hagengebirge

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Trailrunning im Winter: Berchtesgadener Tourentipps

 von Sarah

Zuweilen ist er kalt, eisig und -im Idealfall- durch Schnee determiniert: Der Winter. Ist er einmal da, so ermöglicht er im Berchtesgadener Land zahlreiche Möglichkeiten des Outdoorsports wie skifahren, rodeln, Skitouren- und Schneeschuhtouren gehen, snowboarden, etc. Hierzu bieten sich insbesondere die beheimaten Skigebiete des Götschen und Hirschecks für Groß und Klein an, um solche Aktivitäten ausüben zu können.

Was aber tun wenn entsprechende Fertigkeiten für die o.g. Aktivitäten fehlen oder die Lust auf solche nicht immer vorhanden ist?

Für mich als passionierte Bergläuferin besteht da nur eine Option: Dennoch laufen.

Solches Vorhaben ist bei Tiefschnee und Lawinengefahr jedoch nicht stets umsetzbar, daher muss ich im Winter gewisse Kompromisse eingehen: Flache Läufe im Tal (wie zum Beispiel entlang des Maximilans-Reitweges, der Königseer– oder Ramsauer Ache) sind immer möglich. Interessanter wird es bei Läufen am Berg. Im Folgenden habe ich ein paar trailruns der vergangenen Wochen aufgelistet, die derzeit laufbar sind und auch durch WanderInnen mit oder ohne Schneeschuhen bestritten werden können.

Brandkopf (1156 Meter)

Am Brandkopf

Diese Aussichtskanzel auf Watzmann und Königssee kann selbst im Winter sehr leicht erreicht werden, wie bereits Ann-Kathrin in einem ihrer Beiträge für den BGLT niederschrieb. Von der Gaststätte Vorderbrand ist solcher Trail in weniger als 20 Minuten zu realisieren. Ich startete vom Parkplatz Königssee um in der Summe auf knapp 400 Höhenmeter zu kommen und eine Wegstrecke von circa. fünf Kilometern im Aufstieg zu verzeichnen. Zunächst entlang der Teerstraße bog ich nach einiger Zeit zwischen Wohnhäusern in einen Waldpfad ein, welcher bis hinauf zum Vorderbrand Wirtshaus führt (auch bekannt als Rodelstrecke). Bei Schnee und Eisglätte empfiehlt sich die Mitnahme von Trekkingstöcken und Spikes um eine feste Bodenhaftung zu besitzen.

Am Brandkopf: Aussicht auf den Watzmann

Am Brandkopf

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Back to the roots: Der Jenner als Hausberg

 von Sarah

Über ein Jahr ist es nun bereits her, dass ich von Schönau am Königssee nach Bischofswiesen zog. Der damalige Grund lag darin, meinen Arbeitsweg verkürzen zu wollen um somit mehr Zeit in den Bergen verbringen zu können. Meine Zugeneigtheit zur Schönau, dem Ort, ,,an dem alles begann“ ist jedoch keinesfalls durch meinen Umzug geschmälert – sondern vielmehr intensiviert worden. Noch heute suche ich die Region rund um den Königssee stetig auf; genieße jeden Moment, mit Aus- und Tiefblick auf den bayerischen Fjord – der mir so viel bedeutet.

So schien es auch nicht verwunderlich, dass ich mit einer Freundin aus meiner nordrhein-westfälischen Heimat bei deren Besuch einen Spaziergang auf den Jenner vorschlug. Mein ehemaliger Hausberg, an dem ich unter anderem auch meine Passion für den Berglauf fand, schien mir optimal für  solches Vorhaben zu sein.

Auf dem Weg zum Jennergipfel via Südseite

Um den Gipfel des Jenners erreichen zu können, entschieden wir uns für die Begehung via Südseite mit Ausgangspunkt am Parkplatz Königssee. Da seit Beginn diesen Jahres eine neue Seilbahn am Jenner erbaut wird (via Nordseite), schien dieser Weg der attraktivere und letztlich auch der Einzige zum Gipfel führende zu sein.

Bei typisch herbstlichem Bergwetter machten wir uns über den Hochbahnweg auf die Beine um gemeinsam den Vormittag im Jennergebiet zu verbringen. Auf dem Forstweg bergaufwärts erblickten wir fallendes, gefärbtes Laub, rauschende Bäche und wenig Mitmenschen. Optimale Bedingungen, um den Jahreszeitenwechsel zu sehen, zu hören und zu spüren. Nach gemütlichem Schlendern erreichten wir bald die erste Aussichtskanzel auf den Königssee, wo wir nach kurzem Innehalten weiter zu den Königsbachalmen aufbrachen. Das Wetter war bis dato noch immer graugefärbt und diesig – ließ durch manche Blaufärbung des Himmels jedoch Besserung versprechen.

Oberhalb der Königsbachalmen

Immer wieder kämpfte sich an besagtem Vormittag die Sonne durch und ermöglichte eine klare Sicht auf die umliegenden Berge bis das Wetter schlussendlich konstant wurde und die Herbstsonne uns gar wärmen wollte.weiterlesen

Ja, Feiertage gibt es im katholisch prädestinierten Bayern viele. So versprach Maria Himmelfahrt wahrhaftig himmlisches Wetter voraus; Etliche (Hoch-)Touren wurden sowohl von Einheimischen als auch von TouristInnen geplant. Was jedoch tun, wenn man an solchem sonnenreichen Tag arbeiten muss? Richtig! – Der Schneibstein als ,,einfacher 2.000er“ geht immer. 

Ich startete um sechs Uhr morgens vom Parkplatz Königssee in Schönau. Die Temperatur war noch recht frisch, sodass ich zum baldigen Loslaufen angeregt wurde. Vorbei an der derzeit bestehenden Baustelle der Jennerbahn führte es mich über eine Teerstraße hinauf zum Hochbahnweg.

Da insbesondere die ersten zweihundert Höhenmeter solchen Weges vertikal ansteigend verlaufen, konnte ich recht bald die zweite Schicht meiner Garnitur entfernen und aufgewärmt weiter in Richtung Königsbachalmen laufen.

Während des Hinaufschreitens im Laufschritt sah ich immer wieder nach rechts – von wo der Königssee mich anlächelte.

Aussichtsbegleiter: Der Königssee

Auf meinem Anstieg überholte ich BergsteigerInnen, begegnete MountainbikerInnen und wurde von einem weiteren Trailrunner eingeholt. Solcher befand sich auf dem Weg zur Gotzenalm – von wo aus er den Königssee weiter umrunden wollte. Da ich solche Tour diesen Jahres ebenfalls bestritten habe, gab ich ihm einige nützliche Infos, bis sich dann auch schon wieder unsere Wege trennten.

Angekommen oberhalb der Königsbachalmen befand sich König Watzmann bereits in seinem ersten Sonnenbad: Lediglich eine minimale Wolke spendete Schatten auf der Ostwand. Rauch- und Milchgeruch erklomm aus Richtung der Hütten und leitete einen typischen Tag auf der Alm ein.

Die Ruhe vor dem Sturm: Weidende Kühe der Königsbachalmen

Nach kurzem genießen der sich mir bietenden Aussicht folgte ich weiter der Beschilderung in Richtung Schneibsteinhaus (blaue Markierung). Da der Weg bis zum Carl-von-Stahl-Haus breit ausgebaut und von sandsteinlastiger Konsistenz ist, begegneten mir fortan vermehrt MountainbikerInnen auf ihrem Weg bergaufwärts. Einige von ihnen nahmen auch die, immer verbreitetere Option eines E-Bikes in Anspruch, um die Steigung bewältigen zu können.weiterlesen

Toni

Winterlauf zur Gotzenalm

 von Toni
Schöne Licht-Schatten-Grenze: Die Königsbachalm

Schöne Licht-Schatten-Grenze: Die Königsbachalm

Strahlend blauer Himmel, klirrende Kälte, kaum Schnee – ideale Bedingungen für einen winterlichen Lauf zur Gotzenalm. Vom Wanderparkplatz Hinterbrand aus geht es auf dem breiten Sandweg locker hinüber zu den Liften der Jennerbahn, wo zwischen Krautkaser und Mittelstation eifrige Pistenraupen Kunstschnee auf braune Hänge verteilen. Bald sind die sonnigen Flächen der Königsbachalm erreicht, wo in einigen Metern Tiefe die Murmeltierfamilien vor sich hin schlummern und nichts vom schönen Wetter mitbekommen.

Hinab zu den Almhütten und auf dem kleinen Fußweg wieder ansteigend endlich ein wenig uriger durch schönen, wilden Bergwald. Zwischen alten Fichten hindurch gibt es den ersten Blick runter zum Königssee, und auch tierisches Leben lässt sich nun häufiger erspähen. Trupps von Fichtenkreuzschnäbeln hängen an Wipfeln voller Zapfen und knabbern Samen heraus, Haubenmeisen picken nach winzigen Insekten in Rindenspalten und Tannenhäher gehen zeternd ihren Geschäften nach.

Die letzten Sonnenstrahlen im Abstieg zur Gotzentalalm werden noch im langsamen Trab genossen, dann geht es hinein in den Bergschatten. Bis hinauf zum Ziel wird Wärme nun Mangelware.

gotzental

Frost im Gotzental, Sonne am Watzmann

Der flächige Frost und die hauchdünne Schneeschicht haben aber auch Vorteile, die von der sofort einsetzenden Kälte ablenken: Beste Bedingungen zum Spurenlesen. Während die monotone Forststraße hinauf zur Gotzenalm in Angriff genommen wird, sorgen Trittsiegel von Rotwild und Gams, von Fuchs und Eichhörnchen für Ablenkung. Dabei ist immer wieder spannend, wenn man das Verhalten der Tiere rekonstuieren kann. War dieser Fuchs zielstrebig unterwegs oder hat er kreuz und quer an Mauselöchern geschnuppert? Hatte es die Gams recht eilig, oder musste sie den steilen Hang gemächlich angehen? Und warum knabberte dieser Schneehase nur ein wenig an Knospen und Rinde einer kleinen Weide, bevor er zur nächsten hoppelt, obwohl an der ersten noch genügend erreichbare Nahrung gewesen wäre?weiterlesen

Ursula

Bock auf Bergerlebnis: Die Kleine Reibn

 von Ursula
Kleine Reibn

Blick vom Jenner auf den Berchtesgadener Talkessel

Auf Einladung der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH waren Mitte September deutsche und österreichische Reisejournalisten auf der Kleinen Reibn unterwegs zu den Steinböcken. Begleitet von der Bergführerin Nina Schlesener und dem Nationalpark-Ranger Sepp Pfnür kamen sie sowohl den eindrucksvollen Tieren nahe als auch Edelweiss und Enzian und der eigenen Schmerzgrenze. Am folgenden Tag konnten sie in der Werft am Königssee den aktuellen Schiffsbau verfolgen und sich am Rennerkaser mit Schüsselkäse verwöhnen lassen.

Am Vorabend der großen Tour ging es hinauf zum Carl-von-Stahlhaus. Etwas warm werden in den Muskeln und Gelenken. Und auch miteinander wird man gleich viel schneller warm, wenn man gemeinsam den Blick hinunter aufs Tal schweifen lässt oder eine Schokoladenpause einlegt.

Kleine Reibn

Ja, so gut schmeckt die faire GEPA Schokolade mit Berchtesgadener Land Milch

Nach einem ordentlichen Abendessen und Kostproben regionaler hochprozentiger Spezialitäten sowie einer ruhigen Nacht begrüßte uns am nächsten Morgen ein herrlicher Sonnenaufgang

Kleine Reibn

Die Sonne geht im Osten auf, in unserem Fall über Österreich

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Die Watzmann-Überschreitung

 von Jannis
Zwischen Mittel- & Südspitze.

Auf der Watzmann-Überschreitung zwischen Mittel- & Südspitze.

Watzmann-Überschreitung – Bergtour der Superlative

Für viele Bergsteiger ist es ein Traum, ein Mal in ihrem Bergsteigerleben die drei Gipfel des Königs der Berchtesgadener Alpen zu überschreiten. Bei meiner Tour auf das Hocheck hatte ich bereits ehrfürchtig auf die zackige Schneid hinüber zur Watzmann-Mittelspitze geblickt und mir fest vorgenommen, die Watzmannüberschreitung noch in diesem Sommer durchzuführen.

So oft hatte ich bereits Berichte über die Tour gelesen, Videos von der Überschreitung studiert und mich gefragt, was für mich wohl die größte Herausforderung der Tour darstellen würde. Die krasse Ausgesetztheit des Grates? Wie würde es sich anfühlen, direkt über der höchsten Wand der Ostalpen, 2000m über dem Königssee mit nichts als Luft unter den Füßen Schritt für Schritt über den Grat zu turnen? Das durchgängig geforderte hohe Konzentrationslevel? Immer wieder wird über die Schlüsselpassage der Überschreitung diskutiert. Welche würde wohl meine Persönliche sein? Der Abstieg von der Mittelspitze direkt über den Abgründen der Ostwand? Das extrem schmale Gratstück im Aufstieg zur Südspitze? Oder doch der berüchtigte Abstieg von der Südspitze ins Wimbachgries?

Während der wolkenlosen Schönwetterperiode Ende August kam dann endlich der richtige Zeitpunkt, um den langen Ritt über den Watzmanngrat in Angriff zu nehmen und Antworten auf all diese Fragen zu bekommen. Mit Sepp fand ich einen Watzmann-Überschreitung-erfahrenen Mitstreiter. Wir teilten die Tour auf zwei Tage auf, denn glücklicherweise konnten wir noch zwei Schlafplätze in dem Watzmannhaus ergattern. Dies ist unbedingt zu empfehlen, die etwa 12-14- stündige Strecke von Wimbachbrücke bis Wimbachbrücke an einem Tag zu bewältigen ist schon grenzwertig.

Aufstieg zum Watzmannhaus

Und so fuhren wir nach Feierabend schnell nachhause, um alles Nötige für die Tour und den Hüttenaufenthalt zusammenzupacken und anschließend am frühen Abend an der Wimbachbrücke den Aufstieg zum Watzmannhaus zu starten. Im warmen Abendlicht stiegen wir über das Almentrio Stubenalm, Mitterkaseralm und Falzalm auf und erreichten mit den letzten Sonnenstrahlen des Tages das Watzmannhaus. Schnell verstauten wir unser Gepäck im Lager, bevor wir bei einem leckeren Abendessen die Sonnenuntergangsstimmung auf der Terrasse genossen. Die Lage des Watzmannhauses hoch über dem Berchtesgadener Talkessel ist einfach großartig! Irgendwann wurde es dann doch zu frisch draußen. Noch ein letzter Blick in den überwältigenden Sternenhimmel und wir gesellten uns zu den vielen Watzmannanwärtern und Hüttenwanderern in der warmen Stube. Kurz darauf schlüpften wir auch schon in unsere Hüttenschlafsäcke um ausgeruht für den nächsten Tag zu sein.

watzmannhaus

Ankunft am Watzmannhaus.

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Schuh-Panorama im Trockenraum.

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Der Hohe Göll fängt die letzten Sonnenstrahlen des Tages ein.

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