Sonnenuntergang-Kehlsteinhaus

Bergerlebnis & Alpenstadt - Blog

Schlagwort: Bergtour
Toni

Der Seeleinsee ist weg

 von Toni
Fast ausgetrocknet: Der Seeleinsee

Fast ausgetrocknet: Der Seeleinsee

Vor den angekündigten Schneefällen sollte es gestern noch einmal als vielleicht letzte Herbsttour zum idyllischen Seeleinsee gehen. Von Hinterbrand aus im Laufschritt an der Jennerbahn vorbei, wo schon alles für den Beginn der Wintersaison vorbereitet wurde, und rüber zur legendären Grassl Brennhütte. Von dort aus zu den Priesbergalmen und letztlich steiler hinauf Richtung See. Kaum ein Wanderer ließ sich auf den im Sommer so beliebten Steigen sehen, nur einige neugierige Gämsen, die gerade nicht mit der derzeit stattfindenden Brunft beschäftigt waren, säumten den Wegesrand.

Neugierige Gams

Über den letzten felsigen Aufschwung hinweg, dann sollte der kleine, friedliche See am Fuß des Kahlersbergs wie immer unten in seinem Kessel zu sehen sein. Doch diesmal war der Anblick überraschend anders: Wo sich sonst die nahen Felswände auf dem Wasser spiegeln, war plötzlich nur ein grauer Krater. Ein dunkler Ring markierte auf dem blockigen Gestein das übliche Seeufer, doch bis auf ein wenige Meter durchmessendes Auge aus Eis war weit und breit nichts mehr von dem Gewässer übrig. Da der Seeleinsee nur von Regen- und Schmelzwasser gespeist ist und keinen wirklichen Zufluss hat, sind gewisse Schwankungen des Wasserstands je nach Niederschlag üblich. Aber die lange Trockenperiode im Herbst hat unerwartet zum fast völligen Verschwindenden des Gewässers geführt.weiterlesen

Waldi

Bergtour auf den Kahlersberg

 von Waldi
Am Kahlersberg

Am Kahlersberg

Der Kahlersberg lachte mich schon lange an und so beschlossen wir, diese bezaubernde Tour mal wieder zu machen.

Priesbergalm mit Jenner

Priesbergalm mit Jenner

Gestartet wird am Hinterbrandparkplatz. Wir wanderten zur Priesbergalm und dann weiter durch den Stiergraben zum romantisch gelegenen Seeleinsee. Ab und zu konnten wir einen Hirsch röhren hören von der Röth. Nach ca gut 2 Stunden waren wir auf dem Hochgeschirr. Hier teilen sich die Wege, links gehts zum Kahrlersberg und geradeaus kann man zum Königssee oder zur Gotzenalm gehen. Nun gings zakig bergauf. Teilweise sind Seilversicherungen angebracht, für die heiklen Stellen durch das „Mausloch„. Der letzte Teil zieht sich nochmal, geht auch steil und grasig rauf.

Föhnstimmung

Föhnstimmung

weiterlesen

Toni

Steinadler-Begegnung an der Gotzenalm

 von Toni

An einem nebligen Herbstnachmittag sitzen wir auf dem schmalen Steig in der Laafeldwand. Hunderte Höhenmeter unter uns liegt das schöne Landtal mit seiner verfallenen Alm, am Gegenhang ragen die riesigen Wandfluchten des Kahlersbergs in den Wolkenlücken auf. Nachdem wir mit der Königssee-Schifffahrt bis Salet gefahren sind und den schweißtreibenden Aufstieg über den Landtalsteig hinter uns gebracht haben, möchten wir an diesem guten Aussichtspunkt ein wenig rasten.

Wildbeobachtungen im Landtal

Mit den Ferngläsern werden nun die zwischen den Nebelschwaden sichtbaren Hänge, Steilflanken und Grasbänder abgesucht. Bald entdecken wir einige Gämsen mit Kitzen friedlich zwischen den Karstfelsen äsend. Oben auf dem Plateau des Kahlersbergs ist hin und wieder das Gehörn eines stattlichen Steinbocks zu erkennen, und ein kleines Rudel Steingeißen mit ihren kugelrund wirkenden Kitzen liegt im Schutt am Wandfuß. Dazu ziehen krächzend einige Kolkraben am Himmel dahin, ein Turmfalke sucht im Rüttelflug über Grasflächen nach Mäusen und ein vielstimmig piepsender Schwarm Zeisige pickt Insekten in den nahen Lärchen ab.

Jagender Steinadler am Kahlersberg

Nach diesen vielen Sichtungen sind wir schon fast wieder im Aufbruch, als unten aus dem Landtal Warnpfiffe von Murmeltieren erklingen. Es ist jeweils nicht die übliche, längere Abfolge von Pfiffen, die auf einen Bodenfeind wie Fuchs, Mensch oder freilaufender Hund hinweist, sondern der einzelne, konzentrierte Pfiff: Luftfeind! Das kann eigentlich nur ein Steinadler sein, der diese Warnungen bewirkt. Sofort springen wir auf und halten mit den Ferngläsern Ausschau. Zuerst ist nichts zu sehen, doch dann fällt uns ein großer Schatten an einer der Wände am Kahlersberg ins Auge. Ein männlicher Adler segelt dort langsam und nah am Hang auf den Hochgschirr-Pass zu. Er hatte offenbar versucht, sich an die hier verstreut lebenden Murmeltiere anzuschleichen, wurde aber von den Nagern früh genug entdeckt. Da ein Angriff nun sinnlos ist, landet er bald in einer toten Lärche und hält nach weiteren Jagdgelegenheiten Ausschau.weiterlesen

Hirschwieskopf 2.114 m

 von Sepp
Der Hirschwieskopf vor der Südspitze des Watzmanns

Der Hirschwieskopf vor der Südspitze des Watzmanns

Dieser Sommer ist ein echter Traum für alle Wanderer und Bergsteiger. Nach einer etwas durchwachsenen Woche verwöhnt uns das letzte August-Drittel wieder mit perfektem Bergwetter. Ich habe mir gestern extra freigenommen, um ein Bergtour zu machen. Der Hirschwieskopf, ein 2.114 Meter hoher Gipfel im Watzmann-Massiv war mein Ziel.

Der Hirschwieskopf bzw. die Hirschwiese liegt südlich der drei Gipfel der Watzmann-Überschreitung und wird über den Trischübel erreicht. Das heißt: Erstmal geht’s durch das komplette Wimbachgries.

Das Wimbachgries am Morgen

Das Wimbachgries am Morgen

Es ist sehr angenehm zu gehen, da das Wimbachgries noch zum großen Teil im Schatten liegt. Erst kurz vor der Wimbachgrieshütte, als das Tal eine leichte Kurve macht, zeigt sich die Sonne. Jetzt gehe ich genau der tiefstehenden Sonne entgegen. Zum Glück habe ich eine Sonnenbrille dabei, sonst könnte es echt unangenehm werden.

Gegen die tiefstehende Sonne

Gegen die tiefstehende Sonne

Die Wimbachgrieshütte liegt derweil noch im Schatten, der Wegweiser wenige Meter vor der Berghütte hingegen ist schon hell erleuchtet: 3 Stunden  sind es laut gelbem Schild  noch von hier bis zum Hirschwieskopf.

Wegweiser vor der Wimbachgrieshütte

Wegweiser vor der Wimbachgrieshütte

Bis zum Ende des Wimbachtales führt der der Weg weiterhin in sanfter Steigung, erst im Talschluss wird der Weg steiler. Es geht jetzt hoch zum Trischübel, einem wichtigen Knotenpunkt in den Berchtesgadener Alpen.weiterlesen

Lisa-Graf-Riemann

Hochkalter Tagestour

 von Lisa
Der Gipfel des Hochkalter (2.607 Meter) in Wolken

Der Gipfel des Hochkalter (2.607 Meter) in Wolken

Dass die Hochkalter-Überschreitung mit Abstieg durchs Ofental eine weite Tour ist, das haben wir uns schon gedacht. Die Blaueishütte war jedoch bis auf den letzten Platz ausgebucht fürs Wochenende, sodass wir die Tour doch an einem Tag rauf und runter angepackt haben. Also: Früher Aufstieg vom Hintersee, Parkplatz Seeklause, noch im Dunkeln mit Stirnlampen, und in 1:50 Std. flott auf die Blaueishütte. Dort erst einmal ein heißer Kaffee zur Stärkung.

Morgenrot Schärtenalm

Schärtenalm

Da geht’s rauf zum Hochkalter

Da geht’s rauf!

Blaueisgletscher

Blaueisgletscher

Die Blaueishütte am Hochkalter

Blaueishütte

Dann hinauf auf den ersten Gipfel, den Rotpalfen, der auf manchen Karten auch Wasserwandkopf heißt. Dazu muss man durch eine plattige Wand aufsteigen, die aber gute Griffe und Tritte bietet (I-II Kletterei).

Das erste “Wandl”

Das erste “Wandl” zum schönen Fleck

Die grüne Scharte oben am Grat heißt “Schöner Fleck”und bietet einen wunderbaren Blick hinüber auf die Reiteralm. Vor dem ersten Gipfel, dem Rotpalfen, steht aber dann noch eine 15 Meter hohe Felswand herum, die als schwierigste Stelle des Aufstiegs gilt, aber ebenfalls mit guten Griffen und festem Gestein auch für Nicht-Bergsteiger mit ein bisschen Armkraft gut zu bewältigen ist.weiterlesen

Waldi

Super-Berg-Tour Nuaracher Höhenweg

 von Waldi
Nuaracher Höhenweg

Nuaracher Höhenweg

Letzten Sonntag gingen wir die schon lange geplante Tour, den Nuaracher Höhenweg in den Loferer Setinbergen. Start ist St.Ulrich im österreichischen Pinzgau. Gegenüber der Kirche beginnt der Steig, der sich stetig in die Höhe windet. Man hat immer eine sehr schöne Aussicht auf das Dorf und nach ca. 2 Stunden waren wir auf dem ersten Gipfel, dem Nuaracher Horn. Leider nebelte es ein bischen ein, so das wir nicht viel sehen konnten.

Kletterstelle auf dem Nuaracher Höhenweg

Kletterstelle auf dem Nuaracher Höhenweg

Nach kurzer Rast wanderten wir weiter Richtung Seehorn. weiterlesen

Bergtour auf den Kahlersberg

 von Sepp
Der Kahlersberg (2.350m) im Hagengebirge

Der Kahlersberg (2.350m) im Hagengebirge

Um 7 Uhr starte ich am Wanderparkplatz Hinterbrand zu meiner heutigen Bergtour: Der Kahlersberg ist mein Ziel. Vom Seeleinsee beziehungsweise dem südlich vom See gelegenen Sattel des Hochgschirrs führt der Mauslochsteig, ein sehr schwieriger,  stellenweise seilversicherter Bergsteig über ein steiles Geröll- und Wiesenbandsystem durch die steile Westwand und schließlich zum Gipfel des Kahlersbergs.

Der erste Teil der Bergtour bis zur Priesbergalm ist eine leichte Wanderung. Auf dem Königsweg geht’s erst zur Mittelstation der Jennerbahn, über die Wasserfallalm zum Königsbach und dann steil aufwärts in Richtung Priesbergalm. Die Brennhütte der Enzianbrennerei Grassl ist zum Glück noch geschlossen, wenn ich so früh am Morgen schon den Bergbrenner Hubs Ilsanker treffe, lasse ich mich womöglich noch zu einem Schnaps überreden. An eine Bergtour wäre nicht mehr zu denken.

Die Enzianbrennhütte auf der Priesbergalm

Die Enzianbrennhütte auf der Priesbergalm

Doch so wandere ich an der Brennhütte einfach vorbei zu den Kasern  der Priesbergalm. Was für eine Aussicht heute: Die Watzmann Ostwand leuchtet von der gegenüberliegenden Seite des Königssees herüber.

Priesbergalm mit Blick zur Watzmann-Ostwand

Priesbergalm mit Blick zur Watzmann-Ostwand

Hinter diesen beiden Kasern führt ein schmaler Pfad über die Almwiese. Nach der Überquerung eines Baches verzweigt sich der Weg: Unten geht’s über den Unteren Hirschenlauf zur Gotzenalm, der obere Steig führt in den Stiergraben, der zum Seeleinsee hinaufführt. Ich nehme den Weg in den Stiergraben.weiterlesen

Michael

Vom Herbst in den Frühling …?

 von Michael

Herbstanfang in den Anden

Winter 2014-15? Ausgefallen für uns – fast: Ende Januar über den „großen Teich“ nach Chile: 8 Wochen Sommer, Sonne, Wüste, Urwald, Vulkane, wilder Pazifik – und schöne Wanderungen bis über 5000 m. Anfang April wieder im Berchtesgadener Land: Die Hoffnung auf noch ein paar schöne Skitouren als Kontrast zerplatzt mit der heftigen Wintergrippe, die „brav“ am Flugplatz auf uns gewartet hat: Nix is mit Skitour, sind schon glücklich, als wir zum ersten Mal wieder auf die Padinger Alm hinauf schnaufen 😉

Gestern, Mitte April endlich wieder ein „Gangei“: Wir probieren unseren alten Freund, den Rauhen Kopf. Und siehe da, es geht besser als befürchtet. Ganz langsam zwar, aber doch kontinuierlich arbeiten wir uns hoch, anfangs ist es richtig frostig, endlich in der Sonne wird’s angenehmer. Herrlich zu wandern, Vogelgezwitscher, das erste Grün, die ersten Blumen.

Noch Schnee – oder schon Rose?

Recht früh sind wir dran, noch fast alleine. Erst kurz vor dem Gipfel überholen uns zwei Schnellere. Den traumhaften Rundblick bei traumhaftem Wetter genießen, auf der Andeutung von Bankerl im Windschatten eine kleine Brotzeit – schön!

Er selber: König Watzmann

Beim Abstieg dann wird’s wärmer, kommen immer mehr Leute hoch, lauter junge Dirndl und Buam, schön, dass sie (wieder) Lust haben, auf die Berge zu gehen und zu wandern – war’s doch eine Zeit lang was für die „Alten“ und die „Touris“ … Auf jeden Fall: Der Wiedereinstieg in die Berchtesgadener Bergsaison ist gelungen – bescheiden zwar, aber immerhin.

Noch ein paar Bilder mehr gibt’s auf der Facebookseite „Bergerlebnis Berchtesgadener Land“

Toni

Die Berchtesgadener Steinböcke

 von Toni
Steinbock im Hagengebirge

Steinbock im Hagengebirge

Auf einer sommerlichen Wanderung durch das Hagengebirge kann man in gewissen Gegenden eine Begegnung mit Steinböcken fast garantieren. Allerdings war das beileibe nicht immer so. Die ursprüngliche Population dieser beeindruckenden Wildziegen wurde bereits im ausgehenden Mittelalter massiv durch offizielle Jagd und Wilderei gleichermaßen reduziert. Der Steinbock galt als „wandelnde Apotheke“ und unter anderem seinem Gehörn, den Magensteinen und dem Herzkreuz, einer kreuzförmig verknöcherten Sehne am Herzen, wurden allerlei Wunderwirkungen nachgesagt. Die Auseinandersetzungen zwischen Jägern und Wilderern um diese begehrte Beute gipfelten so oft in Blutvergießen und Morden aus dem Hinterhalt, dass letztlich ein Salzburger Erzbischof den Totalabschuss der Steinböcke befahl, um den Gewalttätigkeiten ein Ende zu setzen.

Erst im Jahr 1920 wurde im Salzburger Blühnbachtal der Versuch gestartet, dieses Wild wieder im Hagengebirge heimisch zu machen. Auf deutscher Seite begann die Wiederansiedlung im Jahr 1936 auf einen Erlass von „Reichsjägermeister“ Herman Göring hin, der dieses „urdeutsche Wild“ wieder heimisch machen und letztlich auch wieder erlegen wollte. Mit immensem finanziellem und personellem Aufwand wurde in der Nähe der Wasseralm in der Röth ein 15 Hektar großes Gehege errichtet, und sogar eine eigene Seilbahn zum Transport der Tiere von der hinteren Fischunkelalm hinauf zum Landtalsteig gebaut.weiterlesen

Toni

Gamsbrunft am Untersberg

 von Toni
Brünftiger Gamsbock

Brünftiger Gamsbock

Die Schneeflächen in den Hochlagen des Untersbergs sind wie immer durchzogen von den Spuren der Gämsen, die hier an der langgezogenen Südwand ihre Einstände haben. Doch zwischen den normalen Fährten herumziehender Tiere, die meist relativ flach und mit geringen Trittabständen verlaufen, finden sich mit dem Fernglas auch immer wieder völlig andere Spuren. Fast in Falllinie ziehen sie sich die Hänge hinauf und hinunter, und mit den etwa einen Meter messenden Abständen zwischen den Abdrücken zeugen sie von den rasanten Verfolgungsjagden der brünftigen Böcke.

Beginn der Kämpfe

Treffen zwei annähernd gleich große Böcke bei einem Geißrudel aufeinander, so beginnt zuerst ein Zurschaustellen mit gesträubtem Fell, vor allem die Rückenhaare des „Gamsbarts“ werden dabei aufgerichtet. Im Gegensatz zu Stein- oder Rotwild, wo bereits das Gehörn bzw. Geweih Auskunft über Alter und Kondition des Trägers gibt, haben die Krucken der Gämsen keine Statusfunktion. Selbst Böcke die z.B. durch Steinschlag ein oder gleich beide Hörner verloren haben, können in der Brunft bei ansonsten guter Verfassung zum Zug kommen.weiterlesen