Sonnenuntergang-Kehlsteinhaus

Bergerlebnis & Alpenstadt - Blog

Schlagwort: Schlafende Hexe

Kurz und knackig: Der Signalkopf als Hausberg

 von Sarah
Auf dem Signalkopf, dem Busen der schlafenden Hexe

Auf dem Signalkopf, dem Busen der schlafenden Hexe

Das Berchtesgadener Land ist gesegnet mit zahlreichen Bergen, die als Charakteristikum des besagten Landkreises anzusehen sind. Da liegt es nahe, einen solchen Berg unmittelbar von der Haustür weg zu ,,erklimmen“.

So gestaltete auch ich einen, der vorerst letzten Sommertage mit einem Trailrun auf einen meiner Hausberge, den Signalkopf. Solcher ist ebenfalls unter weiteren Bezeichnungen bekannt, wie z.B. ,,Mittlerer Rothofen“ und ,,Busen der Hexe“. Der Signalkopf liegt mit seinen 1.396 Metern im Lattengebirge und ergibt mit weiteren Gipfeln bzw. Erhöhungen das markante Seitenprofil der sogenannten ,,schlafenden Hexe“. Neben dem Watzmannmassiv oder dem Großen Hundstod existieren auch für die schlafende Hexe einige Volkssagen. Eine von ihnen meint, dass es sich zu Lebzeiten um eine hilfsbereite, wenig attraktive Frau gehandelt haben soll, die der Zauberkünste mächtig war. Mit den Jahren soll die Hexe durch ihren sozialen Ausschluss verbittert und böse geworden sein. Als ihr aufgrund dessen der heilige Martinus zur Hilfe eilte, versuchte sie diesen zu töten – so wie es eine der Sagen beschreibt. Als Strafe bezüglich ihren Aktes wurde sie in Stein verwandelt und wacht seither über das Gebiet des Hallthurms.

Blick von Bischofswiesen zur Schlafenden Hexe

Blick von Bischofswiesen zur Schlafenden Hexe

Ich starte meine Tour in der Gemeinde Winkl und laufe zunächst an der B20 entlang in Richtung Hallthurm. Nach kurzem Warmlaufen biege ich links zum Bichlberg ab, wo nun auch Wegbeschreibungen zu finden sind. Ich folge solcher weiter in Richtung ,,Hallthurm“. Nun ähnelt der Weg solcher Konsistenz, die ich präferiere: Wald- und Wiesenwege, rauschende Bächer und weidende Kühe. Auch steigt der Weg nun langsam an und ich erziele die ersten Höhenmeter.

Die schlafende Hexe

Die schlafende Hexe

Nach einiger Laufzeit erreiche ich eine Abbiegung oberhalb des Parkplatzes der schlafenden Hexe. Ich laufe links in den, nun verdichteten Waldweg hinein und folge somit der gelben Beschilderung in Richtung ,,Signalkopf“.weiterlesen

Sabrina Moriggl

Predigtstuhl Überschreitung

 von Sabrina
Predigtstuhl_1

Blick auf den Predigtstuhl und Salach.

Predigtstuhl Überschreitung über steinerne Agnes

Schon lange stand der Predigtstuhl auf meiner Liste. Als Einheimische noch nie dort oben gewesen zu sein hat mich immer etwas beschämt. Wie gern wollte ich einmal mit der Seilbahn fahren, aber selbst mit der Einladung auf einen Kaffee konnte ich meine Mutter nicht für die älterste, in Original erhaltene Seilbahn der Welt begeistern. Alleine fahren fand ich langweilig und 22,- Euro für den Spaß zu teuer. Blieb nur der Fußweg. Oft bin ich in den letzten Jahren den Dötzenkopf rauf und runter und hab nach einen Pfad zum Predigtstuhl Ausschau gehalten. Gefunden hab ich ihn trotz Karte nie. Doch letztes Jahr – ich ging mit Helga und Matthias zur steinernen Agnes, wies das Schild dort weiter zum Predigtstuhl. Das behielt ich im Hinterkopf – die Agnes würde mir den Weg hinauf zum Predigtstuhl sichern. Dieses Vorhaben ließ mich nicht mehr los. Und erst vor ein paar Wochen saß ich auf der Terrasse der Tagesbar vom Juhasz, zeigte mit dem Finger zum Predigtstuhl und erklärte entschlossen einer Bekannten. »Da aufi mag i heuer gehen.«

 

Jetzt war die Zeit reif. Ich wollte, musste hoch – es galt mir selbst etwas zu beweisen. Von Freilassing aus kommend über den Hammerauer Berg erstreckt sich eindrucksvoll das Lattengebirge. Ein mulmiges Gefühl beschlich mich. Meine Kondition lag im bescheidenen Bereich im Vergleich zur damaligen Agnesbesteigung – und haben wir damals nicht auch ein wenig gejammert, weil es zwei Stunden permanent aufwärts ging? Kurzentschlossen, um acht Uhr früh, entscheidet sich meine Freundin Ursi mitzukommen, wodurch ein Vorteil klar auf der Hand lag: zwei Autos. Ich parkte meines bei der Predigtstuhlbahn, hüpfte in Ursis VW und zusammen fuhren wir nach Hallthurm zum Wanderparkplatz. Der Plan simpel: Rauf zur Agnes, rüber zum Predigtstuhl, mit der Seilbahn runter. Statt den Bus mein Auto nehmen und Ursis Auto holen. Gesagt getan. Der Aufstieg zur Agnes hatte nichts an seiner schweißtreibenden Steigung verloren. Der erste Aussichtspunkt versöhnt jedoch mit einem tollen Blick hinab ins Land.

Predigtstuhl_2

Auf dem Weg zum Predigtstuhl

Als wir unterhalb der Agnes ankommen, wartet dort bereits eine Gruppe Wanderer. Wir bleiben für einen kurzen Plausch und beschließen für unsere Rast einen etwas ruhigeren Ort aufzusuchen. Also weiter des Weges. Ein umgeknickter Baum ragt mit seinen Ästen über den Weg und zaubert einen verwunschenen Durchgang. Seine noch grünen Blätter streifen unsere Köpfe. Den weichen Trampelweg am Hang folgend umgibt uns eine wunderbare Aussicht auf die Berge.

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Aussicht auf die Berge

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Toni

Herbsttour auf die Schlafende Hexe

 von Toni

Wandern auf Caspar David Friedrichs Spuren

Eine dichte Wolkendecke liegt tief über dem Berchtesgadener Talkessel, als wir am Wanderparkplatz Hallthurm zu einer Nachmittagstour starten. Erst geht es auf der breiten Forststraße ein kurzes Stück durch Fichtenwald, dann bald an einem Wegweiser zu einem steilen Pfad Richtung Rotofenscharte. Der Steig führt über Wurzeln und Steine in engen Serpentinen den Hang hinauf, während alle Geräusche vom dichten Nebel gedämpft werden und Kondenswasser von den Kiefern auf uns herabtropft. An einer kleinen Quelle werden die Trinkflaschen aufgefüllt, dann führt der Weg durch zwei Dolomit-Rinnen mit kurzer Drahtseilsicherung und über ein letztes Steilstück mit vielen glitschigen Treppenstufen umgeben von Buchenwald hinauf in die Rotofenscharte – der Lücke zwischen Kinn und Brust der berühmten Schlafenden Hexe.

 

Kletterei auf den Gipfel

Links von uns ragen im Dunst die nur mit Kletterausrüstung erreichbaren Gipfel des Kinns und der Nase der schlafenden Hexe auf, und geradeaus führt der markierte Weg weiter zur ebenso bekannten Steinernen Agnes, doch wir halten uns nun rechts.

Das Lattengebirge im Nebel

Das Lattengebirge im Nebel

Auf einem ausgetretenen Trampelpfad nähern wir uns den Felswänden der Hexenbrust und stellen erfreut fest, dass das Gestein überraschend trocken ist und guten Halt bietet – unerlässlich für die nun folgende Kletterei auf den Gipfel. Eine Steilrinne zwischen Latschen und Wiesenstücken muss hier überwunden werden, wobei der Fels mit seinen großen Griffen und Tritten gut kletterbar ist. Dennoch klopfen wir jeden Griff vor der Belastung sorgfältig ab und meiden lockere Brocken, da ein ausbrechender Stein in diesem fast senkrechten Gelände üble Folgen hätte. Dass wir hier als Menschen eigentlich nichts zu suchen haben, sondern uns ins Reich der Gämsen vorwagen, erkennen wir nun auf Schritt und Tritt: überall liegt frische Gamslosung herum und in der Luft liegt ein moschusartiger, „bockiger“ Geruch. Die Kletterkünstler können also nicht weit sein, sind im Nebel aber nicht zu entdecken.Nach der kurzen aber mühsamen Kraxelei kommen wir nun endlich auf den Gipfelgrat. An beiden Seiten brechen die Wände in die Tiefe hinab und ein teils nur handtuchbreiter Felsstreifen führt hinauf zum Gipfelkreuz der Brust der schlafenden Hexe, die auch unter Signalkopf, Bayrischer Löwe oder Mittlerer Rotofenturm bekannt ist.

Blick zum Staufen

Blick zum Staufen

 

Aussicht über das Nebelmeer

Oben angekommen schreiben wir uns ins Gipfelbuch ein, halten im Nebel Ausschau nach erkennbaren Bergspitzen und können unser Glück kaum fassen, als es nach wenigen Minuten aufreißt. Der Wind treibt Wolkenschleier hinauf, die Sonne hilft von oben nach und schließlich ragt unsere Felsspitze gerade einmal zehn Meter weit aus der endlosen Nebelfläche heraus! Sofort fühlen wir uns wie der „Wanderer über dem Nebelmeer“ von Caspar David Friedrich. weiterlesen