Ausflugstipps

Unterwegs mit der Familie

Familienwanderung im Goldenen Herbst

Die letzten Tage und Wochen waren wir mit einem wie fast immer goldenen Herbst gesegnet. Und auch wenn ich sicher bin, dass auch der November durchaus noch schöne Tage bringen wird (während sich der Nebel über München und vielen anderen Gegenden nicht mehr lichtet), habe ich die Sonnentage natürlich genutzt.

 

Am Sonntag sind wir zum Beispiel eine meiner Lieblings-Kurzwanderungen gegangen. Kennt ihr den Faselsberg? Lange nicht so bekannt wie der Watzmann, aber daher auch noch von vielen unentdeckt. Und ideal für abwechslungsreiche Familienwanderungen!

 

Nachdem meine Tochter Anita nicht so gern allein mit uns Erwachsenen unterwegs ist (welches Kind ist das schon) haben wir uns ein paar kleine Wanderer dazu geholt und los ging es. Gestartet sind wir ein paar Meter unterhalb vom „Hoanzei“ (Hainzenlehen/ Vorderbrandstraße).

Holzenlehen am Faselsberg
Holzenlehen am Vorderbrand

 

Unser erstes Etappenziel war das Holzenlehen. Hier endet schon nach wenigen Gehminuten die Teerstraße und ein wunderschöner Weg führt über die dazugehörige Schafwiese.

auf dem Holzenfeld
auf dem Holzenfeld

Natürlich stürzten sich die Kinder sofort auf die Findlinge, die etwas oberhalb des Hofes in der Wiese liegen. Nachdem jetzt nicht mehr gemäht wird, ließen wir sie laufen und klettern, was für ein Vergnügen. Wir genossen so lange die Sicht auf Watzmann, Hochkalter und Reiteralm.

beim Holzenlehen am Faselsberg
beim Holzenlehen am Faselsberg
Blick vom Holzenlehen
Blick vom Holzenlehen

Sind wir bald da?

Der Herbstwald leuchtete und bei jedem Schritt raschelte das trockene Laub. Nachdem es kurzzeitig etwas steiler wurde, ließ die Frage „Sind wir bald da?“ nicht lange auf sich warten. Aber wir hatten ja gerade erst die ersten Meter geschafft. Gut, dass eine Wegkreuzung gleich als Leseübung und Verschnaufpause dienen konnte.

weiter Richtung Brandkopf
weiter Richtung Brandkopf

Nachdem im letzten Jahr der Waldweg vor lauter Bucheckern fast nicht zu sehen war, haben wir diesmal fast gar keine gefunden. Oder ist es noch zu früh? Zumindest fand sich ein Stecken, den man dem willigen Vater in die Hand drücken konnte, um sich von ihm ein wenig ziehen zu lassen.

 

Das wichtigste bei jeder Familienwanderung ist ein Rucksack für überflüssige Jacken – und um ein paar süße oder fruchtige Kleinigkeiten hervorzaubern zu können, wenn die erste Euphorie verflogen ist.

 

(An dieser Stelle noch mal zur Wegbeschreibung: Nach dem Holzenlehen folgt man der Ausschilderung Richtung Brandkopf, an der Alpeltalhütte vorbei zum Vorderbrand. Gesamtgehzeit ca. 45 Minuten.)

 

Was aber auch ganz wichtig ist: Entdeckungs- und Turnmöglichkeiten entlang des Weges. Ideal sind natürlich gefällte und bereits geschälte Baumstämme, wir mussten die Kinder irgendwann mit der Aussicht auf Eis bestechen, um noch vor dem Dunkelwerden unser Ziel zu erreichen.

Baumstämme, das ideale Turngerät
Baumstämme, das ideale Turngerät

Ab der Alpeltalhütte hörten wir schon Musik, nur wenige Minuten und der Gasthof Vorderbrand lag vor uns.

endlich am Gasthof Vorderbrand
endlich am Gasthof Vorderbrand

Die Kinder sind sofort auf den wirklich einladenden Spielplatz gesprungen, während wir uns unter den Kastanien niedergelassen haben, um uns mit einem guten Stück Kuchen zu belohnen.  Die „Kehlstoana“, einer unserer neun Trachtenvereine feierte, hatten morgens an der Vorderbrandkapelle eine Messe gefeiert, entsprechend wurde auch am Nachmittag noch aufgespielt und gemütlich beisammengesessen.

 

Viele –  unter anderem wir – waren aber auch da, um sich den Wirtsleuten zu verabschieden. Nach vielen schönen Jahren übergeben Greti und Toni das Gasthaus Vorderbrand in neue Hände. Die Welt dreht sich weiter, so denke ich heute noch gerne an Kathi und Gertraud, die erste Köchin bzw. Wirtin am Vorderbrand, an die ich mich noch erinnern kann. Beim „Stockerer“ war’s in den letzten Jahren immer ganz besonders, wer die liebevolle Tischdekoration an nicht nur an Ostern kennt, wird mir zustimmen. Aber ich  bin zuversichtlich, dass auch mit den neuen Wirtsleuten, die am 1. März den Vorderbrand neu eröffnen, dar Berggasthof nicht nur für die Menschen am Faselsberg ein gern angesteuertes Ziel bleiben wird. (Wie ich allerdings den Winter ohne Rodelbahn mit Zeitmessung und heißem Skiwasser überstehen werde, ist mir noch nicht klar.)

Da die beschriebene Wanderung auch im Frühjahr gehenswert ist: Vielleicht sehen wir uns ja mal….

 

Herzliche Grüße, Ursula BGLT

 

PS. Wer will kann übrigens vor oder nach der Einkehr noch die Viertelstunde zum Brandkopf zurücklegen, lohnt sich absolut, herrlicher Rundumblick auf Göll, Brett, Königssee und Watzmann. Zurück zum Parkplatz geht’s dann recht zügig über die Rodelbahn Richtung Königssee (rechtzeitig rechts abbiegen nicht vergessen).

Teil 2 beim Jobsharing der Pressestelle. Ich verstehe mich als berchtesgadnerische Königsseerin – oder umgekehrt. Im Berchtesgadener Land entdecke ich immer wieder Neues oder genieße Altbekanntes. Egal ob in einer zünftigen Wirtschaft, oben am Berg, an einem eiskalten Gebirgsbacherl oder bei kulturellen Experimenten. Und alles, was ich kenne und schätze, das vermittle ich mit Enthusiasmus an Journalisten und andere, die es hören oder lesen wollen. Bis auf ein paar wenige echte Geheimtipps :)

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