Sonnenaufgang am Kehlstein © Ann-Kathrin Helbig
Berge

Work – Mountain – Balance

Sonnenaufgang © Ann-Kathrin Helbig
Sonnenaufgang © Ann-Kathrin Helbig

Wenn die Zeit knapp ist und das Bedürfnis nach Naturerlebnis groß

Leben um zu arbeiten, arbeiten um zu leben. Nur so ein kurzer Satz regt immer sehr viele zum Nachdenken an. Die meisten von uns arbeiten 5 Tage die Woche, manche sogar 6 Tage. Wochenendarbeit ist mittlerweile an der Tagesordnung. Wo bleibt da noch Zeit für sich um wieder neue Kraft zu sammeln? Meine Art um nicht in die Spirale aus schlafen, arbeiten, schlafen zu gelangen ist einfach etwas früher aufzustehen. Es kostet zu Beginn etwas Überwindung, doch es lohnt sich!

Kennt ihr schon das erhabene Gefühl, morgens auf einer Erhöhung oder einem Berg zu stehen und den Sonnenaufgang zu bewundern? Die ersten wärmenden Sonnenstrahlen des Tages einzufangen und auf der Haut zu spüren, lehrt mich Gelassenheit für den Arbeitsalltag. Ich weiß dann, dass ich schon etwas erlebt habe, dass ich am heutigen Tage gelebt habe und nicht nur funktioniert habe. Viele aus meinem Bekanntenkreis nutzen hingegen ihren Feierabend um nochmal eine Bergtour zu machen, ein Bier in der Berghütte zu trinken oder einfach nur eine Runde laufen zu gehen. Im Arbeitsalltag wird immer mehr von uns abverlangt, durch Naturerlebnisse schaffen wir es wieder einen Blick für das zu bekommen, was wirklich zählt im Leben.

Hier ein paar klassische vor oder nach der Arbeit Touren:

Kehlsteinhaus

Im Sommer am Tag mit Sicherheit einer der Orte an dem man am wenigsten Ruhe hat. Doch wer in den frühen Morgen- oder Abendstunden oder am besten sogar zum Sonnenauf- oder Sonnenuntergang dort ist, wird ein unvergesslich schönes Erlebnis haben. Am schnellsten erreicht man das Kehlsteinhaus vom Parkplatz Ofnerboden ab der Rossfeld-Höhenringstraße. Fitte sind über den betonierten Weg in einer Stunde am Gipfel.

Sonnenaufgang am Kehlstein © Ann-Kathrin Helbig
Sonnenaufgang am Kehlstein © Ann-Kathrin Helbig

Sonnenaufgang am Kehlstein © Ann-Kathrin Helbig
Sonnenaufgang am Kehlstein © Ann-Kathrin Helbig

Grünstein

Der Grünstein ab Parkplatz Hammerstiel in Hinterschönau ist schnell erreicht zu jeder Jahreszeit. Nahe es Gipfels gibt es auch zur Hauptsaison die Grünsteinhütte zur Einkehr. Wer fit ist schafft es in einer bis 1,5 Stunden zum Gipfel über den Wurzelpfad. Die vielen Rastbänke laden zum Ausruhen, hinlegen und dösen ein.

Grünsteingipfel © Ann-Kathrin Helbig
Grünsteingipfel © Ann-Kathrin Helbig

Kührointhütte + Archenkanzel oder Kührointhütte + Mooslahnerkopf

Das ist eine klasische Tour nach Feierabend. Ab dem Parkplatz Hammerstiel in Hinterschönau erreicht man in 2 Stunden die Kührointhütte, diese bietet von Mai-Oktober immer ein leckeres Feierabendbier an oder eine deftige Brotzeit. Wer will kann dann in 15 Gehminuten den Aussichtspunkt Archenkanzel erreichen und einen Tiefblick zum Königssee und zur Halbinsel St. Bartholomä genießen.

Für die Sportler unter euch bietet sich der Abstecher zum Mooslahnerkopf ab der Kührointhütte an. Dazu einfach ein Stück in Richtung Archenkanzel gehen und bei der ersten Forststraße, die gequert wird nach rechts abbiegen. Dann geht es für rund 5 Minuten geradeaus und links sieht man dann deutlich wie ein Pfad in den Bergwald hineinführt. Dieser kann nach Regenfällen eine ordentliche Rutschpartie sein. Bitte nur bei trockener Witterung gehen. Der steile Pfad führt dann in einer knappen Stunde hinauf zum Gipfel mit Glocke und einer grandiosen Aussicht! Fast der ganze Königssee kann überblickt werden. Gerade im Frühherbst lohnt es sich eine Stirnlampe mitzunehmen für den Abstieg.

Mooslahnerkopf © Ann-Kathrin Helbig
Mooslahnerkopf © Ann-Kathrin Helbig
Aussicht vom Mooslahnerkopf © Ann-Kathrin Helbig
Aussicht vom Mooslahnerkopf © Ann-Kathrin Helbig

Auch wenn ihr nun sagt, dass ihr gar nicht Alpen lebt und wo ihr nun hin sollt: Selbst in den Städten gibt es am Ortsrand oft Waldgebiete. Ein Wald ist nicht langweilig. Geht hinein, joggt, radelt oder sitzt einfach nur da. Je öfter ihr vor oder nach der Arbeit in die Natur geht, umso schneller beginnt Work-Mountain-Balance zu wirken. Auf einmal ist der Disput mit den Kollegen oder ein kompliziertes Projekt gar nicht mehr so schlimm. Kraft wird getankt – Gedanken werden geordnet.

Liebe Grüße, eure Ann-Kathrin

Im Winter 2013 verlies ich Familie und Freunde im Südhessischen Viernheim um als Nationalparkmitarbeiterin im Berchtesgadener Land zu leben. Endlich konnte ich meinen Traum wahr werden lassen! Direkt vom Elternhaus rund 600km in die Berge ziehen, was für andere vielleicht ein gewagter Schritt wäre, war für mich das Ende der Sehnsucht. Das Berchtesgadener Land - die Sehnsucht dorthin verspürte ich permanent über Jahre. Ich hörte die Berge nach mir rufen. Bekannt ist mir das Berchtesgadener Land seit ich drei Jahre alt bin, da der beste Freund meines Opas aus Anger ist. So entstand die Verbindung. Mit 24 Jahren gab ich dem Ruf der Berge nach, Koffer gepackt und ab ins Berchtesgadener Land. Ich lebe dort wo ich früher Urlaub machte. Ein lebendiger Traum! Meine Freizeit verbringe ich fast ausschließlich in den Bergen. Nach Feierabend sich an einem sonnigen Tag einfach hinlegen - für mich unmöglich! Ob nun gemütliche Feierabend-Wanderung, Bergwanderung oder Hochtour. Je nach Zeit und Wetterlage mache ich alles. Natürlich fragt man sich mit wem ist denn das "Venema"-Mädel unterwegs? Alleine! Alleine in den Bergen unterwegs zu sein, ist im Kopf vieler zu negativ behaftet. Oft mache ich alleine die interessantesten Begegnungen. Und darum wird es auch in meinen Berichten gehen - Begegnungen am Berg. Mittlerweile bin ich auch in den Printmedien zu finden: "Das Wanderbuch bayerische Hausberge" ISBN-13: 978-3-86246-527-9 Erschienen im Bruckmann Verlag München Auch bei Lesungen der Berchtesgadener Land Autoren bin ich mit dabei. Mehr Infos: http://bgl-autoren.de/

4 Kommentare

  • Norbert

    Hallo Ann-Kathrin,
    ich kann deine Erfahrungen nur bestätigen und du beschreibst das, was ich auch erlebe: sehr früh oder sehr spät am Berg zu sein ist eines der großartigsten Gefühle das ich kenne. Auch mir gibt es viel Kraft und Gelassenheit für den Tag. Da ich aus München komme und gerne in den Bergen bin, habe ich einfach noch ein bisschen Anfahrstzeit. Deswegen schaffe ich es im Sommer nicht immer zum Sonnenaufgang. In dieser Jahreszeit genieße ich dann eher den Sonnenuntergang. Im Winter sieht es anders aus: da ist der Sonnenaufgang oftmals der Start in meinen Tag. Und ich bin dabei nicht nur dankbar, dass ich diese Touren mit meiner Arbeit so gut vereinbaren kann. Sondern auch meine Familie gibt mir die Freiheiten dies erleben zu können.

    Liebe Grüße,
    Norbert

  • Dani

    Wir haben früher auch sehr viele Sonnenuntergangs- und Aufgangstouren gemacht, eines muss man aber fair und ehrlich sagen: wenn ich um fünf aufstehe für den Berg, bin ich nachher in der Arbeit wahrlich nicht auf 100%. Anderen mag das leichter fallen, mir aber fehlen die 3h Schlaf für die Leistungsfähigkeit. Daher sind die pre-work-Touren am Berg wieder etwas weniger geworden und werden immer öfter gegen „nur“ eine Stunde Laufen getauscht. Ist doch weniger zeitintensiv als z.B. klettern oder eine Bergtour 🙂
    Unsere beste Lösung für mehr Freizeit hat sich schon seit Jahren gut bewährt: kein Fernseher! 😀
    Super Sonnenaufgangsberg ist übrigens auch der Untersberg (Dopplersteig) oder der Staufen! 🙂
    Vollmond eignet sich übrigens auch perfekt für einen Abend/Nacht am Berg! 🙂
    Lg und schöner Beitrag!
    Dani

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