Berge

Der Kaunersteig wird 2021 wieder freigegeben

Steil und teilweise ausgesetzt führt der Kaunersteig von Salet am Königssee in zahlreichen Serpentinen zur Regenalm und überwindet dabei rund 900 Höhenmeter. Seit einem Murenabgang im Jahr 2019 ist der Steig gesperrt. Mit Beginn der Wandersaison 2021 soll der Steig wieder frei gegeben werden.

Im Frühjahr 2019 löst sich in Folge des schneereichen Winters im unteren Teil des Kaunersteigs eine Mure. Diese verschüttet den Steig an mehreren Stellen und beschädigt Sicherungen.

Direkt nach dem Murenabgang am Kaunersteig im Frühjahr 2019 war die Sturzbahn angefüllt mit losem Gesteinsmaterial.

Bis heute wurde der Weg mit der Nummer 492 nicht wieder zur Begehung freigegeben: Zu groß ist das Risiko, dass Wanderer durch Steinschlag in Gefahr geraten. Mit einer innovativen Methode zum Sicherheitsmanagement begutachteten Nationalpark-Mitarbeiter kürzlich den Steig und den Abgangsbereich der Mure. Mit einem Ergebnis: Der Steig soll 2021 nach Durchführung einiger Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen wieder frei gegeben werden.

Nationalpark-Mitarbeiter Christian Heyer, Markus Lochner und Lorenz Köppl (v.r.) am Kaunersteig

Eine Restgefahr wird natürlich bleiben, aber die ist bei Unternehmungen im alpinen Gelände immer gegeben“, betont Lorenz Köppl, Wegereferent im Nationalpark Berchtesgaden. Um die Gefahren durch Muren, Steinschläge oder Felsstütze objektiv einschätzen zu können, haben Experten aus Österreich eine innovative und praxisnahe Methode entwickelt: R.A.G.N.A.R. (Risiko Analyse Gravitativer Naturgefahren im Alpinen Raum) analysiert Georisiken vor dem Hintergrund des „vertretbaren Risikos“. Diese Methode kam nun im bayerischen Alpenraum erstmals am Kaunersteig zum Einsatz. In Österreich ist sie bereits etabliert und wird auch juristisch als geeignetes Verfahren zur Dokumentation der Verkehrssicherungspflicht angesehen. Aus verschiedenen Faktoren wie beispielsweise der Aufenthaltsdauer im Gefahrenbereich, der geschätzten Anzahl der Begehungen pro Jahr sowie der DAV-Schwierigkeitsklassifizierung ermittelt die Methode ein objektives Naturgefahrenrisiko. „Die Einbeziehung empirischer Daten hilft uns, die Gefahrenlage einzuordnen, unabhängig von subjektiven Empfindungen. Damit stellen wir sicher, dass wir die Gefahr weder über- noch unterschätzen“, erklärt Lorenz Köppl. Und ergänzt: „Das Ergebnis der Beurteilung nach RAGNAR dient sozusagen zur Objektivierung des alpinen Hausverstandes. Ein Wanderer, der einen rot klassifizierten Weg wie zum Beispiel den Kaunersteig begeht, der nimmt ein gewisses Risiko in Kauf. Dieses Risiko besteht bei Unternehmungen im alpinen Gelände immer. Nach der Freigabe des Kaunersteiges wird es aber nicht höher sein als auf anderen Steigen“.

Doch bevor der Kaunersteig zu Beginn der Wandersaison 2021 wieder frei gegeben werden kann, sind umfangreiche Maßnahmen erforderlich. „Direkt nach dem Murenabgang 2019 war sehr viel loses Material im Steilgelände gelegen, darunter auch große Steine“, erinnert sich Markus Lochner, Waldarbeiter im Revier Königssee. „Nach dem letzten Winter hat sich der Bereich schon deutlich ausgeputzt, viel loses Geröll ist seitdem abgegangen“, erklärt Lochner. „Und es kommt auch schon die erste Vegetation zurück, was den Bereich langsam stabilisiert“. Lochners Fotodokumentationen haben ergeben, dass sich die Situation am Kaunersteig nach jedem Starkregen verbessert, da loses Gesteinsmaterial abgeht und sich der Bereich damit selbstständig reinigt. Auch der bevorstehende Winter wird weitere Entspannung bringen, sind sich Köppl und Lochner sicher. Im Frühjahr 2021 sollen die Sanierungsarbeiten beginnen: „Wir werden den Steigverlauf an einer Stelle geringfügig ändern“, erläutert Lochner. „Die neue Wegführung wird die Steinschlagbahn dann nur noch zweimal kreuzen, einmal weniger als vorher. Außerdem werden wir weitere lose Steine entfernen, Seilversicherungen einbauen sowie Stufen und Trittbügel erneuern.“ Zusätzliche Schilder sollen Wanderer auf die Gefahr durch Steinschlag aufmerksam machen. „Diese Schilder werden wir sowohl direkt an der Gefahrenstelle als auch bereits auf der Gotzenalm und auf Salet anbringen, damit Wanderer schon vor den Einstieg in den Steig informiert sind“, ergänzt Köppl.

Aber eines muss jedem bewusst sein: Im Kaunersteig werden vor allem nach jedem Winter oder bei Starkregen weiterhin Steine abgehen, so wie bei jedem anderen alpinen Steig im Nationalpark auch. Wir tun, was wir können, aber ein Restrisiko bleibt. So sind die Berge.“

Mein Name ist Sepp Wurm und ich bin seit Sommer 2010 bei der Berchtesgadener Land Tourismus. Als Social Media Enthusiast kümmere ich mich neben diversen anderen Kanälen auch um das BerchtesgadenerLandBlog. Schwerpunkt meiner Blogbeiträge sind Berichte über meine Wanderungen und Bergtouren im Sommer, sowie über Skitouren im Winter. Meine Leidenschaft für die Berge bringe ich gerne in unseren Blog mit ein. Als waschechter Ramsauer „Bergbauernbua“ liegen mir zudem unsere Heimat und ihre Traditionen und Bräuche natürlich besonders am Herzen. Ich hoffe, diese Liebe zu unserem schönen Berchtesgadener Land spiegelt sich auch in meinen Blogbeiträgen wider.

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