Almkaser auf der Priesbergalm
Berge

Frühlingssonne auf der Priesbergalm

Almkaser auf der Priesbergalm
Almkaser auf der Priesbergalm

Sonne. Sonne, die wärmt. Sonne, die stark ist. Sonne, die so viel Kraft hat, dass ich nur ein T-Shirt tragen muss. Sonne – die meiner Nase einen Sonnenbrand beschert.

Ursprünglich komme ich aus einer Region, da dauert der Winter höchstens vier Wochen, dann ist diese Liason auch schon vorbei. Nun verbringe ich schon meinen zweiten Winter im Berchtesgadener Land. Am Anfang war dieser weiße kalte Freund noch recht befremdlich. Doch so langsam gewöhne ich mich daran. Und nun wo offiziell Frühling ist, freue ich mich besonders darüber wieviel Kraft die Sonne nun hat. Wie sollte es auch anders sein, liegt auch im Frühling noch auf hohen Lagen der Schnee (was die Skitourengeher freut – Sonne und Schnee). Dementsprechend musste ich auch meine Schneeschuhe noch nicht einmotten.

Morgens dick eingecremt mit Kindersonnencreme mit sehr hohem Lichtschutzfaktor mache ich mich auf dem Weg zur Jennerbahn-Talstation. Von dort aus folge ich der Beschilderung Jenner / Königsbachalm. Erst über eine stetig steigende Straße durch eine Wohnsiedlung kommt man auf den sogenannten Hochbahnweg. Der Hochbahnweg – ich könnte ein Lied über ihn singen oder schon fast ein Buch damit befüllen. Seit November 2013 bestimmt aber Male begangen und mittlerweile nur noch notwendiges Mittel zum Zweck, obwohl viele positive Erinnerungen in diesem Aufstiegsweg stecken. Zum Beispiel als mir meine Mutter den Sinn hinter all den kleinen Steinen, die im roten Kasterl hingelegt werden, erklärte. Oder wie ich mit voller Freude ganz Früh im Herbst Richtung Hochgeschirr aufstieg um von dort zur Wasseralm zu gelangen. Im Winter stört mich als Schneeschuhgeherin das Queren der Jennerskiabfahrt. Denn wo man schon gemütlich auf Waldboden gehen kann, so müssen doch des Öfteren beim Queren der Piste die Schneeschuhe umgeschnallt werden, wenn diese noch am Morgen frisch präpariert ist. Mit den Schneeschuhen richte ich auch nicht zuviel Schaden an, als zu Fuß kleine Löcher in der Piste zu hinterlassen. Bis kurz vor der Priesbergalm konnte ich ohne Schneeschuhe gehen – auf schneefreiem Boden! Danach habe ich mich gesehnt. Von der Königsbachalm sind es nur noch knappe 45 Minuten bis zur Priesbergalm.

Die Königsbachalm
Blick zur Königsbachalm
meine Schneeschuhspur
meine Schneeschuhspur

Warum ich gerade zur Priesbergalm wandere? Klar, zuerst einmal wegen all der positiven Erinnerungen an meine Eltern, die mich das vor der Hütten sitzen verbinde und natürlich all die tollen Erinnerungen, wenn dort eine Tour für mich startete oder ich im Endspurt einer Tour dort vorbei kam. Und zu guter letzt natürlich die tolle Lage unterhalb der hohen Rossfelder.

die letzten Meter
die letzten Meter
Priesbergalm in der Sonne
Priesbergalm in der Sonne
Blick/Aufstieg zu den hohen Rossfeldern
Blick/Aufstieg zu den hohen Rossfeldern

So setze ich mich gemütlich vor einen der Almkaser in die Sonne und lasse mich von der Sonne wärmen. Denn diese hat heute richtige Kraft. Kurz zuvor habe ich mein dünnes Shirt gegen ein nicht-verschwitztes Shirt ausgetauscht. Hach, die Sonne tut einfach gut. Reinste Nervennahrung inklusive Glückshormonausstoß. Aber irgenwie brennt es auf meiner Nase. Nochmal schnell Sonnencreme drauf – dann passiert auch nichts. So döse ich in meinem sonnigen, weißen Frühlingsparadies vor mich hin. Ich möchte gar nicht mehr gehen. Aber es wartet am Abend noch eine Verpflichtung im Tal auf mich. So trenne ich mich schweren Herzens nach fast zwei Stunden Sonnenbad von diesem Kleinod.

Blick zum hohen Brett und Torrener Joch
Blick zum hohen Brett und Torrener Joch
Almkaser Priesbergalm
Almkaser Priesbergalm

Als Rückweg nutze ich auch den Aufstiegsweg. Im vorbeigehen erkenne ich noch im Schnee ein Herz. Ich hoffe ihr erkennt dasselbe wie ich 😉

Herz im Schnee
Herz im Schnee

Frühlingsgrüße, eure Ann-Kathrin

Im Winter 2013 verlies ich Familie und Freunde im Südhessischen Viernheim um als Nationalparkmitarbeiterin im Berchtesgadener Land zu leben. Endlich konnte ich meinen Traum wahr werden lassen! Direkt vom Elternhaus rund 600km in die Berge ziehen, was für andere vielleicht ein gewagter Schritt wäre, war für mich das Ende der Sehnsucht. Das Berchtesgadener Land - die Sehnsucht dorthin verspürte ich permanent über Jahre. Ich hörte die Berge nach mir rufen. Bekannt ist mir das Berchtesgadener Land seit ich drei Jahre alt bin, da der beste Freund meines Opas aus Anger ist. So entstand die Verbindung. Mit 24 Jahren gab ich dem Ruf der Berge nach, Koffer gepackt und ab ins Berchtesgadener Land. Ich lebe dort wo ich früher Urlaub machte. Ein lebendiger Traum! Meine Freizeit verbringe ich fast ausschließlich in den Bergen. Nach Feierabend sich an einem sonnigen Tag einfach hinlegen - für mich unmöglich! Ob nun gemütliche Feierabend-Wanderung, Bergwanderung oder Hochtour. Je nach Zeit und Wetterlage mache ich alles. Natürlich fragt man sich mit wem ist denn das "Venema"-Mädel unterwegs? Alleine! Alleine in den Bergen unterwegs zu sein, ist im Kopf vieler zu negativ behaftet. Oft mache ich alleine die interessantesten Begegnungen. Und darum wird es auch in meinen Berichten gehen - Begegnungen am Berg. Mittlerweile bin ich auch in den Printmedien zu finden: "Das Wanderbuch bayerische Hausberge" ISBN-13: 978-3-86246-527-9 Erschienen im Bruckmann Verlag München Auch bei Lesungen der Berchtesgadener Land Autoren bin ich mit dabei. Mehr Infos: http://bgl-autoren.de/

2 Kommentare

    • Nowak

      Ja unsere Heimat ist schon einmalig .Deswegen kommen ,die Menschen alle gerne hier her .Die meisten möchten sogar hier für immer bleiben ,weil es hier so schön ist. Es gibt viele Fleckchen auf der Welt ,die auch schön sind .Aber hier im Berchtesgadener-Land ,da ist ein Zauber den man sich nicht erklären kann,der jeden anzieht und so hierher führt.Wie heißt es so schön ? Wen Gott Liebt ,den läßt er fallen ins Berchtesgadener -Land.Das ist so ,auch werden immer mehr kommen aus fernen Ländern ,um die Schöheiten hier zu bewundern.

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