Kultur

Die blühende Mauer am Doktorberg

Jedes Frühjahr spielt sich am Doktorberg in Berchtesgaden ein besonderes Schauspiel ab: Die historische Stützmauer der Alten Reichenhaller Straße verwandelt sich in einen hängenden Garten. Frühlingssteinrich und Blaukissen wachsen zwischen den Bruchsteinen hervor und lassen die Steinmauer in gelb und lila erstrahlen.

Frühlingssteinrich
Blaukissen

Am Beginn des Doktorbergs thront das ehemalige Hofrichterhaus. Ab 1828 war der repräsentative dreigeschossige Bau Sitz des Landgerichts Berchtesgaden. Heute beherbergt das Palais-artige Gebäude mit seiner Stuckfassade eine Dienststelle des Finanzamtes. Hier beginnt die Bruchsteinmauer.

Blick zur Stiftskirche

Die Stützmauer der ehemaligen Reichenhaller Straße ist im Kern sehr alt: Eine Tafel an der Mauer weist das Jahr 1545 aus, die ältesten Teile der Mauer sind also fast 500 Jahre alt. Und wie es sich für die farbenprächtige Mauer gehört, wird auch die grüne Tafel mit der Jahreszahl von gelb leuchtenden Blüten geziert.

Tafel an der Mauer
Blüten des Steinrichs

Der Doktorberg ist eine geschichtsträchtige Straße und von etlichen Baudenkmälern gesäumt. Oberhalb der Stützmauer ist das ehemalige Hofmusikerhaus in den Hang gebaut, darüber – auf einem Plateau – steht der heutige Sitz der Nationalparkverwaltung. Das neubarocke Amtsgebäude aus dem Jahr 1910 punktet mit einem Sandsteinportal und prächtiger Putzgliederung, das Walmdach ist von mehreren Mansarden und Gauben unterbrochen. Mehrere denkmalgeschütze Wohnhäuser, ein Bildstock und das Steinmetzlehen, ein Zwiehof bei dem eine offene Holztreppe Wohnhaus und Stallstadel verbindet, ergänzen das Ensemble.

Blick zum Steinmetzlehen

Die Doktorbergstraße beschreibt bergauf eine leichte Rechtskurve. Der im unteren Teil prägende Blick zur Stiftskirche ist jetzt verdeckt. Die Mauer wird dafür noch farbenprächtiger. Über mehrere Meter Höhe bedecken Blaukissen die Bruchsteine. Eine dichte Blütenpracht in strahlendem Lila.

Ein dichter Blütenteppich

Ein paar Meter weiter oben kreuzt der Soleleitungsweg den Doktorberg: Links geht’s zum Soleleitungssteg, rechts zum Weinfeld und zur Kapelle der Seligpreisungen auf dem Ponnzenzenbichl. Den Abschluss des historischen Doktorbergs bildet dann das ehemalige Krankenhaus. Der mächtige zweigeschossige Bau fällt auf durch sein steiles Kreuzgiebeldach. Das im Kern deutlich ältere Haus wurde 1844 mit Hilfe der Krankenhausstiftung König Ludwigs I. revitalisiert. Seit 1903 wird das Alte Krankenhaus als Wohngebäude genutzt.

Man muss keine großen Touren machen in dieser Zeit, sondern kann sich auch an den kleinen Dingen direkt vor der Haustür erfreuen.

Euer Sepp

Mein Name ist Sepp Wurm und ich bin seit Sommer 2010 bei der Berchtesgadener Land Tourismus. Als Social Media Enthusiast kümmere ich mich neben diversen anderen Kanälen auch um das BerchtesgadenerLandBlog. Schwerpunkt meiner Blogbeiträge sind Berichte über meine Wanderungen und Bergtouren im Sommer, sowie über Skitouren im Winter. Meine Leidenschaft für die Berge bringe ich gerne in unseren Blog mit ein. Als waschechter Ramsauer „Bergbauernbua“ liegen mir zudem unsere Heimat und ihre Traditionen und Bräuche natürlich besonders am Herzen. Ich hoffe, diese Liebe zu unserem schönen Berchtesgadener Land spiegelt sich auch in meinen Blogbeiträgen wider.

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