Kultur

Bergbauernmilch hilft den heimischen Bauern

Die heimische Landwirtschaft ist von der Corona-Pandemie besonders betroffen. Viele Betriebe stehen mit dem Rücken an der Wand. Denn während das Milchgeld von der Molkerei Berchtesgadener Land weiterhin sicher ist, brechen den Bauern andere landwirtschaftliche Einkommenszweige ein. Urlaub auf dem Bauernhof ist für viele Betriebe eine wichtige Einkommensquelle, die wegen der derzeitigen Ausgangsbeschränkungen komplett auf Eis liegt. Die Molkerei Berchtesgadener Land unterstützt ihre Landwirte deshalb mit einer einmaligen Corona Soforthilfe.

Das Ziel der Maßnahme: Alle Bauernhöfe sollen während und auch nach der Krise weiter bewirtschaftet werden. „Als Genossenschaft wollen wir unsere Landwirte in dieser für sie, wie für alle, sehr harten Bewährungsprobe schnell und unbürokratisch unterstützen“, so Bernhard Pointner, Geschäftsführer der Molkerei Berchtesgadener Land. Vorstand und Aufsichtsrat der Molkerei in Piding haben bei ihrer letzten Sitzung entschieden einen Teil der für 2020 anstehenden Investitionen zurückzustellen und stattdessen allen Landwirten eine Soforthilfe in Höhe von 1000,- Euro auszahlen zu können.

Während die Einkünfte aus der Milchproduktion für die Bauern der Molkerei Berchtesgadener Land konstant bleiben, sind andere wichtige Einkommensquellen der komplett weggebrochen oder stark unter Preisdruck.

Viele der kleinen Bauerhöfe, die seit Generationen in Familienbesitz sind, werden heute als Nebenerwerbsbetrieb geführt. Für sie ist die Lage besonders kritisch, denn oftmals ist die Arbeit außerhalb der Landwirtschaft sogar die Haupteinkommensquelle. Bricht diese ein, z.B. wegen Kurzarbeit, ist der Hof gefährdet.

Der Wald, neben Urlaub auf dem Bauernhof ebenfalls ein wichtiger Einkommenszweig vieler Landwirte in der Bergregion, hat mit dem Borkenkäfer seine eigene Pandemie. Dementsprechend liegen die Holzpreise am Boden, zudem leidet der Wald unter der anhaltenden Trockenheit. Das Angebot am Holzmarkt steigt und die Preise befinden sich im Sinkflug.

Bauernhöfe retten – Kulturlandschaft erhalten

Die Einkommenssituation der heimischen Landwirte ist durch das Zusammenkommen all dieser genannten Faktoren kritisch und bedroht die Existenz der Milchbauern. Mit der Soforthilfe unterstützt die Molkerei ihre Landwirte bei den derzeitigen Kosten für jetzt im Frühjahr anstehende Feld-, Wald- und Weide-Arbeiten. Dabei war es den Verantwortlichen in der Molkerei besonders wichtig, die Unterstützung nicht entsprechend der individuellen Anlieferungsmenge an Milch zu zahlen, sondern alle Landwirte mit dem gleichen Betrag zu unterstützen. So profitieren die kleinen Betriebe stärker als die großen Höfe. Denn gerade die kleinen Bergbauernhöfe leisten mit der Bewirtschaftung von steilen Flächen in aufwändiger Handarbeit einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt und des Landschaftsbildes unserer Heimat.

Ein wichtiges Ziel der Molkerei Berchtesgadener Land ist seit Jahren den Strukturwandel in der Landwirtschaft zu verlangsamen. Denn eins darf nicht vergessen werden, so Pointner: „Jeder Landwirt, der jetzt aufhört, ist unwiederbringlich verloren. Damit würde sich unsere Natur- und Kulturlandschaft in der Alpenregion dramatisch ändern, die Biodiversität würde sinken, die Berghänge verbuschen und die Region ihren Liebreiz verlieren. Was nicht zuletzt auch Auswirkungen auf den zukünftigen Tourismus in der Region hätte! Es gibt auch eine Zeit nach Corona und für die müssen wir jetzt die Weichen stellen.“

Das Bayerische Fernsehen berichtet über die Hilfsaktion

Über die Soforthilfe der Bergbauernmilch berichtet das Bayerische Fernsehen am 22. April in der Abendschau. Dazu war ein Team des BR in Piding. Redakteurin Beatrix Ziegler interviewt dazu Bernhard Pointner, den Geschäftsführer der Molkerei, bevor sie weiterfährt zum Fuchsbauernhof. Hier trifft sie Josef Willberger. Er wird den Bauernhof am Högl übernehmen und zeigt dem Fernsehteam den Bio-Milchviehbetrieb, speziell das Melken der Kühe.

Ein Team des BR dreht am Fuchsbauernhof

Ihr könnt den Beitrag aus Piding am 22. April zwischen 18:00 und 18:30 Uhr in der Abendschau im Bayerischen Fernsehen sehen.

Als Bergbauernbua freut mich das Vorgehen unserer Molkerei ganz besonders. Dankeschön!

Mein Name ist Sepp Wurm und ich bin seit Sommer 2010 bei der Berchtesgadener Land Tourismus. Als Social Media Enthusiast kümmere ich mich neben diversen anderen Kanälen auch um das BerchtesgadenerLandBlog. Schwerpunkt meiner Blogbeiträge sind Berichte über meine Wanderungen und Bergtouren im Sommer, sowie über Skitouren im Winter. Meine Leidenschaft für die Berge bringe ich gerne in unseren Blog mit ein. Als waschechter Ramsauer „Bergbauernbua“ liegen mir zudem unsere Heimat und ihre Traditionen und Bräuche natürlich besonders am Herzen. Ich hoffe, diese Liebe zu unserem schönen Berchtesgadener Land spiegelt sich auch in meinen Blogbeiträgen wider.

One Comment

  • Sven George

    Der Artikel bewegt mich. Die Alpen – deren Kulturlandschaft soll so bleiben wie sie ist. Es ist Schade, wenn Landwirte aussteigen oder aufhören. Ich meine, dass die Landwirtschaft stärker gefördert werden sollte.

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