Kultur

Die Störche vom Wieninger

42 Meter hoch ist der alte Schornstein der Brauerei Wieininger und damit das weithin sichtbare Wahrzeichen des Marktes Teisendorf im Rupertiwinkel. In Betrieb ist der Schornstein schon seit etlichen Jahren nicht mehr, doch jetzt hat der Turm eine neue Bestimmung: Ein Weißstorchenpaar hat sich vor ein paar Tagen in luftiger Höhe eingerichtet.

Der Nistplatz der Weißstörche wird als Horst bezeichnet. Ein fertiges Nest aus Ästen erreicht bis zu 2 Meter im Durchmesser, kann bis zu 4 Meter hoch und 2 Tonnen schwer werden. Die Brutzeit erstreckt sich von Anfang April bis Anfang August. Dabei wählt das früher ankommende Männchen den Standort so, dass sich in rund drei bis fünf Kilometer Umkreis ausreichend große Nahrungsgründe finden. Die Verknappung solcher Gebiete auch im ländlichen Raum Süddeutschlands führt dazu, dass man kaum noch die früheren großen Storchenkolonien mit mehr als 50 Nestern in einem Dorf findet.

Unter den gespannten Blicken der Teisendorfer Bevölkerung beginnen die beiden Störche mit dem Nestbau. Am vergangenen Montag bekommen die beiden Vögel sogar Besuch von einem weiteren Weißstorch-Paar, das über Ihnen kreist und mit lautem Geklapper begrüßt wird. Oder dienen die Laute der Verteidigung des neuen Horsts?

Weißstörche werden bis zu einem Meter lang und haben eine Flügelspannweite von etwa 2 Metern. Bis auf die schwarzen Schwungfedern ist das Federkleid rein weiß. Schnabel und Beine sind rötlich. Weißstörche haben ein Gewicht von etwa 2,5 bis 4,5 kg.

Die Stimme des Weißstorchs ist nur schwach ausgeprägt. Er verständigt sich hauptsächlich durch Klappern mit dem Schnabel, deshalb wird er auch Klapperstorch genannt. Geklappert wird zur Begrüßung des Partners am Nest und zur Verteidigung gegen Nestkonkurrenten. Auch sein Balzritual geht mit ausgiebigem gemeinsamem Schnabelklappern einher.

Zum Überleben braucht der Weißstorch Teiche, Weiher, feuchte Wiesen und extensiv bewirtschaftete landwirtschaftliche Flächen. Das alles findet Meister Adebar im Rupertiwinkel. Vor allem gibt es genug Nahrung: Eidechsen, Mäuse, Frösche, Regenwürmer und Insekten. Oft suchen Störche auch hinter einem Traktor nach Leckerbissen.

42 Meter ist der Schornstein hoch

Schon im vergangenen Jahr wurden im Spätsommer auf dem Schornstein der Brauerei zwei Störche gesichtet. Die beiden Vögel haben sich dort allerdings nur kurz niedergelassen auf ihrem Weg in den Süden. Dabei haben sie scheinbar den richtigen Ort für das Nest des nächsten Jahres ausgekundschaftet.

Schön, wenn sich die gefährdeten Vögel bei uns niederlassen, Euer Sepp

Mein Name ist Sepp Wurm und ich bin seit Sommer 2010 bei der Berchtesgadener Land Tourismus. Als Social Media Enthusiast kümmere ich mich neben diversen anderen Kanälen auch um das BerchtesgadenerLandBlog. Schwerpunkt meiner Blogbeiträge sind Berichte über meine Wanderungen und Bergtouren im Sommer, sowie über Skitouren im Winter. Meine Leidenschaft für die Berge bringe ich gerne in unseren Blog mit ein. Als waschechter Ramsauer „Bergbauernbua“ liegen mir zudem unsere Heimat und ihre Traditionen und Bräuche natürlich besonders am Herzen. Ich hoffe, diese Liebe zu unserem schönen Berchtesgadener Land spiegelt sich auch in meinen Blogbeiträgen wider.

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