Ausflugstipps

Laab'ln

Normalerweise „Laab‘ ln“ die Bauern im Herbst. Der hier holte es jetzt im Frühling nach oder ihnen ist das Laub ausgegangen. „Laab‘ ln“ (ich schreibe es einfach mal so) heißt „Laub zusammenrechen“. Das Laub wird in große Tücher gerecht, links vom Traktor sehen wir die Bäuerin, die das Laubtuch schon zu einem großen Sack zusammengebunden hat. (Auf das Foto klicken, dann sieht man es größer) So kann das Laub transportiert werden, früher auf dem Rücken, heute auf dem Traktor, wenn der Hang nicht zu steil dafür ist.  Das Laub wird zum Einstreuen in den Stall benutzt. In dem Buch „Geschichte in Bewegung. 900 Jahre Berchtesgaden“, herausgegeben von Dr. Iris Melcher, habe ich in einem Aufsatz den historischen Zusammenhang erklärt.  Hier die entsprechende Passage als Erläuterung:

„Eine Besonderheit in Berchtesgaden sind die Tratten. Diese waren Weiden, die in landesherrlichem Besitz waren, und die zwischen den Höfen und Weilern eine öffentliche Wegverbindung gewährleisteten. Sie dienten vor und nach dem Almabtrieb als Viehweide. Die Bauern hatten das Recht, in den Tratten zu schwenden, d.h. den Jungwuchs an Bäumen zu beseitigen. Da die Bauern auch an der Laubstreunutzung interessiert waren, ließen sie in aller Regel Laubbäume auf den Tratten im lockeren Verband stehen. Die Laubbäume begleiten auch noch heute genutzte Wege, wie z.B. oberhalb des Leyererhofes in der Ramsau. Meist ist es der Bergahorn, der in den Tratten gepflanzt wurde, erstens weil sein Laub sich schnell zu gutem Dünger zersetzt und zweitens, weil sein Holz als Werkstoff für die heimische Holzindustrie gebraucht wurde. Es waren die Menschen, die durch das Pflanzen der Bäume jenes für den Talkessel so typische Landschaftsbild schufen.

Auf den sogenannten Freien durften die Lehensbauern ihr Vieh weiden lassen und das Laub im Herbst zum Einstreuen zusammenrechen. Sie durften aber weder Fällungen noch Aufforstungen durchführen. „

Servus und bis bald!
Christoph

Wenn Christoph Merker nicht gerade Bücher in der Bücherstube in Berchtesgaden verkauft oder für die regionalen Zeitungen als Reporter unterwegs ist, sitzt er vor seiner Staffelei und malt. Oder er werkelt in seinem kleinen Garten und manchmal kann man ihm auf seiner Lieblingslaufstrecke, dem Königsseer Fußweg, etwas außer Atem antreffen.

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