Berge

Vom Taubensee hinauf zur Mordau

Auf der Mordau-Alm war ich schön öfter, vom Taubensee herauf oder von Loipl aus. Diesmal bin ich mit meinem Besuch aus Düsseldorf einen schönen Rundweg gegangen, leichte Strecke, mit Pausen ca. 3 Stunden, eigentlich für jeden gehbar.

Geparkt haben wir an der Alpenstraße über dem Taubensee. Leichter Aufstieg auf einem Forstweg zur Mordau-Alm, die derzeit noch nicht bewirtschaftet ist. Die Kühe kommen wahrscheinlich erst im Mai. Schnee liegt derzeit keiner mehr oben. Auf der Mordau gehen wir hoch zum schön geschmückten Gipfelkreuz und folgen von dort dem links nach unten abzweigenden Trampelpfad, der über Almwiesen und lichten Wald hinüberführt Richtung Hochschwarzeck. Man kommt am Schmuckenlift heraus und hält sich dann rechts, parallel zur Straße und wählt einen Fußweg, der hinunter zum Soleleitungsweg führt. Auf der Terrasse des Zipfhäusls kann man einkehren, auch andere Gaststätten liegen fast am Weg. Der Blick auf Hochkalter und Watzmann ist frei, weiter hinten leuchtet weiß der Hundstod aus dem Steinernen Meer.

Dann geht es auf dem Soleleitungsweg zurück zum Ausgangspunkt. Vor uns die Reiteralm mit ihrem charakteristische Mittelgipfel, dem Wagendrischlhorn, das wie ein Buckel aus der Hochfläche ragt. Man geht auf dem Soleleitungsweg immer wie auf einem Hochbalkon, der wie um einen großen alten Bauernhof um die Berge herumführt. Die Schusternagerl (Frühlingsenziane) leuchten unwirklich blau, die ersten Lichtnelken blühen auf der Wiese. Da ist es auch nicht schlimm, dass einige graue Wolken am Himmel stehen und der Watzmann sich jetzt in Nebel hüllt. Trockenen Fußes erreichen wir den Ausgangspunkt  unseres Rundwegs. Und eigentlich könnten wir gleich nochmal aufsteigen, so schön war’s.

Lisa Graf-Riemann ist in Passau geboren und lebt seit vielen Jahren in Marktschellenberg im Berchtesgadener Land. Sie schreibt Reisebücher, Lehrwerke und bisher 6 Kriminalromane: "Eine schöne Leich" (2010), "Donaugrab" (2011), "Eisprinzessin" (2013) und "Madame Merckx trinkt keinen Wein" (2015). Die Romane "Hirschgulasch" (2012) und "Rehragout" (2014), die auch im Berchtesgadener Land spielen, schrieb sie zusammen mit Ottmar Neuburger. Mit ihm verfasste sie auch die "111 Orte im Berchtesgadener Land, die man gesehen haben muss" (aktualisierte Neuauflage 2015). Alle Bücher sind im Emons Verlag in Köln erschienen. Wenn sie nicht am Schreibtisch sitzt , findet man sie im Sommer wie im Winter in den heimischen Bergen, auf einem Klettersteig oder beim Schwimmen am Thumsee.

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