Berge

Eine Hommage an den König: Die Watzmannumrundung

Er ist das Wahrzeichen des Berchtesgadener Landes: Der Watzmann.

..und die Sommersaison hat bereits begonnen: Der Weg hinauf zum Hocheck ist bereits (fast) schneefrei; einige Einheimische haben außerdem schon die Überschreitung des Massives bestritten. Doch gibt es ebenfalls beim Watzmann die Möglichkeit, solchen zu umrunden. Im Folgenden möchte ich diese Option näher darstellen um euch eine potentielle (trailrunning-) Route aufzuzeigen.

Sebastian und ich starten am Morgen an der Wimbachbrücke in Ramsau unser Vorhaben. In Richtung Klamm geht es hinauf bis wir die flach ansteigende Strecke des Gries vor uns haben. Nun folgen etwa acht Kilometer Forstweg, die recht einfach im moderaten Tempo gelaufen werden können. Die Steigung ist in solchem Bereich kaum nennenswert und ermöglicht ein optionales Aufwärmen unsererseits. Am Wimbachschloss und einigen bewaldeten Passagen entlang laufend – erstreckt sich bereits ein imposanter Anblick zu unserer linken Seite: Der Watzmann selbst stellt sich zur Schau und gewährt uns die ersten Blicke des Tages auf ihn. Von der Sonne erhellt steht er da – mit der Hälfte seiner Masse – die wir heute umrunden möchten. Anders als bei der Zugspitze steht der Watzmann mitsamt seines kompletten Massivs in Deutschland.

Die Wimbachgrieshütte nach etwas über einer Stunde erreicht, begegnen wir nun vermehrt WanderInnen, die sich ebenfalls auf den Weg ihrer Touren begeben. Immer in Richtung ,,Trischübel“ folgend laufen wir gemächlich vor uns hin oder gehen schnell. Heute wollen die Kräfte klug eingesetzt werden. Mit einer Länge von 34 Kilometern und 2.300 Höhenmetern ist die Watzmannumrundung (inklusive Hirschwieskopf) eine der längeren sowie anspruchsvolleren trailrunning-Touren im BGL.

Das Wimbachgries

Auf einer Höhe von 1774 Metern am Trischübel angekommen halten wir uns links und folgen einem, zunächst begrasten Pfad bergaufwärts. Mit Zunahme der Höhenmeter verändert sich auch der Weg; vermehrt legen sich uns Steine und einzelne Wurzeln in den Weg. Solche passiert, erreichen wir das Plateu der Hirschwiese. Vor unseren Augen: Die Watzmann Südspitze mit Gipfelkreuz des Hirschwieskopfes im Vordergrund.

Den ersten Zwischenstopp fast erreicht: Unterhalb der Hirschwiese
Watzmannsüdspitze mit Hirschwieskopf
Das Wimbachgries von der Hirschwiese ausgehend
Blick ins Steinerne Meer

Nachdem der Ausblick auf die kolossale Bergwelt und den Königssee erfolgt ist, machen wir uns auf den Weg bergabwärts Richtung St. Bartholomä. Hier treffen wir auf einige, noch hinterbliebene Schneefelder – die jedoch ohne jede weitere Bedenken passiert werden können. Auf der Sigeretplatte angekommen sind rechts vor unseren Augen die prägnanten Serpentinen der sogenannten Saugasse erkennbar, welche unmittelbar ins Steinerne Meer führt.

Dem Pfad kreisend bergab folgend geht es schlussendlich recht schnell und wir erreichen eine bewaldete Fläche, den Schrainbach, oberhalb des Königssee und St. Bartholomä gelegen. Von nun an trennen uns nur noch wenige Meter bis zum königlichen Gewässer. Bis wir aber solches erreichen, laufen wir am gleichnamigen Wasserfall vorbei. Dieser kann – ausgehend von der Halbinsel Hirschau, während einer leichten Wanderung erreicht werden und bietet ein tolles Naturerlebnis!

In St. Bartholomä angekommen erfolgt ein Wandel der Atmosphäre: Waren wir bis dato überwiegend allein unterwegs, werden wir nun mit der Anwesenheit zahlreicher TouristInnen konfrontiert. Kein Wunder: Die Halbinsel Hirschau mit der Walfahrtskapelle St. Bartholomä ist eines der beliebtesten Ausflugsziele Bayerns und wird jährlich von tausenden Menschen aus den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands, Europas – ja, der ganzen Welt besucht.

Den Tumult hinter uns lassend, laufen Sebastian und ich geradewegs auf den Rinnkendlsteig zu: Die letzten Höhenmeter hinauf zur Kührointhütte wollen überwunden werden. Von nun an heißt es Zähne zusammen beißen und die letzten Kräfte mobilisieren; die Konzentration sollte in solchem Steig nicht nachlassen, da der Steig vertikale Abschüssigkeit impliziert.

Rinnkendlsteig

Nach etwa 60 Minuten haben wir den Rinnkendlsteig passiert und laufen zur Kührointhütte am Watzmann, wo wir pausieren und einen schönen Ausblick auf die Watzmannfrau erhaschen können.

Abschließend erfolgt der aller letzte downhill, vorbei an der Schapbachalm, in Richtung Wimbachbrücke. And that’s it: Die Watzmannumrundung ist vollbracht.

Ich wünsche Euch viel Spaß bei solcher Tour!

Howdy und Hallo! Mein Name ist Sarah und mich verschlug es vom Rothaargebirge ins Berchtesgadener Land. Da mir die heimatlichen Hügel des Nordrhein-Westfälischen Landes zu niedrig waren, zog ich 2015 von Bad Berleburg nach Bischofswiesen und erkunde seither laufend die umliegenden Berge.

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