Mit dem Rad am Saalachsee
Berge

Auf und Ab: Rund ums Lattengebirge

Das Lattengebirge ist der nördliche Abschluss der Berchtesgadener Alpen, es steht oft im Schatten der großen Berchtesgadener Gebirgsstöcke. Dabei ist das Lattengebirge sehr reizvoll. Besonders interessant ist die Mountainbike Tour Rund um das Lattengebirge, die alle umgebenden Ortschaften erschließt. Wir sind am Sonntag bei bestem Herbstwetter die Tour in einer alpinen Variante gefahren: Statt über das Wachterl sind wir vom Saalachsee über die Anthauptenalm in die Ramsau gefahren.

Von Berchtesgaden nach Bad Reichenhall

Wir radeln auf dem Berchtesgadener Radstern Nord nach Bischofswiesen. Hier nehmen wir den für Radfahrer freigegebenen Fußweg oberhalb des Ortes. Das Lattengebirge liegt vor uns, markant erheben sich die Rotofentürme und formen Nase, Kinn und Busen der Schlafenden Hexe.

Blick von Bischofswiesen zur Schlafenden Hexe
Blick von Bischofswiesen zur Schlafenden Hexe

Auf Höhe der Herz Jesu Kirche wechseln wir zum Radweg an der Hauptstraße.

Herz Jesu Kirche Bischofswiesen
Die Herz Jesu Kirche Bischofswiesen

Rechts neben der vielbefahrenen Straße führt der Radweg nach Norden bis kurz hinter den Panorama Park. Hier überqueren wir die Straße und gleich anschließend die Bahngleise und gelangen so wieder auf den Radweg. Wir radeln jetzt direkt auf den großen und kleinen Rotofenturm zu, das Kinn und die Nase der Schlafenden Hexe. Der Große Rotofenturm ist auch als „Montgelas-Nase“ bekannt, eine Anspielung auf die Größe und die Form der Nase von Maximilian von Montgelas.

Die Montgelas-Nase | Lattengebirge
Montgelas-Nase

Der Radweg führt jetzt unter der Straße hindurch und am Hallthurmer Moos vorbei zum Pass Hallthurm. Der niedrigste Zugang zum südlichen Berchtesgadener Land und nicht nur für Autofahrer wichtig, sondern auch für Radfahrer. Zahlreiche Radwege führen hier vorbei, unter anderem der Klassiker Rund um den Untersberg oder die Schlussetappe des Bodensee Königssee Radwegs. Dementsprechend gut ausgebaut ist der Radweg durch den Wald hinunter nach Bayerisch Gmain.

Radweg Hallthurm
Der Radweg hinterm Hallthurm

Auf Höhe der Hohenfried Landwirtschaft kommen wir aus dem Wald heraus.

Stallungen Hohenfried Bayerisch Gmain
Hohenfried

Jetzt führt der Radweg neben der Straße weiter nach Bayerisch Gmain.

Der Radweg nach Bayerisch Gmain
Der Radweg nach Bayerisch Gmain

Auf dem Weg nach Bad Reichenhall fahren wir ein kurzes Stück auf der Straße, bevor wir nach rechts abbiegen und unterhalb des Pulverturms die obere Stadt erreichen.

Mit dem Rad in Bad Reichenhall
Unterhalb des Pulverturms

Der malerische Florianiplatz mit seinen historischen Gebäuden ist eines der Highlights unserer Runde.

Florianiplatz: Altstadt Bad Reichenhall
Florianiplatz

Wir folgen der Beschilderung des Mozart Radwegs zur Luitpoldbrücke.

Luitpoldbrücke Bad Reichenhall
Die Luitpoldbrücke

Am Saalachsee entlang

An der Luitpoldbrücke biegen wir nach links ab auf den Saalachtal Radweg. Dieser Radweg führt erst am Ufer der Saalach entlang bis zur Kiblinger Sperre, der Staumauer des Saalachkraftwerks.

An der Saalach entlang zur Kiblinger Talsperres
An der Saalach entlang zur Kiblinger Talsperre

Hier überspannen die Seile der Predigtstuhlbahn den Fluss. Gerade als wir die Seile passieren, schwebt eine der roten Gondeln in der Bergfahrt über uns hinweg.

Gondel der Predigtstuhlbahn über der Saalach
Gondel der Predigtstuhlbahn über der Saalach

Wir radeln immer am Ufer des Saalachsees entlang nach Südwesten. An manchen Stellen wirkt der künstlich geschaffene See direkt malerisch.

Saalachsee Bad Reichenhall
Der Saalachsee

Der Radweg führt jetzt zwischen Atlwassersee und Bundesstraße entlang bis nach Baumgarten, einem kleinen Weiler. Hier beginnt die Fortstraße entlang des Röthelbachs.

Die Röthelbachforststraße

Die Röthelbachforststraße ist unerbittlich. Von Baumgarten geht es sofort steil los, bis zur Röthelbachklause ist kein einziges flaches Wegstück dabei. Trotz der Motorunterstützung eine anstrengende Angelegenheit, wir müssen ja wegen Distanz und Höhenmeter unserer Tour sparsam mit dem Akku umgehen und können nicht mit voller Motorunterstützung fahren. Knapp 500 Höhenmeter überwinden wir bis zur Röthelbachklause auf der steilen Straße, die stellenweise spektakulär zwischen Felswand und Abgrund entlangführt.

Röthelbachforststraße
Die Röthelbachforststraße

Achtung: Die Röthelbachstraße ist ohne Motorunterstützung nur für konditionell sehr starke Mountainbiker geeignet! Auch in der Abfahrt ist höchste Vorsicht geboten! Die einfache Variante führt über Oberjettenberg am Schwarzbach entlang zum Wachterl.

Die Röthelbachklause ist eine der frühsten urkundlich erwähnten Klausen, die erste Erwähnung datiert auf das Jahr 1392. Hier wurde das geschlagenen Holz gesammelt und ins Tal getriftet. Seit dem Mittelalter versorgten die Wälder im Lattengebirge die Reichenhaller Saline, um deren immensen Brennholzbedarf zu decken. Im Zuge der Erneuerung der bayerischen Salinen wurde auch die Röthelbachklause gegen Ende des 18. Jahrhunderts unter Kurfürst Karl Theodor neu errichtet. In den 1990er Jahren wurde die teilweise verfallene Klause saniert und ist seitdem für die Öffentlichkeit zugänglich.

Röthelbachklause
Die Röthelbachklause

Kurz hinter der Röthelbachklause gabelt sich der Weg: Nach links geht es in Richtung untere Schlegelalm und Predigtstuhl, nach rechts hinauf zu den Lattengebirgsalmen.

Wegweiser Röthelbach Lattengebirgs-Almen
Weggabelung

Nach zwei ausladenden Kehren gabelt sich der Weg erneut. Geradeaus führt der Weg über die Dalsen- zur Moosenalm, rechts geht`s hinauf zur Anthaupten. Ich nehme den rechten Weg. Die Steigung ist jetzt angenehm, da die steile Straße bis hierher aber schon ihren Tribut gefordert hat, muss ich den Akkustand meines Ebikes beachten. Mit nur mäßiger Unterstützung des Motors ist auch die relativ sanfte Steigung hier oben kein Zuckerschlecken. Und vor allem: Der Weg zieht sich! Nach knapp 4 Kilometern und 300 Höhenmetern sind wir dann auf der Hochebene der Anthaupten angekommen.

Die Anthaupten-Alm im Lattengebirge
Die Anthaupten-Alm

Anthauptenalm und Abfahrt zum Wachterl

Die Kaser auf der Anthaupten sind nicht mehr bewirtschaftet, die Almbauern sind bereits auf die Schwarzbachalm weitergezogen. Wir haben natürlich eine Brotzeit dabei. Die wollen wir aber nicht auf der Alm verspeisen, sondern auf dem Vogelspitz. Dazu radeln wir bis zur hinteren Almhütte und deponieren unsere Radl.

Wastlbauer-Kaser auf der Anthaupten-Alm
Kaser auf der Anthaupten-Alm

Hinter dem Wastlbauer-Kaser führt der Weg zum Vogelspitz durch den Wald hinauf. In etwa 10 Minuten erreichen wir den Gipfel, machen Brotzeit und genießen den Blick ins Salaachtal.

Gipfelkreuz Vogelspitz Lattengebirge
Gipfelkreuz Vogelspitz

Lange halten wir uns hier oben aber nicht auf, sondern machen uns schon bald wieder auf den Weg zu unseren Rädern. Jetzt folgt der schönste Teil des Radfahrens: Die Abfahrt! Der Weg von Anthaupten hinunter nach Ramsau ist ein wahrer Genuss. Der Weg ist nicht allzu breit, aber sehr übersichtlich, stellenweise führen hölzerne Stege an der Wand entlang.

Mountainbike Abfahrt von der Anthaupten-Alm
Abfahrt von der Anthaupten

Während wir im oberen Drittel der Abfahrt noch schöne Ausblicke auf Reiter Alm und Hochkalter genießen, wird im unteren Bereich der Wald dichter.

Abfahrt durch den Wald
Abfahrt durch den Wald

Viel zu schnell erreichen wir das Wachterl.

Wirtshaus Wachterl Ramsau
Wirtshaus Wachterl

Das Wirtshaus Wachterl ist immer einen Besuch wert, doch heute haben wir etwas Anderes vor: Wir besuchen meine Eltern auf der Schwarzbachalm, die wir am Samstag beim Almumtrieb von der Bindalm hierher begleitet haben.

Kaser auf der Schwarzbachalm
Auf der Schwarzbachalm

Die Rückfahrt über das Bergsteigerdorf Ramsau nach Berchtesgaden komplettiert diese schöne Variante der Tour Rund um das Lattengebirge!

Euer Sepp

Mein Name ist Sepp Wurm und ich bin seit Sommer 2010 bei der Berchtesgadener Land Tourismus. Als Social Media Enthusiast kümmere ich mich neben diversen anderen Kanälen auch um das BerchtesgadenerLandBlog. Schwerpunkt meiner Blogbeiträge sind Berichte über meine Wanderungen und Bergtouren im Sommer, sowie über Skitouren im Winter. Meine Leidenschaft für die Berge bringe ich gerne in unseren Blog mit ein. Als waschechter Ramsauer „Bergbauernbua“ liegen mir zudem unsere Heimat und ihre Traditionen und Bräuche natürlich besonders am Herzen. Ich hoffe, diese Liebe zu unserem schönen Berchtesgadener Land spiegelt sich auch in meinen Blogbeiträgen wider.

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