Sepp und Lieserl Wurm verbringen dieses Jahr ihren zehnten Sommer auf der Bindalm.
Kultur,  Menschen

Sepp und Lieserls zehnter Almsommer

2012 verbrachten meine Eltern Sepp und Lieserl ihren ersten Sommer als Sennleute auf der Bindalm. Seitdem haben sich die Beiden eine treue Anhängerschaft aufgebaut: Einheimische wie Gäste kommen zu Fuß, mit dem Rad oder dem AlmErlebnisbus und kehren auf der Bindalm ein.

Es ist also ein Jubiläum, als wir am Samstag um 6 Uhr in der Früh am Möslerlehen aufbrechen. Zusammen mit 8 Milchkühen und 4 Jungtieren beginnt für Sepp und Lieserl ihr 10. Almsommer. Das Wetter ist durchwachsen, aber zumindest trocken. Zügig erreichen wir über Alpenstraße und Bindenkreuz den Hintersee.

Vorbei am Auzinger erreichen wir den Nationalpark und folgen der Hirschbichlstraße. Nach zweieinhalb Stunden erreichen wir um halb Neun die Bindalm. Den Weg habe ich euch ja schon öfter beschrieben – wahrscheinlich kennt ihr ihn ja auch selbst – eine detaillierte Beschreibung spare ich mir an dieser Stelle.

Die älteste Kuh „Almrausch“ war übrigens bei jedem von Sepp und Lieserls Almsommern dabei. 2012 als wenige Monate junges Kalb, dieses Jahr als Seniorin der Pinzgauer-Herde. Sie kennt den Weg zur Bindalm auswendig und würde wohl auch ganz alleine gehen. Man merkt Ihr an, dass sie sich auf den Almsommer freut. Trotz ihres fortgeschrittenen Alters ist Almrausch bei den schnellsten Tieren dabei und kommt als einer der ersten auf der Alm an.

Während die bereits aufgetriebenen Tiere ihr Sommerquartier im Stall beziehen, machen sich mein Vater, mein Schwager und ich uns wieder auf den Weg nach Hause, um den Rest der Herde zu holen. 3 Kälber und eine einjährige Kalbin warten noch im Stall. Für die Kälber ist der 12 Kilometer lange Weg vom Hof zur Alm zu weit und die Kalbin hat sich vor ein paar Tagen auf der Heimweide eine leichte Blessur zugezogen. Wir fahren Sie deshalb mit dem Traktor und Viehanhänger auf die Bindalm.

Jetzt ist die Herde komplett. Der Almsommer auf der Bindalm kann beginnen. Lieserl wird damit beginnen, die Milch zu Käse und Butter zu verarbeiten. In den nächsten Tagen wird es dann schon den eingelegten Käse geben. Der Schüsselkas wird etwa eine Woche brauchen, bis er reif ist – bei den niedrigen Temperaturen eher etwas länger. Und in etwa drei Wochen wird auch der erste Schnittkäse reif sein. Bitte bedenkt, dass beim Almbesuch dieselben Hygieneregeln gelten wie im Tal. Also nehmt eine Maske mit, und einen Impf- oder Testnachweis. (Ein Haushalt braucht keinen Test)

Liebe Mama, lieber Papa: Ich wünsche Euch einen unfallfreien Jubiläums-Almsommer, Euer Sepp

Mein Name ist Sepp Wurm und ich arbeite seit Sommer 2010 im Tourismus Marketing. Als Social Media Enthusiast kümmere ich mich neben diversen anderen Kanälen auch um den Bergerlebnis Berchtesgaden Blog. Schwerpunkt meiner Blogbeiträge sind Berichte über meine Wanderungen und Bergtouren im Sommer, sowie über Skitouren im Winter. Meine Leidenschaft für die Berge bringe ich gerne in unseren Blog mit ein. Als waschechter Ramsauer „Bergbauernbua“ liegen mir zudem unsere Heimat und ihre Traditionen und Bräuche natürlich besonders am Herzen. Ich hoffe, diese Liebe zu unserem schönen Berchtesgaden spiegelt sich auch in meinen Blogbeiträgen wider.

2 Kommentare

  • Daniela Quellmalz

    Hallo Sepp,
    vielen Dank für deine neuen Artikel von deinen Eltern und der Bindalm. Wir freuen uns natürlich schon sehr und wünschen euch allen einen wunderschönen, vor allem aber gesunden und erfolgreichen Almsommer.
    Für uns beginnt jeder Urlaub bei euch im BGL auf der Bindalm, weil das für uns ein wunderschöner Ort ist. Deine Eltern tun ihr Übriges.
    Noch 6 1/2 Wochen und dann beginnt für uns die schönste Zeit.
    Wie du weißt, freuen wir uns auch ganz besonders auf den Schüsselkäse. 🙂
    Bis dahin wünschen wir euch allen ganz viel Glück, Kraft und Gesundheit.
    Liebe Grüße.
    Volker und Daniela

  • Annie Willequer

    Komme aus Salzburg, freut mich mir die schönen Berge und die Almhütten anzuschauen, sowie die schöne Natur!

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