Guads von do
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„Guads von do“ – Heimische Lebensmittel aus Überzeugung

Vier junge Frauen hat die Leidenschaft für regionale und handwerklich hergestellte Lebensmittel zusammengeführt. Ihr Verkaufsstand am Berchtesgadener Wochenmarkt entwickelte sich schnell zum Lieblingsstand vieler Einheimischer, denn die mit Herzblut hergestellten Produkte schmecken wirklich einmalig gut.

Im Herbst 2019 habe ich Euch von meinem Besuch bei Verena Meier erzählt, die eine eigene Regionalmarke entwickelt hatte. Inzwischen kennt man „Guads von do“ in Berchtesgaden bestens. Gemeinsam mit Theresa Streibl, Elisabeth Moderegger und Johanna Speigner steht Verena jeden ersten Freitag im Monat am Berchtesgadener Wochenmarkt, einen Tag später dann in Bischofswiesen, und verkauft Topfenwölkchen aus Milch direkt vom Hof, Wildwürste „selbst erlegt“ oder Chutneys aus Aprikosen vom eigenen Baum.

Verena verarbeitet nach wie vor die Milch der vier eigenen Kühe. Schüsselkäse, Camembert und Bauernbutter sind Verkaufsschlager.

Die gibt es übrigens nicht nur auf den genannten Märkten, sondern auch direkt bei ihr im Maurerlehen am Salzberg.

Auch Theresa Streibl hat einen eigenen Hofladen daheim in Nonn bei Bad Reichenhall. In der kleinen Nebenerwerbslandwirtschaft ihrer Familie dreht sich alles um Ochsen. Ihr Bruder Peter, gelernter Berufsjäger, liefert zusätzlich Feines vom Rotwild, Reh und Gämse. Während Theresa aus dem Fleisch der Ochsen selbst Gulasch und Bolognese kocht, wird das Wild vom Metzgermeister Sepp Sprenger aus Bischofswiesen zu feinen Würsten verarbeitet. Der Sepp hat laut Theresa „ein super Gespür für die richtige Würzmischung“. Theresa macht gerne „was mir so einfällt“. Mal sind es Bienenwachstücher, mal saisonale Chutneys.

Elisabeth Moderegger stammt aus einem kleinen Hof in Winkl. Hauptberuflich arbeitet sie als Bürokauffrau. Ihre Kundschaft liebt den Naturjoghurt aus der Milch der eigenen Kühe. Stichfest oder cremig, das darf jede selbst entscheiden. Wenn Elisabeth mit ihrem Hund Luggi, einem liebenswerten Australien Shepard-Mischling, unterwegs ist, hält die 24jährige Ausschau nach Kräutern, mit welchen sie ihre feinen Brotaufstrichen würzen könnte.

Als Fachlehrerin für Küchenpraxis und Hausgartenbau an der Landwirtschaftsschule Laufen sieht sich Johanna Speigner eher als Beobachterin bei „Guads von do“. Sie kennt sich aus mit Hygienevorschriften, Allergiekennzeichnungen und anderen Details, die man zwar nicht sieht und schmeckt, ohne die die Eigenvermarktung der Produkte allerdings nicht möglich wäre. Wenn’s brennt hilft sie auch mal bei den drei anderen mit. Und sie bindet wunderbare Kräuter- und Blumensträußchen, die den regional gedeckten Tisch zur Augenweide werden lassen.

Neben den eigenen Kreationen vermarkten die vier jungen Frauen nicht nur ihre eigenen Produkte erfolgreich. „Hier in Berchtesgaden gibt es viele wie uns, die vielleicht nur ein oder zwei individuelle Produkte herstellen, aber keine wirkliche Möglichkeit haben, diese zu verkaufen“, erklärt Verena Maier. Viel Zeit für die Vermarktung bleibt nicht: Die meisten Landwirte rund um Berchtesgaden betreiben ihren Hof im Nebenerwerb. Sie arbeiten im Salzbergwerk, in einem Handwerksbetrieb oder Büro. Dank „Guads von do“ finden deren Kräutersalze, Räuchermischungen, Fruchtaufstriche und handgestrickten Handschuhe nun zur Kundschaft.

Die regionalen Spezialitäten „Guads von do“ gibt es jeden ersten Freitag im Monat am Wochenmarkt am Weihnachtsschützenplatz in der Fußgängerzone Berchtesgaden und jeden ersten Samstag des Monats in Bischofswiesen. Außerdem sind einige der Produkte in der Metzgerei Hölzl in Schönau a. Königssee und im Lebensmittelladen Gütling im Bergsteigerdorf Ramsau zu finden. Ähnliche Produkte bietet „heimisch & fair“, ebenfalls ein Zusammenschluss von Selbsterzeugern aus der Region, jeden dritten Freitag im Monat am Berchtesgadener Wochenmarkt.

Teil 2 beim Jobsharing der Pressestelle. Ich verstehe mich als berchtesgadnerische Königsseerin – oder umgekehrt. Im Berchtesgadener Land entdecke ich immer wieder Neues oder genieße Altbekanntes. Egal ob in einer zünftigen Wirtschaft, oben am Berg, an einem eiskalten Gebirgsbacherl oder bei kulturellen Experimenten. Und alles, was ich kenne und schätze, das vermittle ich mit Enthusiasmus an Journalisten und andere, die es hören oder lesen wollen. Bis auf ein paar wenige echte Geheimtipps :)

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