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Verena Maier: Die Frau hinter „Guads vo do“

Verena Maier kommt aus Köstendorf im Salzburger Land – und ist ein absoluter Gewinn für Berchtesgaden! Hansi Hallinger sei Dank wohnt die gelernte Bäckerin und Konditorin seit zwei Jahren beim Maierl, also im Maurerlehen am Salzberg, und bereichert die Region mit ihren Hofprodukten.

Unter dem Namen „Guads von do“ bietet sie eingelegten Frischkäse, eigenen Camembert sowie Gulasch, Rindssuppe und Bolognese-Soße im Glas an. Tiere und Lebensmittel sind Verena seit ihrer Kindheit wichtig. Kochen und auch die Zutaten dafür soweit wie möglich selbst produzieren, diese Leidenschaft hat sie von Ihrer Oma geerbt. Noch heute tauschen sich die beiden regelmäßig aus.

Beim Maierl hat die 30jährige nicht nur einen aufmerksamen Partner gefunden, sondern auch das perfekte Zuhause für ihre Ideen. Schnell hatte Hansi ihr den Wunsch nach einer eigenen Kaskuchl erfüllt.

Inzwischen scharren auf der steilen Wiese unterhalb des Hofes glückliche Hühner und wenn das Austragshäusl für die zukünftigen Schwiegereltern fertig ist, wird ein großer Gemüsegarten angelegt.

Kuh Gitti freut sich immer über Verenas Streicheleinheiten. Und sie darf sicher sein, dass sie bei ihr in allerbesten Händen ist.

Verena mit Kuh Gitti

Kürzlich hat die Jungbäuerin ihre erste Kalbin zum Berchtesgadener Schlachthof begleitet. „Der Schlachthof, der aufgrund der energischen Landwirte in der Region weiterbestehen kann, ist ein Segen für uns und unsere Kühe.“ Nur 2,5 Kilometer sind es vom Stall, nur zwei Minuten vom Ausladen zum Exitus. Verena schaut ihren Schützlingen bis zuletzt in die Augen, die aufwändige Zerlegearbeit übernimmt sie mit Hilfe ihrer Cousine, die selbst Haubenköchin ist. Alles wird verwertet.

All das macht Verena parallel (das heißt ganz sicher nicht nebenbei!) zu ihrer Arbeit als Patisseriechefin im Salzburger „Carpe Diem“, einem Restaurant für alle, die ausgesuchte und anspruchsvolle Kulinarik schätzen. Verenas Produkte bekommt man regelmäßig in der Metzgerei Hölzl in Schönau a. Königssee und im kleinen Lebensmittelladen Gütling im Bergsteigerdorf Ramsau, direkt ab Hof oder am 4. + 6. Oktober am neuen Bauernstandl mitten in Berchtesgaden. Und da wären wir beim nächsten Projekt der unermüdlichen jungen Frau. Sie weiß um die vielen AnbieterInnen regionaler Schmankerl, die oft nur in sehr kleinen Mengen produzieren. Aber wie kommen diese Produkte am besten zu den durchaus kaufwilligen AbnehmerInnen? Die Fragen trieb nicht nur sie um, sondern auch vier andere jungen Frauen aus der Region und gemeinsam haben sie die Idee eines mobilen Bauernstandls geboren, in dem die gerade verfügbaren Produkte angeboten werden könnten. Die Produzenten liefern, Verena Meier, Eva Ilsanker, Elisabeth Moderegger, Johanna Renoth und Theresa Streibl übernehmen die Präsentation und den Verkauf.

Unterstützung kam von den“ Aktiven Unternehmen Berchtesgaden“, die (vorerst) kostenfrei eine Standfläche am Wochenmarkt Berchtesgaden anboten und kräftig die Werbetrommel rühren. Und so war es am 6. September endlich so weit: Das Bauernstandl bot zum ersten Mal eingelegten Frischkäse, Butter und Schnittkäse direkt von der Alm, selbstgebackene Kuchen, diverse Fleischgerichte aus dem Glas, frisches Gemüse, liebevoll gebundene Gartensträußchen sowie Mehl, Eier und Nudeln von regionalen Kleinbetrieben an.

Selbstverständlich war ich eine der ersten, die um halb acht Uhr morgens an der Theke standen. Das folgende Frühstück war ein wahrer Genuss!

Und der Zuspruch insgesamt enorm. Verena und ihre KollegInnen schauen zuversichtlich in die Zukunft. Ab dem nächsten Jahr werden sie jeden ersten Freitag im Monat am Weihnachtsschützenplatz im Markt Berchtesgaden zu finden sein.

Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Ganz sicher wird Verena abends auf ihrem Aussichtsbankerl beim Blick über den Hof und auf den Watzmann noch vieles einfallen, mit dem sie uns erfreuen kann.

Verena geneißt die Abendsone und den Blick zum Watzmann

Eure Ursula

Teil 2 beim Jobsharing der Pressestelle. Ich verstehe mich als berchtesgadnerische Königsseerin – oder umgekehrt. Im Berchtesgadener Land entdecke ich immer wieder Neues oder genieße Altbekanntes. Egal ob in einer zünftigen Wirtschaft, oben am Berg, an einem eiskalten Gebirgsbacherl oder bei kulturellen Experimenten. Und alles, was ich kenne und schätze, das vermittle ich mit Enthusiasmus an Journalisten und andere, die es hören oder lesen wollen. Bis auf ein paar wenige echte Geheimtipps :)

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