Montserrat Cort Montagut Salzbergwerk Berchtesgaden © SWS AG, Salzbergwerk Berchtesgaden
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Montserrat Cort Montagut

Eine Katalanin im Salzbergwerk Berchtesgaden

Seit November letzten Jahres ist eine Spanierin aus der Nähe von Barcelona die Chefin unter und über Tage: Montserrat Cort Montagut!

Dass eine Frau das Sagen hat, ist im Salzbergwerk Berchtesgaden nichts Neues. Das gab es 2015 schon einmal. Und doch ist die Personalie Montserrat Cort Montagut etwas Besonderes. Die Bergbau-Ingenieurin aus einem kleinen Dorf in Katalonien ist im Salzbergwerk Berchtesgaden nicht nur für den aktiven Bergbaubetrieb, sondern auch für das Besucherbergwerk verantwortlich. Das Berchtesgadener Bergwerk beschäftigt über 100 Mitarbeiter, vom Bergmann bis zur Marketingspezialistin, und ist einer der größten Arbeitgeber der Region.

Von einem kleinen Dorf in Katalonien….

Monserrat stammt aus Casserres, einem kleinen Ort in Katalonien, etwa 80 Kilometer nördlich von Barcelona. Im Alter von 23 Jahren nimmt sie ein Studium zur Bergbau- und Industrieingenieurin auf, sammelt Auslandserfahrungen in Südamerika, nämlich Peru. Im Rahmen des Erasmus-Programms verbringt Sie ein Semester in Deutschland, um die Diplomarbeit zu schreiben. Nach fünf Jahren schließt sie das Studium erfolgreich ab. Und zwar in Deutschland: Am Institut für Technologieentwicklung der Hochschule Zittau schreibt sie ihre Diplomarbeit über das Kalibrieren von Feuchtigkeitssensoren.

…nach Barcelona und in die ganze Welt….

Ihre ersten Sporen verdient sich die junge Ingenieurin bei Bauprojekten: Bei einem Tunnelbauprojekt in Barcelona ist sie für die geotechnische Überwachung sowie die Koordination von der erforderlichen Bohrungsarbeiten und Messtelleinstallation zuständig und bei einem Tunnelbau im Baskenland für die Sprengarbeiten und Bauleiterin. Nach diesen projektbedingt eher kurzen Anstellungen, folgt Montserrats erste Arbeit im Bergbau. Beim deutschen Branchenriesen K+S arbeitet sie im Bereich Grubenbetrieb, unter anderem als Steigerin im Kaliwerk Zielitz und Unterbreizbach. Parallel dazu absolviert sie den Masterstudiengang „Master of Science Bauingenieur Wasser und Umwelt“ an der Leibniz Universität Hannover.

Monserrat erhält das Angebot in einem Kali-Bergwerk in Katalonien zu arbeiten und zieht zurück in die Heimat. Zweieinhalb Jahre ist sie dort erstmal für die Bauüberwachung einer neuen Rampe und danach für die Gebirgsmechanik bei einem Neubau verantwortlich.

Nächste Station auf der Karriereleiter ist ein Beratungsunternehmen für Bergbau mit Sitz in Erfurt. Internationale Aufträge führen die junge Frau fast in die ganze Welt, wobei der Schwerpunkt ihrer Beratungstätigkeit im Osten liegt. Unter anderem berät Monserrat ein Unternehmen bei einem Projekt in Turkmenistan.

…und schließlich nach Berchtesgaden

2021 sucht dann das Salzbergwerk Berchtesgaden, inzwischen ein Teilbetrieb der Südwestdeutschen Salzwerke, einen neuen Standortleiter. Nach einem Auswahlprozess setzt sich die Katalanin gegen ihre Mitbewerber durch und tritt Anfang November 2021 ihren neuen Posten an.

Der Bergbaubetrieb im Berchtesgadener Salzberg ist für die Ingenieurin Routine, sie kümmert sich hauptsächlich, zusammen mit ihrem Team um Sicherheit und Produktion, um den Anforderungen des Bergamtes Südbayern zu entsprechen, beantragt erforderliche Genehmigungen und plant Investitionen für die Zukunft. Trotz ihrer Erfahrung im Bergbau sind auch die gewohnten Tätigkeiten eine Herausforderung. Denn: „Jeder Berg ist anders, verfügt über eine eigene Dynamik und Bedingungen“. Zudem macht der technologische Fortschritt auch vor der über 500-jährigen Tradition des Salzabbaus nicht Halt: Digitalisierung und Automatisierung werden auch unter Tage einige Prozesse verändern.

Und dazu kommt der Bereich Tourismus im Salzbergwerk Berchtesgaden, der für Monserrat Neuland ist. Sie strotzt vor Kreativität und wird in den nächsten Jahren viele neue Ideen mit dem bewährten Team des Salzbergwerks entwickeln und umsetzen.

Angekommen: Eine Katalanin in Berchtesgaden

Die Berchtesgadener Berge haben es Montserrat schon nach einem halben Jahr angetan: So oft es der prall gefüllte Terminkalender zulässt, erkundet sie die Region. Toter Mann, Grünstein und Steinerne Agnes hat sie schon erwandert. Seit kurzem entdeckt sie Berchtesgaden auf dem Rennrad. Und im Winter wird Monserrat das Skifahren lernen.

Etwa 100 Angestellte arbeiten im Salzbergwerk, 40 davon sind Bergleute. Die einheimischen Arbeiter haben sich ihrer neuen Chefin bisher von der besten Seite gezeigt. Monserrat schwärmt von den Angestellten, lobt ihre Freundlichkeit, Leistungsfähigkeit und Hilfsbereitschaft. Besonders bei der Suche nach einer passenden Wohnung haben die Einheimischen ihre Kontakte spielen lassen.

Montserrats Deutsch ist hervorragend, dialektbedingte Sprachbarrieren sind die Ausnahme und mit Humor schnell überwunden. Auch das hat sich in den letzten Monaten gezeigt: Die lockere Art der Berchtesgadener passt gut zur Mentalität der Katalanin.

Montserrat im Salzbergwerk Berchtesgaden

Dass Monserrat Teil einer Jahrhunderte alten Berchtesgadener Tradition ist, wird sich an Pfingsten deutlich zeigen. Dann feiern die Bergknappen ihr Bergfest mit dem traditionellen Umzug am Pfingstmontag. Um 10:30 Uhr wird sich der festliche Zug in Bewegung setzen. Angeführt von der neuen Standortleiterin marschieren die Bergleute vom Salzbergwerk zur Stiftskirche – alle gekleidet in der festlichen weiß-blauen Bergmannstracht. Nach dem Gottesdienst führt der Festzug ab 11:30 Uhr dann durch den Markt Berchtesgaden. Zuseher sind herzlich willkommen.

Alles Gute für deine Aufgabe und Glückauf!

Mein Name ist Sepp Wurm und ich arbeite seit Sommer 2010 im Tourismus Marketing. Als Social Media Enthusiast kümmere ich mich neben diversen anderen Kanälen auch um den Bergerlebnis Berchtesgaden Blog. Schwerpunkt meiner Blogbeiträge sind Berichte über meine Wanderungen und Bergtouren im Sommer, sowie über Skitouren im Winter. Meine Leidenschaft für die Berge bringe ich gerne in unseren Blog mit ein. Als waschechter Ramsauer „Bergbauernbua“ liegen mir zudem unsere Heimat und ihre Traditionen und Bräuche natürlich besonders am Herzen. Ich hoffe, diese Liebe zu unserem schönen Berchtesgaden spiegelt sich auch in meinen Blogbeiträgen wider.

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