Sonnenuntergang-Kehlsteinhaus

Bergerlebnis & Alpenstadt - Blog

Schlagwort: Mittereisalm

Die Zeit auf der Mittereisalm ist vorbei

 von Sepp
Pinzgauer Jungvieh auf der Mittereisalm

Pinzgauer Jungvieh auf der Mittereisalm

Ende Juli haben wir einen Teil unserer Jungtiere von der Bindalm auf die höhergelegene Mittereisalm getrieben. Genau zwei Monate haben die Tiere dort oben verbracht. Nun, da die Weide erschöpft ist und die Schneefallgrenze rasch sinken kann, haben wir die Jungtiere am Donnerstagabend zurück zur restlichen Herde geholt.

Es ist etwa 18 Uhr als sich 3 Generationen unserer Familie auf der Bindalm treffen. Meine Eltern, die Sennleute, sind gerade mit der Stallarbeit fertig, als ich mit meinem Schwager und zwei seiner Töchter ankomme. Gemeinsam gehen wir hinauf zur Mittereisalm. Nachdem es den ganzen Tag geregnet hat, ist es jetzt am Abend zumindest trocken. Nach einer halben Stunde erreichen wir die Mittereisalm. Von den Tieren ist nichts zu sehen! Auch auf die Rufe meines Vaters, dessen Stimme sie genau kennen, lassen sich die 6 Jungtiere nicht blicken. Wahrscheinlich haben Sie sich im hintersten Winkel der Almfläche verkrochen. Meine Schwager und ich machen uns auf die Suche. Die Mittereisalm wirkt klein, doch gibt es einige versteckte Winkel, die vom Kaser aus nicht zu sehen sind und wo die Kühe auch niemanden hören. In so einem Winkel finden wir die Tiere. Als sie uns hören, kommen sie schon gelaufen.

Im hintersten Winkel der MIttereisalm

Im hintersten Winkel der MIttereisalm

Nach einem Geländebuckel hören die Tiere dann auch die gewohnte Stimme ihres Senners und beginnen zu laufen. 5 Tiere nehmen den direkten Weg über eine felsdurchsetzte Flanke der Alm, nur eine nimmt den ausgetreten Vieh Pfad, der in einem großen Bogen zum Kammerlinghorn-Weg und auf diesem zum Kaser hinabführt.weiterlesen

Von der Bindalm auf die Mittereisalm

 von Sepp
Der Senner führt die Herde an

Der Senner führt die Herde an

Am Samstag waren wieder mal drei Generationen unserer Familie im Arbeitseinsatz auf der Bindalm. Wir haben unsere Jungtiere von der Bindalm auf die Mittereisalm getrieben. Also nicht die ganz kleinen Kälber, sondern die ein- bis dreijährigen Tiere. Insgesamt 6 Stück, 5 davon klassisch braune und eine seltene schwarze Pinzgauer! Drei von Ihnen waren letztes Jahr schon auf der als Hochweide genutzten Mittereisalm, die anderen drei sind zum ersten Mal für mehrere Wochen auf sich allein gestellt.

Es ist etwa acht Uhr am Morgen, als wir an der Bindalm aufbrechen. Meine Eltern haben bereits die Stallarbeit erledigt. Während die kleinen Kälber und die Milchkühe im Stall bleiben, lassen wir die Jungtiere hinaus. Mein Vater führt die Herde an, die anderen Treiber folgen am Ende. Wieder einmal ist die ganze Familie zusammengekommen, um auf der Alm zu helfen. Über den Forstweg folgen die Tiere meinem Vater bergauf. Die drei älteren kennen den Weg ja schon vom letzten Jahr, doch auch die jungen gehen brav hinterher. Schnell erreichen wir den Zaun, der die Bindalm begrenzt.

Trennung von Wald und Weide

Auf dem Weg von der Bindalm hinauf zur Mittereisalm erkennt man deutlich das Konzept der Trennung von Wald und Weide, das im Nationalpark Berchtesgaden umgesetzt wird. Durch Zäune werden Kultur- und Naturlandschaft abgetrennt. Die Almen sind komplett von Zäunen umgeben: Der so geschaffene abgetrennte Bereich wird landwirtschaftlich genutzt, der äußere Bereich der Natur selbst überlassen. So wird ein vorbildhafter Ausgleich der verschiedenen Interessen von Naturschutz und Landwirtschaft geschaffen.

Wir befinden uns jetzt im Wald oberhalb der Bindalm. Es ist kühl, nur vereinzelt schaffen es die Sonnenstrahlen durch den dichten Wald.

Im Wald zwischen Bind- und Mittereisalm

Im Wald zwischen Bind- und Mittereisalm

Kurz vor Erreichen der Mittereisalm wird der Weg merklich flacher, die Lichtung, die die Alm im Wald bildet, ist schon zu erahnen.

Kurz vor der Mittereisalm

Kurz vor der Mittereisalm

Schließlich erreichen wir den nächsten Zaun: Durch ein Gatter betreten wir die Mittereisalm und sind im Sommerquartier unserer Jungtiere angekommen.

Die Mittereisalm: Eine typische Hochalm

Die Mittereisalm ist eine typische Hochalm, schwer zu bewirtschaften wegen Abgelegenheit, Wassermangel und kargen Wuchses. Hinzu kommt auf der Mitterisalm das übermäßige Vorkommen des Weißen Germers.

Weißer Germer

Weißer Germer

Diese hochgiftige Pflanze säumt große Teile der Weide. Die Rinder fressen den Germer in der Regel nicht, doch die Folgen eines versehentlichen Verzehrs könnten fatal sein. Anekdote am Rande: Eine Vergiftung durch Weißen Gemer gilt als wahrscheinlichste Todesursache Alexander des Großen.

Unser Weg ist noch nicht ganz zu Ende. Vorbei am verfallenen Kaser folgen wir einem Pfad tiefer hinein in die Almfläche am Fuß des Kammerlinghorns.

Vorbei am verfallenen Kaser

Vorbei am verfallenen Kaser

Unser Ziel ist der zweite Kaser, der leicht erhöht am Beginn eine flachen Weidefläche steht.weiterlesen

Waldi

kammerlinghorn 001

Letzte Woche packte ich meinen Rucksack, um noch einmal mit Skiern auszurücken.Das Kammerlinghorn stand auf dem Plan.

Kammerlinghorn

Kammerlinghorn

Nach Radfahrt zur Bindalm schnallten wir unsere Skier auf den Rücken und dann gings zügig auf die Mittereisalm, von dort  über die herrlich mit Krokus übersäte Wiese den Sommerweg aufs Kammerlinghorn. Nach ca knapp einer Stunde Tragezeit kam der Schnee und wir konnten mit den Skiern weitergehen. Da der Sommerweg schon ziemlich ausgeapert ausschaute, gingen wir gleich Richtung Eisrinne und  stiegen da hinauf. Auf dem „Karlboden“, den wir nach gut 2 Stunden erreichten, wurde kurz etwas getrunken und dann mußten wieder die Skier geschultert werden, da der Fels bereits ausgeapert war. Den letzten langen Gipfelhang konnten wir wieder mit Skier gehen und nach ca 3 Stunden waren auf dem Gipfel.weiterlesen

Waldi

Skitour zur Hocheis-Messe

 von Waldi
Das Gipfelkreuz der Hocheis-Spitze

Das Gipfelkreuz der Hocheis-Spitze

Bereits seit 50 Jahren gibt es die traditionelle „Hocheismesse“, die immer in Gedenken an die verunglückten Bergkameraden abgehalten wird. Letzten Samstag starteten wir bei schönem idealen Wetter am Hintersee in den Nationalpark. Mit Rad oder Fahrzeug (aber nur die ,die eine Erlaubnis haben) gings bis zur Bindalm. Das ist schon ein ganz schön anstrengender Teil.

Panorama vom Hocheis

Panorama vom Hocheis

Nun mußten wir noch eine halbe Stunde die Skier rauf tragen, bis zur Mittereisalm und noch ein Stück weiter. Endlich konnten wir die Ski anschnallen und wanderten gemütlich weiter, da ich zwei gemütliche Bergkameraden dabei hatte. Die Vögel zwitscherten um die Wette. Stetig bergauf kamen wir ins Hocheiskar. Schöne freie Flächen und der Schnee trug gut. Nach ca 2 Stunden, am Ende vom Kar, direkt unter dem Hocheisgipfel wird seid ein paar Jahren die Messe abgehalten, früher war sie meistens auf dem Gipfel. weiterlesen

Kammerlinghorn 2.483 Meter

 von Sepp
Aufstieg zum Kammerlinghorn im Nebel

Aufstieg zum Kammerlinghorn in Wolken

Das Kammerlinghorn im Hochkaltermassiv war bis vor einigen Jahren noch ein Geheimtipp, hauptsächlich einheimische Bergsteiger fanden den Weg zum Gipfel auf 2.483 Metern. In den letzten Jahren erfuhr der Berg jedoch einen enormen Popularitätsschub: Grund hierfür ist zum einem sicherlich der Almerlebnisbus über den Hirschbichl sowie die verstärkte Bereitschaft der Bergsteiger, mit dem Mountainbike zum Ausgangspunkt einer Tour zu fahren. Beide Möglichkeiten verkürzen bei einer Bergtour aufs Kammerlinghorn den zeitraubenden Weg zur Bindalm oder zum Hirschbichl, wo die eigentliche Tour losgeht.

Entgegen der Prognosen war der Sonntagmorgen bewölkt! Da die Temperaturen sehr moderat waren, zögere ich meinen Aufbruch zum Kammerlinghorn hinaus. Schließlich ist es zehn Uhr, als ich an der Bindalm losgehe. Länger will ich nicht mehr warten, doch meine Hoffnung auf gutes Wetter erhält kurz hinter der Mittereisalm einen Dämpfer: Es beginnt zu tröpfeln! Ich verschärfe das Tempo. Der Steig mäandert jetzt in unzähligen Kehren durch einen schmalen Graben, Höhenmeter um Höhenmeter bringe ich hinter mich! Der Regen hört auf, aber Sonne? Fehlanzeige. Die Temperaturen sind ideal zum Gehen, ich gehe auf Anschlag. Latschenfelder prägen jetzt die Landschaft, dann Matten mit langem Gras. Ich bin jetzt auf circa 2.000 Metern, das Tempo fordert seinen Tribut. Am Karlkopf auf 2.195 Metern mache ich schließlich eine kleine Pause! Mein Blick schweift zum Ziel, dem Kammerlinghorn: Die Wolken sin noch dichter geworden! Noch ein Schluck Wasser und ein kleiner Happen zu Essen und weiter geht’s!

Vom Karlkopf (oder auch Karlkogel) ist der Gipfel des Kammerlinghorns schon zu sehen, je nach  Winkel lugt hin und wieder sogar das Gipfelkreuz hervor. Am Kamm entlang sieht man mehrere Bergsteiger, auf der rechten Seite des Berges, die steil abbricht, schmiegen sich Wolken eng an den Berg.

Kammerlinghorn in Wolken

Kammerlinghorn in Wolken

Meine Schritte sind jetzt ziemlich schwer, ich bin die Tour eindeutig zu schnell angegangen. Aber als ich am Gipfel ankomme, ist der Schmerz in den Beinen vergessen.

Kammerlinghorn Gipfelkreuz bei Wolken

Gipfelkreuz Kammerlinghorn

Gar nicht so einfach, einen Platz auf dem schmalen Plateau zu finden, da schon einige andere hier oben sind.weiterlesen

Michael

Es wird endlich Sommer im Gebirge!

 von Michael

Nach der langen grauen und nassen Zeit endlich ein Lichtblick: eine richtige Sommertour, fast ohne Schneeberührung mit herrlichen Fernblicken. Die Rede ist vom Kammerlinghorn hoch über Bindalm und Hirschbichl. Eine traumhafte, lange aber völlig unschwierige Wanderung in alpinem Ambiente, die eigentlich nie überlaufen ist (hoffentlich nach diesem Artikel auch nicht!). Der Eine oder Andere aber dürfte sich vielleicht über den Tipp freuen.

Nach langer Wanderung erreichen wir den Gipfel des Karlkopfs

Nach langer Wanderung erreichen wir den Gipfel des Karlkopfs

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Bergtour auf die Hocheisspitze (2.523m)

 von Sepp
An der Hocheis Diensthütte

An der Hocheis Diensthütte

Eine nicht ganz alltägliche Bergtour ist die Tour auf die Hocheisspitze. Dieser Gipfel ist mit 2.523 Metern Höhe der höchste der ganzen Hocheisgruppe und der zweithöchste des gesamten Hochkaltermassivs. Der Weg führt dabei zuerst über die Bindalm auf einem breiten Forstweg zur Mittereisalm. Hier biegen wir etwa auf Höhe des ersten, mittlerweile fast verfallenen Kasers nach links ab. Durch den Wald steigen wir auf einem schattigen, deutlich erkennbaren Pfad bis zur Hocheis Diensthütte auf. An dieser Hütte gabelt sich der Weg: Geradeaus führt er zum Voderberghörndl, der rechte Weg bringt uns ins Hocheiskar. Zuerst jedoch geht es weiter durch den Wald, bevor es lichter wird und auch flacher: Das zuerst noch relativ flache Gelände ist links und rechts von steil abfallenden Felswänden der Hocheis-Gruppe umgeben, im Kessel dazwischen wuchern die Latschen. Den Weg kann man allerdings kaum verfehlen.

Wir durchqueren die Latschenfelder und vor uns öffnet sich das Hocheiskar. Rechts begrenzen die fast senkrechten Felswände des Kammerlinghorns das Hocheiskar,

Kammerlinghorn vom Hocheiskar

Kammerlinghorn vom Hocheiskar

links die Abbrüche von Hocheishörndl und Hinterberghorn

Hinterberghörndl (rechts)

Hinterberghörndl (rechts)

und vor uns die Hocheisspitze und das Hochkammerlinghorn. weiterlesen

Sonnenuntergang auf der Mittereisalm

 von Sepp

Trennung von Wald und Weide

Gerade komme ich von der Alm zurück: Heute haben wir auf der Mittereisalm, wo ab  Ende Juni unser Jungvieh circa zwei Monate verbringen wird, den Zaun hergerichtet. Das ist nötig, um die Weide vom umliegenden Wald abzugrenzen.

Abend am Kaser auf der Mittereisalm

Abend am Kaser auf der Mittereisalm

Im Herbst wird der Draht dann wieder abgehängt, da er unter der Schneelast sonst reißen und so noch mehr Arbeit verursachen würde.

 

Sonnenuntergang im Klausbachtal

Da ich zum Arbeiten auf der Alm war und nicht zum Vergnügen hatte ich natürlich keine Kamera dabei, was sich als jammerschade herausstellen sollte: Denn als wir gegen halb neun Uhr abends unsere Arbeit verrichtet haben, herrschte ein wunderbare Abendstimmung. Die Sonne ging gerade unter,

Sonnenuntergang auf der Alm

Sonnenuntergang auf der Alm

bestrahlte aber noch die Abbrüche des Hochkaltermassivs in Richtung Kammerlinghorn.weiterlesen

Pinzgauer – eine gefährdete Rasse

 von Sepp
Kühe auf der Mittereisalm

Pinzgauer Kühe auf der Mittereisalm

Auf dem Bild oben seht Ihr zwei verschiedene Rassen von Hausrindern. Im Vordergrund kastanienbraune Pinzgauer und dahinter sehr viel helleres Simmentaler Fleckvieh. Dabei ist es ein seltenes Bild, beide Rassen auf einer Weide gemeinsam grasen zu sehen. Meistens sieht man im Berchtesgadener Land – auch auf den Almen – hauptsächlich das Simmentaler Fleckvieh. Ursprünglich war das Pinzgauer die heimische Rasse, doch infolge der Industrialisierung, die nach dem zweiten Weltkrieg auch die Berglandwirtschaft erfasste, wurde einer der Vorteile des Pinzgauer Rindes überflüssig: Die Zugkraft. Als klassisches Dreinutzungsrind (Milch, Fleisch und eben als Zugtier) war das Pinzgauer anderen Rassen ob seiner Vielseitigkeit überlegen (Pferde konnten sich Kleinbauern früher ohnehin nicht leisten). Mit der Mechanisierung der Landwirtschaft waren Zugtiere nicht mehr gefragt, stattdessen verdrängte das Fleckvieh mit einer sehr viel höheren Milchleistung die kleineren und leichteren, für unsere Gebirgsregion dadurch auch besser angepassten Pinzgauer. Die fortschreitende Maximierung der Milchleistung der einzelnen Bauern besiegelte diesen Trend. So sieht man die kastanienbrauen Kühe heute nur noch vereinzelt, die weißen Köpfe und Beine der Simmentaler, die aus fleckigen hellbraunen Körper ragen, sind in der Überzahl!

Pinzgauer Kalb an der Mitterkaseralm

Pinzgauer Kalb: Ein Nachfahre der Berchtesgadener Katzen

Diese Entwicklung ist mittlerweile so weit fortgeschritten, dass das Pinzgauer Rind auf der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e. V. unter der Kategorie III erscheint: gefährdet! Das heißt, die Populationsgröße ist unter eine Mindestanzahl gesunken und vermindert sich weiter um jährlich mehr als 10 Prozent!

Pinzgauer Kuh auf der Bindalm

Pinzgauer Kuh auf der Bindalm

Achtet also bei eurer nächsten Begegnung mit einer Kuh auf die Farbe des Fells: Hat die Kuh eine kastanienbraune Farbe und einen dunklen Kopf, handelt es sich um Eine der Letzten Ihrer Art!

Euer Sepp