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Ein Männlein steht im Walde

Herbstzeit = Schwammerlzeit = die ideale Zeit, um mit Kindern spannende Wanderungen im Wald zu unternehmen.


Wir haben uns am letzten Sonntag die Runde „Rund um den Schmuckenstein“ in der Ramsau ausgesucht. Los geht’s am großen Parkplatz am Hochschwarzeck. Die Kinder konnten schnell überzeugt werden, schließlich geht es über urige Wegerl durch den Wald und die zu überwindende Steigung hält sich in Grenzen.

Rund um den Schmuckenstein
Rund um den Schmuckenstein

Schon auf der ersten Wiese werden wir fündig. Neben den beeindruckenden Bovisten finden wir Augentrost, Silberdisteln, Erika und noch einige andere Blüten, deren Namen wir nicht kennen. Auch eine herbstliche Wiese ist alles andere als eintönig!

Bovist
Bovist
Silberdistel
Silberdistel
Augentrost
Augentrost

Kaum sind wir im Wald angekommen, finden die jungen Schwammerlsucher weitere Farbflecke. Ziemlich ramponiert steht er da, der erste Fliegenpilz. Und steht mit seinem Rot und Weiß doch wunderbar anzusehen auf dem braunen Waldboden.

Fliegenpilz- ziemlich ramponiert
Fliegenpilz- ziemlich ramponiert
Fliegenpilz - Obacht, giftig!
Fliegenpilz - Obacht, giftig!

Gleich darauf zeigen sich ein paar ganz kleine Pfifferlinge. Dazu einige junge Reizker. Die Hoffnung auf ein gutes Abendessen ist entfacht. Vor allem, als auch noch zwei wunderbare Habichtspilze gesichtet werden.

Habichtspilz - am besten getrocknet
Habichtspilz - am besten getrocknet

Der Weg selbst ist angenehm zu gehen. Die zahlreichen Laubbäume schützen uns vor der prallen Herbstsonne, lassen aber ausreichend Strahlen durch, um uns zu wärmen. Ab und zu müssen wir den Spuren der Kühe ausweichen, die wohl am Tag zuvor von der Mordaualm zurück auf den Heimathof geführt wurden.

 

Kurz vor den Brotzeitbankerln mit Blick auf Hintersee und Hochkalter finden wir ein ganz besonderes Exemplar. Klein und knollig, auffallend sind die dicken Schleimfäden. Was kann das wohl sein? Nach einiger Zeit wird die Neugier zu groß, das Smartphone mit Schwammerl-App wird rausgezogen und siehe da, wir haben einen Anis-Klumpfuß aus der Familie der Schleierlingsverwandten gefunden! Jeder von uns hält seine Nase so nah wie möglich (aber ja nicht zu nah) an den Pilz, der wirklich deutlich nach Anis riecht.

Anis-Klumpfuß
Anis-Klumpfuß
Blick vom Brotzeitbankerl
Blick vom Brotzeitbankerl

Kurz Zeit später haben wir die Mordaualm erreicht. Hier treffen wir auf ein paar Wanderer, machen uns aber gleich wieder auf. Weiter geht es über Stock und Stein um den Schmuckstein. Eine halbe Stunde vor Ende der Tour genießen wir Erwachsenen den Blick auf den Watzmann, während die Kinder eine letzte Stärkung in Form von Gummibärchen einfordern.

Blick auf den Watzmann
Blick auf den Watzmann

Es wird noch einmal spannend, als wir direkt rechts vom Weg mehrere große Löcher im Waldboden finden. Ein Fuchs- oder Dachsbau? Leider zeigt sich uns der Bewohner nicht.

Wer wohnt denn da?
Wer wohnt denn da?

Dafür grüßen uns am Ende der Tour ein Gamskopf und ein glückliches Schwein von Markus Gschoßmann. Danke für die kleine Freude, die er uns und den Kindern mit seinen Kunstwerken gemacht hat!

Eine Gams im Wald
Eine Gams im Wald
Holzkunstwerk von Markus Gschoßmann
Holzkunstwerk von Markus Gschoßmann

Zurück auf der Bovistwiese – nach immerhin viereinhalb Stunden – freuen wir uns auf ein gutes Abendessen und müde Kinder, die heute sicher gern ins Bett gehen.

Die letzten Meter
Die letzten Meter

Übrigens: Die Aussichten auf eine ähnlich erfolgreiche Wanderung am kommenden Wochenende stehen gut. Morgen und übermorgen leichter Regen, am Samstag und Sonntag kommt wieder die Sonne durch. Da sollten die Schwammerl spießen. Ob Ihr allerdings einen Anis-Klumpfuß finden werdet, das kann ich nicht versprechen.

 

Fröhliches Suchen wünscht Eure Ursula BGLT

 

Teil 2 beim Jobsharing der Pressestelle. Ich verstehe mich als berchtesgadnerische Königsseerin – oder umgekehrt. Im Berchtesgadener Land entdecke ich immer wieder Neues oder genieße Altbekanntes. Egal ob in einer zünftigen Wirtschaft, oben am Berg, an einem eiskalten Gebirgsbacherl oder bei kulturellen Experimenten. Und alles, was ich kenne und schätze, das vermittle ich mit Enthusiasmus an Journalisten und andere, die es hören oder lesen wollen. Bis auf ein paar wenige echte Geheimtipps :)

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