Winter-Berchtesgaden-Skitour

Bergerlebnis & Alpenstadt - Blog

Frühester Saisonbeginn am Ingolstädter Haus

 von Sepp
Frühling am Ingolstädter Haus

Frühling am Ingolstädter Haus

2132 Meter hoch liegt das Ingolstädter Haus am Fuße des Hundstods im Steinernen Meer. Normalerweise ist Ende Mai, Anfang Juni dort oben noch tiefer Winter. Dieses Jahr aber hat der warme und niederschlagsarme Frühling den schneereichen Winter schnell besiegt: Erstmals konnten die Hüttenwirte Resi und Rudi Senninger das Haus schon Ende Mai öffnen. Ich habe den Prangertag (Fronleichnam) gleich genutzt, um der Hütte einen Besuch abzustatten.

Der Weg zum Ingolstädter Haus ist weit. Durch Wimbachgries und dann über Trischübel und Hundstodgatterl war mir zu mühsam, der Weg übers Steinerne Meer ist noch nicht ganz schneefrei. Ein Übergang vom Kärlingerhaus problemlos machbar, aber auch aufwändig. Stattdessen entscheide ich mich für die Auffahrt mit dem Rad bis zur Kallbrunnalm im Naturpark Weißbach.

Mit dem Mountainbike zur Kallbrunnalm

Mit dem Mountainbike zur Kallbrunnalm

Bis zum Dießbachstausee kann man mit dem Mountainbike fahren. Dann beginnt der Fußweg. An der Ostseite des Sees führt ein Weg in stellenweise extrem steilem Auf- und Ab bis ins Tal hinter dem Stausee. Am Dießbach entlang schlängelt sich der Weg bis zur Talstation der Materialseilbahn.

Am Dießbach entlang

Am Dießbach entlang

Ab hier wird der Weg steiler und schmaler. In einer lieblichen Landschaft führt der Weg hinauf.

Im Aufstieg zum Ingolstädter Haus

Im Aufstieg zum Ingolstädter Haus

Bald erreiche ich einen Wegeknoten: Nach links geht’s hinauf zur wunderschönen Hochwies, zum Seehorn über Kematenschneid und ins Wimbachgries über den Loferer Seilergraben. Ich nehme den rechten Weg, der mich laut Wegweiser in 1 ¼ Stunden zum Ingolstädter Haus bringen soll.

Noch 1 1/4 Stunden

Noch 1 1/4 Stunden

Die Landschaft verändert sich jetzt merklich: Es wird schroffer, saftiges Grün weicht mehr und mehr grauem Fels. Über vereinzelte Schneefelder blicke ich am Seehorn vorbei zurück zum See.

Blick zurück zum Dießbachstausee

Blick zurück zum Dießbachstausee

Am Wandfuß zwischen kleinem und großem Hundstod plätschert das Schmelzwasser in einem Wasserfall zu Tal.

Der "Hundstod Wasserfall"

Der „Hundstod Wasserfall“

Der Wegbelag wechselt jetzt zwischen Schnee und Schotter, die Stützen der Materialseilbahn sind ganz nah und nach einer Biegung sehe ich das Ingolstädter Haus.

In der Ferne schon zu sehen: Das Ingolstädter Haus

In der Ferne schon zu sehen: Das Ingolstädter Haus

Die Vegetation ist gerade am Erblühen: farbenprächtige Flechten säumen den Weg.

Farbenpracht am Wegrand

Farbenpracht am Wegrand

Und auch der echte Alpen-Enzian, der in den tieferen Lagen schon wieder verblüht ist, zeigt sich hier oben von seiner schönsten tiefblauen Seite.

Blau blüht der Enzian

Blau blüht der Enzian

Gegen Mittag komme ich am Ingolstädter Haus an.

Ankunft am Ingolstädter Haus

Ankunft am Ingolstädter Haus

Ein handgeschriebenes Schild heißt den Wanderer willkommen, Liegestühle laden zum Ausruhen auf der Terrasse ein.

"Griass Eich"

„Griass Eich“

Aber erstmal werfe ich einen Blick in die Weiten des Steinernen Meeres.

Blick über das Steinerne Meer zur Schönfeldspitze

Blick über das Steinerne Meer zur Schönfeldspitze

Die Hochfläche in Richtung Schönfeldspitze ist stellenweise noch von Schnee bedeckt. Der Weg zum Riemannhaus ist wohl noch sehr mühsam. Ich suche mir ein schönes Plätzchen auf der großzügigen Terrasse. Heute habe ich freie Auswahl: Noch sind kaum Tageswanderer unterwegs, und die Übernachtungsgäste kommen erst später am Tag.

Terrasse Ingolstädter Haus

Terrasse Ingolstädter Haus

So ist auch Zeit für ein ausgiebiges Gespräch mit den Hüttenwirten. Über die letzten Jahre habe ich das Haus öfter besucht, und es zu schätzen gelernt. Vor allem die Küche im Ingolstädter Haus ist hervorragend. Wer im Hochgebirge mal so richtig schlemmen will, ist hier genau richtig. Mit vollem Magen, einem kühlen Bier und netter Gesellschaft vergeht die Zeit auf der Terrasse wie im Flug! Ich drehe nur noch eine Rund ums Haus um ein paar Bilder zu machen. Als ich die Hütte verlasse, weiß ich schon: Ich komme bald wieder. Das Ingolstädter Haus ist immer einen Besuch wert!

Im Abstieg bleibe ich noch ein paar Mal stehen, um die unglaubliche Blumenpracht zu fotografieren. Entlang des Dießbachs sprießen die verschiedensten Blumen. Eigentlich gewöhnliche Blumen wie Trollblumen, Sumpfdotterblumen und Buschwindröschen sind zurzeit so schön wie sonst nie im Jahr.

Trollblumen

Trollblumen

Sumpfdotterblumen

Sumpfdotterblumen

Alpenmargeriten

Buschwindröschen

Liebe Resi, lieber Rudi: Ich wünsche Euch und eurem Team eine wunderbare Hüttensaison! Ich komme bald wieder vorbei, Euer Sepp

3 Kommentare

6. Juni 2018um10:29 von Brigitte

Servus,

sehr schöner Bericht!

Bin keine Expertin, aber ich glaub dein letztes Bild zeigt Alpen-Küchenschellen, keine Buschwindröschen.

antworten

6. Juni 2018um10:30 von Sepp

> Danke Brigittte, ich bin leider auch kein experte auf dem Gebiet 😉 Ich versuche mal rauszufinden, um was es sich genau handelt 😉

antworten

6. Juni 2018um11:42 von Sepp

> Du hast recht: Es handelt sich um eine Alpen-Kuhschelle, Buschwindröschen sind allerdings sehr ähnlich, ich hoffe du verzeihst mir den Fauxpas

antworten

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert*