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Eine Insel der Ruhe und Besinnung: Der Alte Friedhof in Laufen

Inmitten der Stadt, umgeben von Straßen und Autos, ruht eine Insel: der denkmalgeschützte Alte Friedhof in Laufen. In der Nachbarschaft der Kapuziner-Klosterkirche wurde er im Jahr 1828 eingeweiht, hat seither eineinhalb Jahrhunderte ins Land gehen sehen, erlebte verschiedene Begräbnistraditionen, die Beerdigung berühmter Töchter und Söhne der Stadt Laufen und behielt über all die Jahre doch seine einzigartige friedvolle Atmosphäre. Seit 1983 ist der Friedhof als Gedächtnisstätte aufgelassen – die Einheimischen besuchen und pflegen dort noch ihre Gräber, während ihre Gäste ihn zu allen Jahreszeiten als Insel der Ruhe in der Stadt zur Besinnung und stillen Meditation nutzen. 

Der Alte Friedhof als Gedächtnisstätte für Einheimische und Besucher.

Auf dem Laufener Alten Friedhof fanden bedeutende Persönlichkeiten der Stadt ihre letzte Ruhe, aber auch Beamten, Handwerker, Tagelöhner, Mönche und Nonnen. Ihr Grabstätten sind stille Zeugen einer lebhaften Vergangenheit, die auch heute noch zwischen den verwitterten Grabsteinen spürbar wird. Damals war der Tod ein selbstverständlicher Teil des Lebens und noch nicht von Tabu behaftet wie heute. Tote wurden vor der Beerdigung so lange wie möglich zu Hause aufgebahrt und ein ursprünglich geplantes Leichenschauhaus wurde aus diesem Grund auf dem Alten Friedhof gar nicht erst gebaut. „Es wäre doch schmerzlich, wenn man einen durch den Todfall betrübten Verwandten seinen geliebten Toten, welchen er noch so lange als möglich in seiner Nähe hat, mit Gewalt entreißen wollte, um das Leichenschauhaus nöthig zu machen.“ schreibt dazu im Jahr 1835 der Laufener Bürgermeister Schröck. 

Grabmäler aller Art und aus allen Epochen der Friedhofsgeschichte sind zu sehen.

Dabei war der Alte Friedhof ein Ort, an dem durchaus auch ganze Menschenmengen zusammen kommen konnten, wie über 500 Trauergäste bei der Beisetzung des Simon Spannbrocker im Jahr 1914. Der Laufener Stiftsdekan, der darüberhinaus noch zahlreiche weitere kirchliche Ämter bekleidete, war als bescheidener und frommer Mensch bekannt, der – untypisch für den Geist der Zeit – nicht den Reichtum der Kirche zur Schau trug, sondern sich für die Probleme der Bevölkerung einsetzte. Er gründete die ersten katholischen Burschenvereine in Bayern, die vor allem für die bäuerliche Jugend geistige und materielle Unterstützung in Notzeiten boten. 

Inmitten des Friedhofs: das Grabmal Simon Spannbrockers.

Ob das Familiengrab derer von Xylander, die als Familie Holzmann mit dem bayerischen König Otto I. als Beamte nach Griechenland zogen und dort ihren Namen mit „Holz“ – „Xylos“ ins Griechische übersetzten, oder das Grabmal des Gottfried Dachs, der Ende des 19. Jahrhunderts mit seinem Dampfmaschinen-Generator die erste elektrische Straßenbeleuchtung in Laufen ermöglichte – die Grabsteine und Epitaphe erzählen lebendige Geschichten aus früheren Zeiten.

Das Grab der altehrwürdigen Familie von Xylander.

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