Berge

Der Kenner geht auf den Jenner

Am Jenner gibt es jetzt eine beschilderte Aufstiegsspur für Skitourengeher. Die Jennerbahn bietet damit eine Möglichkeit für Skitouren im gesicherten Skiraum und reagiert auf den immer größer werdenden Ansturm der Skitourengeher, die im Skigebiet unterwegs sind.

Bevor die Skitourengeher zu ihrer Skitour auf den Jenner aufbrechen, können sie oberhalb der Talstation der Jennerbahn ihr LVS-Gerät an einer Station auf Funktionstüchtigkeit überprüfen. Dann geht es am rechten Rand der Piste hinauf, bis ein Wegweiser in den Wald leitet. Die Aufstiegsroute führt am Pumpenhäusl vorbei bis zum Speicherteich. Hier treffe ich Jost Kloska, einen Mitarbeiter der Jennerbahn. Er stellt gerade die neue Beschilderung der Skitouren-Aufstiegsroute auf.

Mit dem Skidoo hat Jost mehrere 3 Meter lange Stangen bis zum Speicherteich transportiert. Dann trägt er eine Stange zu ihrem Bestimmungsort unterhalb des Beschneiungsweihers.

An der passenden Stelle rammt Jost die Stange in ein Loch, das er mit einem großen Bohrer in den Untergrund gebohrt hat.

Am oberen Ende jeder Stange ist ein hellblaues rundes Schild angebracht: Skitourenpark steht darauf, darunter das Piktogramm eines Skibergsteigers und Logo und Schriftzug von Dynafit. Das Unternehmen ist auf Skitourenausrüstung spezialisiert und unterstützt seit 2017 aktiv Konzepte für das sichere Nebeneinander von Skitourengehern und Alpinskifahrern in Skigebieten. Zum Konzept gehört neben der markierten Aufstiegsroute auch ein Testcenter des Dynafit-Handelspartner vor Ort, Skitouren-Abende und weitere Leistungen für Skibergsteiger und Einsteiger in den Sport.

Zehn Stangen werden zusätzlich mit Hinweisschildern ausgestattet, die auf das richtige Verhalten beim Skitourengehen hinweisen. Zum Beispiel, dass keine Hunde im Skigebiet gestattet sind. Insgesamt werden Jost und seine Kollegen 40 dieser Stangen entlang der Aufstiegspur aufstellen. Ich begleite Jost zur nächsten Station. Oberhalb des Beschneiungsweihers mit Blick hinüber zum Kehlsteinhaus und über den Weiher zum Untersberg kriegt das nächste Schild einen echten Premiumplatz.

Danke Jost, dass ich dich bei der Arbeit begleiten durfte. Mein weiterer Weg führt mich zwischen verschneiten Nadelbäumen hinauf in Richtung Mittelstation.

Vorbei an der Halbzeit, dem Restaurant in der Mittelstation der Jennerbahn führt der beschilderte Skitourenaufstieg am rechten Rand der Skipiste entlang über die Jennerwiese hinauf. Nach einer kurzen Steigung wird die Route flacher und führt jetzt an den drei Kirschbäumen vorbei.

In einem weiten Bogen führt die Aufstiegsspur dann bis an den Beginn des Spinnergrabens. Sehr ambitionierte Skibergsteiger zweigen bei niedriger Lawinengefahr hier nach rechts ab und steigen durch den Spinnergraben steil auf in Richtung kleiner Jenner. Der Großteil der Skitourengeher wird aber der Beschilderung folgen und in Richtung Hohlweg marschieren. Diese Engstelle ist seit diesem Winter für Skitourengeher freigegeben, diese sollten sich aber unbedingt am linken Rand der Piste halten und unter keinen Umständen nebeneinander gehen. Dann ist der schmale Hohlweg breit genug für aufsteigende Tourengeher und abfahrende Skifahrer. Nach dem Hohlweg öffnet sich der weite Mitterkaserkessel. Vom Mitterkaser gibt es mehrere Aufstiegs-Varianten, ausgeschildert ist der Weg nach links hinauf zum Jennersattel. Hier oben können konditionsstarke Skibergsteiger weitergehen in Richtung Kleine Reibn, Stahlhaus oder Schneibsteinhaus. Ich wähle den zukünftig ausgeschilderten Weg hinauf zur Bergstation.

Nach circa 6 Kilometern Weglänge und 1200 Höhenmetern habe ich jetzt das Ziel der Skitour erreicht: Die Bergstation der Jennerbahn.

Vor der Jenneralm parkt gerade ein Pistenbully, deutlich erkenne ich die Winde auf seinem Rücken. Während die Winde den Pistenbully im Gelände sichert, ist das Seil der Winde für Skifahrer eine Gefahr. Achtet deshalb bitte unbedingt auf die Sperrzeiten während der Pistenpräparierung. Wenn Ihr dennoch am Abend gehen wollt, könnt Ihr das am Donnerstag tun: Dann ist die Abfahrt vom Jenner bis 22 Uhr erlaubt. An diesem Tag hat auch die Halbzeit, die Gastronomie in der Mittelstation und das Dr. Hugo-Beck-Haus bis 21:30 Uhr geöffnet.

Von der Bergstation ist der Abstecher auf den Jenner Gipfel obligatorisch. Allerdings kann der Weg hinauf manchmal überwechtet sein und sollte nur bei entsprechend sicheren Verhältnissen begangen werden.

Der Aufstieg lohnt sich aber auf alle Fälle, der Tiefblick zum Königssee ist weithin bekannt.

Denn ungefähren Verlauf der Aufstiegsstrecke seht Ihr in der folgenden Karte.

Wir sehen uns am Jenner, Euer Sepp

Mein Name ist Sepp Wurm und ich arbeite seit Sommer 2010 im Tourismus Marketing. Als Social Media Enthusiast kümmere ich mich neben diversen anderen Kanälen auch um den Bergerlebnis Berchtesgaden Blog. Schwerpunkt meiner Blogbeiträge sind Berichte über meine Wanderungen und Bergtouren im Sommer, sowie über Skitouren im Winter. Meine Leidenschaft für die Berge bringe ich gerne in unseren Blog mit ein. Als waschechter Ramsauer „Bergbauernbua“ liegen mir zudem unsere Heimat und ihre Traditionen und Bräuche natürlich besonders am Herzen. Ich hoffe, diese Liebe zu unserem schönen Berchtesgaden spiegelt sich auch in meinen Blogbeiträgen wider.

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