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Wolfi-Schmid-Gedächtnislauf auf dem Predigtstuhl

 von Sepp
Dritter Wolfi-Schmid-Gedächtnislauf auf dem Predigtstuhl

Dritter Wolfi-Schmid-Gedächtnislauf auf dem Predigtstuhl © BRK BGL

Auch wenn der richtige Winter nach wie vor auf sich warten lässt oder gar nicht mehr kommt, hat die Bergwacht Bad Reichenhall am Samstag ihr drittes Skirennen zum Gedächtnis an den am 16. Dezember 2005 bei einem Lawinenunglück an der Hochalm am Hochkalter verstorbenen Bergretter und Ausbildungsleiter Wolfgang „Wolfi“ Schmid durchgeführt. Allerdings hatte der Organisator des Skirennens, Urs Strozynski, die Rennstrecke aufgrund des mangelnden Schnees verkürzen müssen; die Abfahrt vom Hochschlegel endete an der Jagahüttn (obere Schlegelalm). „Insgesamt waren die Schneeverhältnisse auf der Rennstrecke jedoch sehr gut; eine kleine Pulverschneeauflage auf kompaktem Harschdeckel ermöglichte eine sehr zügige Abfahrt“, schwärmt Bergwacht-Pressesprecher Marcus Goebel.

Dritter Wolfi-Schmid-Gedächtnislauf auf dem Predigtstuhl

Wolfi-Schmid-Gedächtnislauf auf dem Predigtstuhl © BRK BGL

„Bei diesem Wettkampf der Reichenhaller Bergretter geht es weniger um sportliche Höchstleistungen, als vielmehr um Bewegung und Spaß in der Natur und das gemeinsame Unternehmen, abseits von Ausbildung und Einsatz. Allem voran steht jedoch das Gedächtnis an Wolfgang Schmid, der im Dezember 2005 in einer Lawine auf der Hochalm tödlich verunglückte. Wolfgang hat als Rettungsassistent sein medizinisches Fachwissen, als Skihochtouren- und Hochtourenführer sein bergsteigerisches Können und als sehr umsichtiger und besonnener Mensch immer auch Ruhe in die Hektik gebracht. Damit war er als Bergretter immer universell einsetzbar. Diesem, immer sehr geschätzten Reichenhaller Bergretter, gilt das Gedächtnisrennen“, erklärt Goebel.

Das Reglement dieses Rennens ist denkbar einfach und damit besonders: Es gibt einen Start und eine Ziellinie, dazwischen haben die Rennläufer freie Routenwahl durch das Bergwald-Gelände. Jeder Läufer muss selbstständig zum Start am Hochschlegel aufsteigen und vom Ziel an der Schlegelalm wieder selbständig zurück ins Tal kommen. Auch wird die Ausrüstung für alle Rennläufer mit Skihelm, Lawinen-Verschütteten-Suchgerät (LVS), Lawinenschaufel und -sonde, Skitourenausrüstung und Rucksack relativ minutiös vorgegeben. Dass die meisten Läufer dann noch Wechselwäsche, Getränke, Skibrillen und andere Sachen dabei haben, versteht sich von selbst. Der Fotograf schleppt seine Kamera mit, der diensthabende Rettungsassistent eine umfangreiche Erste-Hilfe-Ausrüstung und der Starter muss zum Schluss die Startlinie abbauen und auch mit ins Ziel nehmen.

Bergwacht Bad Reichenhall an der Schlegelalm © BRK BGL

Bergwacht Bad Reichenhall an der Schlegelalm © BRK BGL

Aufgrund der geringen Schneedecke hatte Urs Strozynski die Rennstrecke vom Hochschlegel zur Schlegel-Jagdhütte (Obere Schlegelalm) verkürzt – eine Abfahrt bis zur Unteren Schlegelalm (1.298 Meter) war nicht möglich. Wieder einmal Schnellster im Teilnehmerfeld war Michael Pfnür mit knapp 51 Sekunden. Auch der Vater des Namensträgers dieses Rennens, Eduard „Edi“ Schmid, ließ es sich nicht nehmen, als ältester Teilnehmer ebenfalls mitzufahren. Nachdem alle Teilnehmer wohlbehalten und nach manch spektakulärem Sturz stets nach der Ziellinie, an der Jagdhütte angekommen waren, wurde gemeinsam zur Schlegelalm abgefahren. Dort sorgte Helmut Lutz mit seiner Ehefrau für das leibliche Wohl. Frisch gestärkt stiegen die Teilnehmer und ihre Helfer wieder zur Predigtstuhlbahn auf. Eine Abfahrt über die Röthelbachstraße wie in den Vorjahren, war dieses Jahr mangels Schnee nicht möglich.

Die Siegerehrung am Abend in der Bergrettungswache wurde kurzerhand vorverlegt, nachdem einige Teilnehmer sich noch das Stück „Salome“ im Kurgastzentrum Bad Reichenhall, gespielt vom Theater am Karlsgymnasium ansehen wollten. Goebel: „Nichtsdestotrotz ging es bei dieser Siegerehrung nochmals hoch her: Die vielen gestifteten Sachpreise von Bürgerbräu, Zwieselalm, Wieninger, Riap Sport, Listwirt, Café Amadeo, Getränke Heran, Milchwerken, und vom Flatscherhof Nonn wurden an die 13 Teilnehmer des Rennens vergeben.“ Dabei konnten sich, in der Reihenfolge der Platzierung, alle Rennläufer einen Preis aussuchen. Für den schnellsten Läufer Michi Pfnür und die in diesem Jahr einzige teilnehmende Dame, Dinah Fräßle-Fuchs gab es sogar noch kleine Pokale. Edi Schmid bedankte sich ganz herzlich beim Organisator, den Helfern, den Teilnehmern und allen Preisstiftern für die Unterstützung zum Gedenken an seinen Sohn. Zum Schluss waren sich alle Anwesenden einig, dass das Rennen auch dieses Jahr ein tolles Erlebnis war, und im nächsten Jahr wieder ein Gedächtnislauf stattfinden soll.

Text und Bilder © Bayerisches Rotes Kreuz KV Berchtesgadener Land

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