Sonnenuntergang-Kehlsteinhaus

Bergerlebnis & Alpenstadt - Blog

Wintertour auf den Zwiesel 1782m

 von Ann-Kathrin
Meine Freundin und ich am Zenokopf © Ann-Kathrin Helbig

Meine Freundin und ich am Zenokopf © Ann-Kathrin Helbig

Lange war es ruhig um mich gewesen, es gab wenig zu lesen von mir. Aber gewiss heißt das nicht, dass ich nicht unterwegs war. Im Gegenteil, ich war mehr denn je unterwegs und habe meinen Horizoint außerhalb der Berchtesgadener Alpen erweitert. Wer gerne meinen Touren folgen möchte, kann dies via Facebook oder Instagram machen. Dort findet ihr mich auch und halte diese Profile recht aktuell.

So, wieder genug von mir zurück zu einem tollen Winterberg. Zum Zwiesel bin ich fast immer nur im Sommer gestartet. Meist als Überschreitung mit dem Gamsknogel ab dem Jochberg Parkplatz/Schneitzelreuth. Einmal bin ich mit einem guten Freund diese Überschreitung im Frühwinter gegangen, zum Teil mussten die seilgesicherten Stellen und Eisentritte vom Schnee befreit werden. Im letzten November war ich auch am Zwiesel, allerdings war der Schnee noch so gering, dass „snowlines“ (Grödel) ausreichten. Dieses Mal wird es ganz anders sein.

Zwiesel © Ann-Kathrin Helbig

Zwiesel © Ann-Kathrin Helbig

Meine Freundin ist schon am Vortag bei der Zwieselalm gewesen, ab dort sei Ende im Gelände. Tiefschnee, der einfach noch nicht angespurt ist. Ein weiter gehen ohne Tourenski oder Schneeschuhe – unmöglich. Letzteres besitze ich in doppelter Ausführung. Das Auto stellen wir beim Listwirt in Bad Reichenhall ab. Dort geht es stetig bergan über eine Fortstraße bis man auf den Mulisteig trifft. Ab hier hat immer wieder gut gehbare Altschneefelder. Die Sonne lugt immer wieder zwischen den Bäumen hindruch. Uns wird sofort warm, der Duft der Luft verändert sich. Es fühlt sich schon fast frühlingshaft an. Schnellen Schrittes erreichen wir die Zwieselaln. Hier wird kurz gerastet und die Schneeschuhe angschnallt. Weitere Wanderer sitzen schon bei der Alm in der Sonne. Doch keiner hat bisher angespurt, also müssen wir zwei das unternehmen. Kaum im Wald unterwegs, schauen wir recht verwirrt. Wo sind die Markierungen? Geht man auch im Winter wie im Sommer? Fragen über Fragen, aber eines ist fix: Man sollte die Tiefwintertour zum Zwiesel nicht alleine als Ortkunkundiger angehen, sonst findet man sich schnell beim nächsten Abhang wieder. Das stapfen, spuren und queren wird immer anstrengender. Eine Auftsiegshilfe an den Schneeschuhen hilft uns ein wenig. Nicht lange im Bergwald und immer steileren Hängen fragen wir uns ob wir noch richtig sind. Alles ist so anders als zu den anderen Jahreszeiten. Von der Weiten sehen und hören wir andere Wanderer. Wir warten auf Sie und tuen uns zusammen.

auf dem Weg zum Zwiesel © Ann-Kathrin Helbig

auf dem Weg zum Zwiesel © Ann-Kathrin Helbig

Allerdings trennen wir uns schnell und wir spuren weiter an bis wir nach gefühlt unendlich steilen Aufstiegen endlich das Plateau des Zenokopfes erreichen. Ganz klar ist, das war die diritissima, die wir da angespurt haben. Das Wetter spielt optimal mit, der Himmel ist strahlend blau und die Sonne knallt. So sehr, dass meine Freundin im T-Shirt unterwegs ist und die Hose hoch krempelte 😀

Am Gipfel des Zwiesel angekommen vergehen uns die Hitzewallungen, es weht ein starker Wind. Nicht gerade angenehm, aber jetzt sind wir endlich da und die Aussicht ist einfach fein!

Blick zum Hochstaufen © Ann-Kathrin Helbig

Blick zum Hochstaufen © Ann-Kathrin Helbig

Blick zum Zenokopf © Ann-Kathrin Helbig

Blick zum Zenokopf © Ann-Kathrin Helbig

auf dem Weg zum Zwiesel © Ann-Kathrin Helbig

auf dem Weg zum Zwiesel © Ann-Kathrin Helbig

Irgendwann taucht dann auch die andere Gruppe auf, wir steigen ab zum Zenokopf, wo diese gerade verbleibt. Auch dort weht ein starker Wind, wodurch wir uns auch dort nicht länger aufhalten. Kaum sind wir aufgebrochen hören wir einen spitzen Schrei. Einer der Gruppe ist auf eine Wechte getreten und nun in ihr versunken. Zum Glück ist er nicht ganz durchgebrochen, denn das hätte üble oder tödliche Folgen. Zu viert ziehen wir den Mann aus dem Loch in der Wechte. Befreit bedankt er sich für seinen zweiten Geburstag.

auf dem Weg zum Zwiesel © Ann-Kathrin Helbig

auf dem Weg zum Zwiesel © Ann-Kathrin Helbig

Blick zum Sonntagshorn © Ann-Kathrin Helbig

Blick zum Sonntagshorn © Ann-Kathrin Helbig

Für unseren Abstieg wählen wir eine alternative Route. Der Schnee ist durch die Sonne sehr aufgeweicht, wodurch man auch mit Schneeschuhen oft hinfällt oder rutscht. Ich ziehe einen aus um mehr Sicherheit in den steilen Rinnen die wir gewählt haben zu bekommen.

Zurück an der Alm wird nochmal kurz gerastet und die Sonne genossen, wie nun sehr viel andere Sonnenanbeter, die hier nun verweilen. Über den Mulisteig und die Fortstraße geht es dann wieder zurück zum Listwirt.

Ma glaubt es kaum, aber am heutigen Tage war der Zwiesel schon fast ein kleines Abenteuer. Liebe Grüße, eure Ann-Kathrin

1 Kommentar

16. Februar 2018um8:36 von Brigitte

Schön, mal wieder was von dir zu lesen.
Wir sind uns vor ein paar Wochen an der Archenkanzel über den Weg gelaufen.

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