Der Nationalpark informiert
Das Jahr 2013 im Nationalpark Berchtesgaden
Das Jahr 2013 war ein besonders ereignisreiches im Nationalpark Berchtesgaden. Vor rund 100 Gästen informierten Nationalpark-Leitung und Mitarbeiter im Gasthaus Oberwirt in der Ramsau über die Eröffnung des Haus der Berge, Hochwasserschäden im Klausbachtal, Watzmann-Almen, Felssturzgefahr im Wimbachtal, den Waldbrand am Königssee, Pläne für die Neugestaltung der Informationsstellen, sabotierte Klimastationen und gestohlene Motorsägen.

„Wir sollten offen miteinander umgehen und den Dialog suchen. Konstruktive Kritik ist immer willkommen und sollte auf allen Seiten beherzigt werden“, schloss Herbert Geschossmann, Bürgermeister von Ramsau, nach rund zweieinhalb Stunden die sechste Auflage der öffentlichen Veranstaltung „Der Nationalpark informiert“. In der abschließenden Diskussionsrunde interessierten sich die Bürger vor allem für den Zustand der Wege und Steige im Nationalpark, die rechtlichen Hintergründe zur Trennung von Wald und Weide sowie für die Müllsituation am Malerwinkel-Rundwanderweg. Außerdem wurde angeregt, die Gäste im Jennerbereich besser über den Nationalpark zu informieren – mittels Schautafeln oder sogar mit einer neuen Informationsstelle. „Diese Anregung ist sehr gut, aufgrund der finanziellen Situation kann ich hier aber noch keine Zusagen machen“, erläuterte der Nationalparkeiter.
Wimbachschloss und Watzmann-Almen
Als abgeschlossen betrachten sowohl Ramsaus Gemeindeoberhaupt Herbert Gschossmann als auch Nationalpark-Leiter Dr. Michael Vogel die Diskussionen um die Öffnungszeiten des Wimbachschlosses. Für Nationalpark-Leiter Dr. Vogel steht fest: „Das Wimbachschloss war, ist und bleibt eine Tagesgaststätte. Mit den Pächtern haben wir uns bezüglich der Öffnungszeiten geeinigt.“ Und Gschossmann ergänzt: „Es wurde eine gute Lösung für beide Seiten gefunden. Jetzt sollte von außen kein Öl mehr ins Feuer gegossen werden“.

Dr. Roland Baier, stellvertretender Nationalparkleiter, informierte über die Hintergründe zum Thema Watzmann-Almen. Einfache Lösungswege seien von Bischofswiesens Bürgermeister Toni Altkofer in der Vergangenheit stets abgelehnt worden. „Dies ist besonders enttäuschend“, so Dr. Baier, „da wir durch die aktive Schaffung von Lichtweideflächen auf der Stuben- und Grubenalm die Almbewirtschaftung für die Gemeinde verbessern wollen“. Dr. Baier stellte klar, dass sich die Nationalparkverwaltung trotz des von der Gemeinde initiierten Rechtsstreits für eine gute Lösung für den einheimischen Pächter einsetzen wird.
Geologische Gutachten, Hochwasserschutz und Borkenkäfer
Anschließend stelle Dr. Baier kurz das geologische Gutachten für die Wimbachgrieshütte vor. Aus diesem geht hervor, dass für die Hütte keine aktuelle Gefährdung durch Felssturz besteht. Zum Hochwasserschutz im Klausbachtal verwies Baier auf die Zuständigkeit des Wasserwirtschaftsamtes, das laut Bürgermeister Gschossmann am 27.3. zu den geplanten Maßnahmen rund um Klausbach und Hintersee Stellung nehmen wird. Die Borkenkäfersituation hat sich im gesamten Nationalpark deutlich entspannt. So sind 2013 nur 300 Festmeter Käferholz angefallen, Bestandslücken wurden mit Tanne und Buche nachgepflanzt. „Wir werden aber auch 2014 wieder intensiv nach Käfern Ausschau halten“, versprach Baier. „Das Schlimmste haben wir nach dem Sturm Kyrill aus dem Jahr 2007 aber wohl überstanden.“ Die Wildbestandsregulierung wird im Nationalpark weiter zurückgefahren, ab 2014 soll die Jagd in großen Bereichen eingestellt werden. „Damit erreichen wir in Kürze 75% Kernzonenfläche im Nationalpark Berchtesgaden“, freut sich Dr. Baier.
Diebe und Vandalen im Nationalpark
Zwei gestohlene Motorsägen am Hochalmsteig im Herbst 2013 ärgern Revierleiter Hans Neubauer noch heute. „Die Arbeiten konnten aufgrund der wiederholten Diebstähle nicht fertig gestellt werden. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern auch ein Sicherheitsrisiko“, so Neubauer. Auch Nationalpark-Leiter Dr. Michael Vogel ist verärgert über mutwillige Beschädigungen an mehreren Klimastationen im Nationalpark: „Hier schadet man nicht dem Nationalpark, sondern der Allgemeinheit. Die Daten der Stationen gehen an den Lawinenwarndienst, den Hochwasserwarndienst und an den Unwetter-Warndienst. Es ist mir unbegreiflich, warum hier so unüberlegt und gesetzeswidrig gehandelt wird.“ In allen Fällen hat die Nationalparkverwaltung Anzeige gegen Unbekannt erstattet.
Die Zukunft im Nationalpark
Viel Lob und Dank gab es vom Nationalparkleiter für die Gemeinden des Talkessels hinsichtlich der guten Zusammenarbeit bei der Erstellung eines gemeinsamen Landschaftsrahmenplanes. Dieser Plan soll 2014 fertig gestellt werden. Neu ab 2014 ist auch die überarbeitete Beschilderung der Radwege im Nationalpark. Wegereferent Lorenz Köppl erläuterte kurz die neue Radfahrverordnung und stellte das Wegekonzept vor. „Ein großer Dank geht an die Sektion Berchtesgaden des Deutschen Alpenvereins, die uns mit mehreren ehrenamtlichen Helfern bei der Kontrolle des Zustandes der Nebenwege unterstützt“, lobt Köppl. 2014 soll die gute Zusammenarbeit fortgesetzt werden, was Christl Zembsch als Vertreterin der Sektion bestätigte. Nationalpark Mitarbeiter Ulrich Brendel stellte anschließend die Konzepte zur Erneuerung der Nationalpark-Informationsstellen am Hintersee („Klausbachhaus“) sowie an der Wimbachbrücke vor. Im Klausbachhaus entsteht eine neue Ausstellung zum Thema „Almwirtschaft“, an der Wimbachbrücke wird vor allem das Gelände rund um die Infostelle neu gestaltet. Andrea Heiß, Leiterin des Sachgebietes Umweltbildung, präsentierte abschließend die Aufgaben des Bildungszentrums im „Haus der Berge“ sowie die aktuellen Teilnehmerzahlen aus dem Führungsprogramm des Nationalparks. „115 Veranstaltungen haben im Bildungszentrum im Haus der Berge bereits stattgefunden. Insgesamt haben wir bei über 500 Veranstaltungen im Jahr 2013 rund 21.000 Personen betreut. Das sind 50% mehr als in den Vorjahren. Damit sind wir an der Kapazitätsgrenze angelangt.“ 2012 waren es noch 13.000 Personen bei rund 300 Veranstaltungen, die Zugkraft des neuen Nationalparkzentrums „Haus der Berge“ ist damit deutlich spürbar.
Pressemitteilung Nationalpark Berchtesgaden