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Wunderschön! oder:

Wie ist es denn eigentlich so, beim Fernsehen?

Letzte Woche hatte ich nicht nur Gelegenheit, sondern sogar die Ehre, ein wdr-Team bei den Dreharbeiten zu „Wunderschön!” über das Berchtesgadener Land zu begleiten. Das war immer interessant, meistens lustig und manchmal auch ganz schön anstrengend.

 

 

Denn während der Moderator, die Autorin, die Kameraleute, der Tontechniker und die Maskenbildnerin Profis waren und wussten, wie ein so langer Dreh mit sechs vollgepackten Drehtagen läuft, war ich das einzige Fernseh-Greenhorn in der Crew. Und ich hätte es wirklich nicht für möglich gehalten, dass wir zum Beispiel sage und schreibe vier Stunden zwischen Jenner-Bergstation und Jenner-Gipfel verbracht haben, bei einem Fußweg, den man locker in 15 Minuten bewältigt, und zwar jeder. Nur eben ein Filmteam nicht. Und das lag nicht an der schweren Ausrüstung, denn die Kameras sehen heutzutage wie Spiegelreflex-Fotokameras aus.

 

 

Woran lag’s dann eigentlich? An der Vorbereitung und, vor allem, an den vielen Wiederholungen, die wir gedreht haben. Einmal komme ich von der falschen Seite ins Bild, dann komme ich zu früh, das nächste Mal zu spät. Dann kommt der Moderator kurz mal mit den vielen Bergen durcheinander – “Äh, welcher ist jetzt nochmal der Watzmann?” – und so weiter. Man glaubt gar nicht, was alles passieren kann, wenn man doch eigentlich nur drei, vier Sätze einigermaßen flüssig hintereinander herausbringen soll. Und dann denkst du, ja, jetzt ist es im Kasten. Der  Kameramann aber sagt: “Ja, sehr schön, das machen wir gleich nochmal.”

 

 

Je länger man braucht, auch wenn man die erste Gondel um acht nimmt, desto voller wird es dort oben natürlich. Die einen wandern munter durchs Bild, die nächsten erzählen sich laut Witze während des Drehs – ja, auch der Ton wird aufgenommen -, die dritten gehen auch dann nicht weg, wenn man sie ganz freundlich darum bittet. Auch nicht für fünf Minuten und auch nicht um zwei Meter, denn “wir sind ja schließlich im Urlaub!”

 

 

Mittags war ich fix und fertig, als hätte ich die Kleine Reibn über den Schneibstein in 4 Stunden hinter mich gebracht. Dabei war ich nur am Jenner! Und während ich zur Erholung zum Stahlhaus rüber gelaufen bin und dann zu Fuß zum Königssee runter, musste das Team schon an den nächsten Drehort: Zum Hubsi auf die Priesbergalm, zu Friedl Anfang in die Almbachklamm, mit Ulli Brendel ins Klausbachtal, zum Stanggassinger Franz in die Lederhosen-Werkstatt oder zu den beiden Koch-Brüdern auf den Predigtstuhl.

 

 

Ich durfte noch mit dabei sein am Kehlsteinhaus, am Königs- und am Obersee, im Markt Berchtesgaden (Achtung, Lederhose und Dirndl!) und auf der Mordau-Alm, und das war zugleich mein absolutes Highlight! Da war es richtig lustig und eine prima Brotzeit hatte die Sennerin Silvia auch noch hergerichtet und natürlich eine Runde Schnaps. Eine? Nein, ich glaub, es waren mehr.

 

 

Und wenn ihr jetzt noch wissen wollt, wann die Sendung ausgestrahlt wird: Sonntag, 9.11.2014, ab 20.15 Uhr: “Wunderschön! Berchtesgadener Land” im wdr, auch online zu sehen. Die Sendung wird 2015 noch einmal wiederholt. Dafür lohnt es sich doch, einmal auf den Tatort zu verzichten, oder?

 

 

Ach ja: Es wurden ganz viele schöne Sachen in den roten Wunderschön!-Rucksack gepackt. Den kann man gewinnen! Sendung schauen, aufpassen und mitmachen! Viel Glück!

Lisa Graf-Riemann ist in Passau geboren und lebt seit vielen Jahren in Marktschellenberg im Berchtesgadener Land. Sie schreibt Reisebücher, Lehrwerke und bisher 6 Kriminalromane: "Eine schöne Leich" (2010), "Donaugrab" (2011), "Eisprinzessin" (2013) und "Madame Merckx trinkt keinen Wein" (2015). Die Romane "Hirschgulasch" (2012) und "Rehragout" (2014), die auch im Berchtesgadener Land spielen, schrieb sie zusammen mit Ottmar Neuburger. Mit ihm verfasste sie auch die "111 Orte im Berchtesgadener Land, die man gesehen haben muss" (aktualisierte Neuauflage 2015). Alle Bücher sind im Emons Verlag in Köln erschienen. Wenn sie nicht am Schreibtisch sitzt , findet man sie im Sommer wie im Winter in den heimischen Bergen, auf einem Klettersteig oder beim Schwimmen am Thumsee.

2 Kommentare

  • Joachim Kindler

    In Ihrem Bericht habe ich die Rossfeldstraße, das Kehlsteinhaus und Dokumentationszentrum Obersalzberg vermisst.

    Mit freundlichen Grüßen

    Joachim Kindler

    • Sepp

      Servus Joachim, das Kehlsteinhaus kam vor in den Bericht, die beiden anderen nicht. Es gibt einfach so viel sehenswertes im Berchtesgadener Land, das passt gar nicht in eine Sendung 😉

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