Die Gotzenalm
Berge

Feierabend Radltour Gotzenalm

Die Gotzenalm
Die Gotzenalm

Die Gotzenalm ist mit Sicherheit einer der schönsten Plätze rund um den Königssee, die lange und steile Mountainbike Tour auf die Gotzenalm stellt für viele Radlfahrer die Krönung der Berchtesgadener Mountainbike-Touren dar. Nachdem ich seit Jahren schon nicht mehr hier oben war, habe ich mich gestern Abend auf mein E-Bike geschwungen und der Gotzenalm mal wieder einen Besuch abgestattet. Ich weiß, dass die E-Bikes umstritten – bei manchen Mountainbikern sogar verpönt – sind! Für mich ist es aber ein ideales Fortbewegungsmittel, um auch entlegene Ziele zügig und relativ entspannt zu erreichen. Oder um am Abend noch größere Touren zu machen!

Der Radlweg zur Gotzenalm führt von Hinterbrand in Richtung Jennerbahn Mittelstation, allerdings nicht auf dem Wanderweg. Statt auf dem von Wanderern stark frequentierten Königsweg führt die Strecke für die Mountainbiker erst ober-, dann unterhalb des Fußweges auf einer breiten Forststraße entlang. Schon nach wenigen Metern erreicht man den ersten Höhepunkt der Tour: Den Beschneiungsteich des Skigebiets Jenner.

Der Beschneiungsteich am Jenner
Der Beschneiungsteich am Jenner

Am gestrigen späten Nachmittag haben viele Wanderer und Radfahrer das traumhafte Spätsommer-Wetter zu einem Ausflug zum Jenner Speichersee genutzt. Dieser künstliche See hat sich seit seinem Bestehen zu einem beleibten Ausflugsziel entwickelt. Auf einem Rundweg und den zahlreichen Bänken kann man von hier aus das grandiose Panorama über das Berchtesgadener Tal zum Watzmann und den weiteren Bergen genießen.

Im weiteren Verlauf führt der Weg flach oder leicht ansteigend durch den Wald oberhalb des Königssees. Immer wieder ergeben sich von der Forststraße imposante Tiefblicke zum See.

Tiefblick zum Königssee
Tiefblick zum Königssee

An der Königsbachalm zweigt der Weg dann nach rechts ab und führt über die Büchsenalm zu einer scharfen Kehre, danach weiter oberhalb des Königssees entlang nach Süden. Etwa 2 Kilometer geht es jetzt wieder leicht bergab bis zur Gotzentalalm.

Die Gotzentalalm
Die Gotzentalalm

Bis hierher ist die Mountainbike Tour zur Gotzenalm recht gemütlich, der steile Teil beginnt erst jetzt. Wo der Steig zur Bedarfshaltestelle Kessel am Königssee in den Fahrweg mündet, wird der Weg schlagartig steiler. Immerhin müssen auf den letzten 4 Kilometern bis zur Gotzenalm mehr als 500 Höhenmeter überwunden werden. Das geschieht auf zahlreichen Kehren und Serpentinen! Wieder einmal bin ich dankbar für die Motorunterstützung meines Rades: Mit dem herkömmlichen Mountainbike werden die letzten Meter bis zum Hochplateau der Alm zur Kraftprobe und oft auch zur Qual. Aber sobald man die letzte Geländekuppe überwunden hat, steht man am Rand der Gotzenalm und überlickt das Hochplateau der Alm, sieht die Teufelshörner und das Leuchten der übergossenen Alm am Hochkönig! Dieser Ausblick entschädigt für den steilen Aufstieg!

Die Gotzenalm
Die Gotzenalm

Gleich am Rand der großzügigen Almfläche zweigt der Weg zum Feuerpalven, dem berühmten Aussichtspunkt hoch über dem Königssee, ab.

Wegweiser zum Feuerpalven auf der Gotzenalm
Wegweiser zum Feuerpalven auf der Gotzenalm

Wenn Ihr mal auf der Gotzen seid, macht unbedingt den kleinen Abstecher zum Feuerpalven. Der Weg führt ganz angenehm direkt auf den Watzmann zu, der heute Abend leider nur sehr undeutlich zu sehen ist.

Der Weg zum Feuerpalven
Der Weg zum Feuerpalven

Am Weg steht auch das Almkreuz der Gotzenalm.

Das Almkreuz auf der Gotzen
Das Almkreuz auf der Gotzen

Der Weg zum Feuerpalven bietet durch seine erhöhte Lage an der Gratschneide einen wunderbaren Ausblick in alle Richtungen. Über die Berggaststätte und das Almgelände sieht man nach Süden bis zum Hochkönig. Der Gletscher der übergossenen Alm leuchtet in der Abendsonne und deutlich kann man das Matrashaus auf dem Gipfel des Hochkönig erkennen.

Blick zum Hochkönig mit Matrashaus und übergossener Alm
Blick zum Hochkönig mit Matrashaus und übergossener Alm

Ich erinnere mich zurück: Vor etwa einem Jahr war ich dort oben, nach einer anstrengenden Biwak-Tour durchs steinerne Meer.

Auf der anderen Seite bilden sich gerade fantastische Wolken über Jenner, Hohem Brett und dem Fagstein.

Jenner, Hohes Brett, Fagstein
Jenner, Hohes Brett, Fagstein

Nach der Überquerung der lichten Almfläche führen die letzten Meter des Weges zum Feuerpalven durch den Wald.

Aussichtspunkt Feuerpalven
Aussichtspunkt Feuerpalven

Leider ist der direkt gegenüberliegende Watzmann nur schemenhaft zu erkennen, es ist einfach zu diesig und die tief stehende Abendsonne tut das übrige. Der Tiefblick nach St. Bartholomä am Königssee ist aber so beeindruckend wie immer.

Tiefblick vom Feuerpalven nach St. Bartholomä
Tiefblick vom Feuerpalven nach St. Bartholomä

Der Eisgraben lässt noch ein paar Strahlen der Sonne zur Halbinsel im Königssee durch, der Großteil des Sees liegt aber bereits im Schatten des Watzmanns. Ich beobachte die Elektroboote, die auch am Abend noch schwer beschäftigt sind, die Besucher von St. Bartholomä wieder zur Seelände zu bringen.

Abend auf St. Bartholomä
Abend auf St. Bartholomä

Schließlich breche ich wieder auf und gehe zurück zur Alm.

Zurück zur Gotzenalm
Zurück zur Gotzenalm

An der Berggaststätte Gotzenalm kehre ich schließlich ein.

Einkehr an der Berggaststätte Gotzenalm
Einkehr an der Berggaststätte Gotzenalm

Die meisten Gäste hier oben sind Übernachtungsgäste, die Gotzenalm beitet nämlich Zimmer und Lager an und ist damit ideale Station einer Mehrtages Wanderung, zum Beispiel auf der Großen Reibn, der Hüttentour rund um den Königssee. Aber auch ein paar Radfahrer treffe ich hier oben, sowohl herkömmliche Mountainbiker wie auch E-Biker. Ich suche mir ein schönes Plätzchen auf der Terrasse und genieße den Ausblick.

Ausblick von der Gotzenalm zu den Teufelshörnern und Hochkönig
Ausblick von der Gotzenalm zu den Teufelshörnern und Hochkönig

Auf der Terrasse trinke ich bei wirklich angenehmen Temperaturen ein Radler und warte auf den Sonnenuntergang. Man merkt den Herbst schon deutlich, die Sonne steht tief und verschwindet hinter dem Watzmann.

Sonnenuntergang auf der Gotzenalm
Sonnenuntergang auf der Gotzenalm

Ich warte nicht, bis es dunkel ist, sondern breche auf, solange es noch hell ist. Ich haben natürlich Lichter an meinem Rad, will aber die steile Abfahrt unbedingt noch bei Tageslicht hinter mich bringen.

Wunderschön war’s auf der Gotzenalm, da werd ich bald mal wieder vorbeischauen. Euer Sepp

Mein Name ist Sepp Wurm und ich bin seit Sommer 2010 bei der Berchtesgadener Land Tourismus. Als Social Media Enthusiast kümmere ich mich neben diversen anderen Kanälen auch um das BerchtesgadenerLandBlog. Schwerpunkt meiner Blogbeiträge sind Berichte über meine Wanderungen und Bergtouren im Sommer, sowie über Skitouren im Winter. Meine Leidenschaft für die Berge bringe ich gerne in unseren Blog mit ein. Als waschechter Ramsauer „Bergbauernbua“ liegen mir zudem unsere Heimat und ihre Traditionen und Bräuche natürlich besonders am Herzen. Ich hoffe, diese Liebe zu unserem schönen Berchtesgadener Land spiegelt sich auch in meinen Blogbeiträgen wider.

5 Kommentare

  • Oliver

    Hallo Sepp,
    es ist wie immer , schöner Bericht und schöne Bilder.Jedesmal wenn ich die Bilder sehe würde ich am liebsten ins Auto steigen und los aber leider geht es nicht so wie man gerne möchte.So muss ich wieder bis zum nächsten Urlaub warten. 🙂

  • Natalie Karpaty

    Griaß Eich,
    wir würden im Juni gern mit unseren EMTBs rauf zur Gotzenalm.
    Wir haben eine gute Kondition sind aber keine Profis.
    Ist die Tour mit dem Ebike sehr schwierig zu fahren?
    Reicht bei „normalen“ Fahrverhalten der Akku?
    Danke!
    🙂

    • Sepp

      Servus Natalie, also wenn ihr nicht immer mit voller Untertsüzuing fahrt, dann schafft das der Akku locker. Das letzte Stück vor der Alm ist halt sehr steil, also perfektes E-Bike Gelände 😉

  • Peter Winkler

    Ja hallo Sepp, vielen Dank für die schönen Bilder, in den nächsten 2 Wochen werde ich mit meiner Frau auf die Gotzenalm fahren, denke das sie es schaffen wird, war ja schon überall dabei. Nun war ich 2015 mit dem normalen Mtb auf die Alm unterwegs und habe von Hinterbrand aus 2 Stunden gebrauch, und denke das es mit einen E-Bike schon in 1 einhalb Stunden zu schaffen ist. Nur noch ein paar schöne Tage und ich bin glücklich, bin ja schon 70.

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