Elisabeth Hölzl-Michalsky in Ihrem Berchtesgadener Theater
Kultur

Bretter, die die Welt bedeuten

Elisabeth Hölzl-Michalsky ist seit 33 Jahren Direktorin des Berchtesgadener Bauerntheaters. Auf der Bühne steht sie schon 56 Jahren Jahren – und ist kein bisschen müde.

Als junges Mädchen habe sie mit Gesang begonnen, sei aber dann schnell zum Schauspiel gewechselt, erzählt sie. Im Berchtesgadener Bauerntheater steht sie seit 1966 auf der Bühne. Das Theaterensemble wurde 1903/04 (Anmerkung: in vielen Quellen findet man 1905 – aber Elisabeth Hölzl-Michalsky hat die Jahreszahl persönlich recherchiert) von Franz Gritl gegründet, und spielte Anfangs nicht in einem festen Haus, sondern in Hotels und Gasthäusern, die einen Saal hatten.

Ensemble des Berchtesgadener Bauerntheaters

Einer der ersten Spielorte war auch das Berchtesgadener Hotel Vierjahreszeiten. 1948 übernahm Franz Hafner das Theater, das dann endgültig am Franziskanerplatz heimisch wurde. Anfangs noch in einem Nebengebäude des Hotels Watzmann, bis es in den 50er Jahren zum Theaterhaus mit 330 Sitzplätzen ausgebaut wurde. Schon in seinen Anfängen unter Franz Gritl war das Berchtesgadener Bauerntheater eine gefragte Bühne, die 1910 zu einem Gastspiel nach Südamerika aufbrach. „Wie lange die Truppe unterwegs war, kann ich nicht sagen, aber das Ensemble war viel auf Reisen. In den frühen 50ern gab es zum Beispiel eine Tournee in Namibia, in den 70er Jahren haben wir mit bayerischem Brauchtum wie Volksliedern und Schuhplatteln bei Hoteleröffnungen im Oman oder in Bahrein mitgewirkt“, erinnert sich Elisabeth Hölzl-Michalsky. „Das hat damals das Auswärtige Amt eingefädelt. Für mich war es ein echter Höhepunkt in meiner Schauspielkarriere“. Auch an Fernsehaufzeichnungen in den 70ern erinnert sie sich gerne. „Das war eine phantastische Werbung fürs Theater“.

Mit nur 39 Jahren trat sie am 15. April 1987 die Nachfolge von Franz Hafner als Theaterdirektorin an. „Das hätte ich mir nie träumen lassen, obwohl ich schon früh an Kultur interessiert war, und mit Anfang 20 nach Bayreuth zu den Wagner Festspielen reiste. Ich saß in der ersten Reihe und war fasziniert“.

Zu den Glanzzeiten der Volksbühne gab es 230 Vorstellungen im Jahr. „Wir spielten im Sommer täglich, oft auch in unserer Freilichtbühne am Kälberstein. Sogar im Winter gab es drei Aufführungen in der Woche. Die Gäste blieben lange, bis zu vier Wochen, da gehörte der Theaterbesuch zum Aufenthalt dazu. Die Vermieter kamen zusammen mit den Gästen und der Familie. Stammgäste unter den Berchtesgadenern habe ich auch heute noch, die kommen regelmäßig ins Theater.“ Heute bleiben die Gäste nur noch durchschnittlich vier Tage in Berchtesgaden. „Da nimmt man sich weniger Zeit für einen Theaterbesuch. Die Leute sitzen beim Abendessen in ihren Hotels und gehen nicht mehr so viel aus“, bedauert die Theaterchefin. „Dabei gehört das Volkstheater zur bayerischen Kultur.

Wie lange sie sich vorstellen kann, ihr Theater noch zu führen, frage ich vorsichtig nach. „Solange es mir und den Besuchern Freude macht“, antwortet sie energisch. „Ich mache zwei neue Inszenierungen pro Jahr. Und spiele dreimal die Woche“. Das Theater ist halt ihr Leben.

Nachdem ich beruflich und privat viel von der Welt gesehen habe, weiß ich, was das Berchtesgadener Land alles zu bieten hat , und wie gut man hier lebt. Die wunderbare Natur und Ursprünglichkeit begeistern mich, und ich gebe diese Begeisterung gerne auch an unsere Besucher und Gäste weiter.

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