Sonnenuntergang-Kehlsteinhaus

Bergerlebnis & Alpenstadt - Blog

Lisa-Graf-Riemann

Hochkalter Tagestour

 von Lisa
Der Gipfel des Hochkalter (2.607 Meter) in Wolken

Der Gipfel des Hochkalter (2.607 Meter) in Wolken

Dass die Hochkalter-Überschreitung mit Abstieg durchs Ofental eine weite Tour ist, das haben wir uns schon gedacht. Die Blaueishütte war jedoch bis auf den letzten Platz ausgebucht fürs Wochenende, sodass wir die Tour doch an einem Tag rauf und runter angepackt haben. Also: Früher Aufstieg vom Hintersee, Parkplatz Seeklause, noch im Dunkeln mit Stirnlampen, und in 1:50 Std. flott auf die Blaueishütte. Dort erst einmal ein heißer Kaffee zur Stärkung.

Morgenrot Schärtenalm

Schärtenalm

Da geht’s rauf zum Hochkalter

Da geht’s rauf!

Blaueisgletscher

Blaueisgletscher

Die Blaueishütte am Hochkalter

Blaueishütte

Dann hinauf auf den ersten Gipfel, den Rotpalfen, der auf manchen Karten auch Wasserwandkopf heißt. Dazu muss man durch eine plattige Wand aufsteigen, die aber gute Griffe und Tritte bietet (I-II Kletterei).

Das erste “Wandl”

Das erste “Wandl” zum schönen Fleck

Die grüne Scharte oben am Grat heißt “Schöner Fleck”und bietet einen wunderbaren Blick hinüber auf die Reiteralm. Vor dem ersten Gipfel, dem Rotpalfen, steht aber dann noch eine 15 Meter hohe Felswand herum, die als schwierigste Stelle des Aufstiegs gilt, aber ebenfalls mit guten Griffen und festem Gestein auch für Nicht-Bergsteiger mit ein bisschen Armkraft gut zu bewältigen ist.

Das 2. “Wandl”

Das 2. “Wandl”

Danach wird’s dann ein bisschen leichter, man wandert auf einem breiten Kamm dahin, doch sollte man sich nicht täuschen: Vor den Gipfel des Hochkalter mit seinen 2.607 Metern, hat der Herr noch zwei weitere Gipfel gesetzt, eben den Rotpalfen mit 2.367, und den Kleinkalter mit 2.513 Metern. Die nehmen wir der Reihe nach wohl oder übel auch noch mit.

Gratwanderungen zum Hochkalter

Gratwanderungen zum Hochkalter

Da taucht er auf aus dem Nebel, der Gipfel

Da taucht er auf aus dem Nebel, der Gipfel

Das Wetter beschert uns jetzt dramatische Ausblicke hinunter ins Blaueis, den Gletscher, der zwischen Hochkalter und Blaueisspitze sehr steil, mit bis zu 50 Grad Neigung, wie ein weißer Vorhang an der Wand hängt und der Gletscherschmelze in seiner schattigen Scharte trotzt. Wenn man allerdings Bilder aus den 1920er Jahren sieht, möchte man direkt weinen angesichts des kläglichen Rests, der heute noch übrig ist vom nördlichsten Gletscher der Alpen.

Das Blaueis

Das Blaueis

Vom Kleinkalter geht’s dann wieder hinunter in eine Scharte und dann auf dem Grat hinüber zum Hochkalter.

Hochkalter-Überschreitung

Noch ein Grat

Ein letzter Gipfelaufschwung und wir sind oben, zusammen mit einer Handvoll anderer Bergsteiger. Wir haben von der Hütte aus mit kleineren Pausen 4 Stunden gebraucht, nicht 3, wie angeschrieben, aber Hauptsache oben!

Am Hochkalter-Gipfel

Am Hochkalter-Gipfel

Blick ins Wimbachgries

Blick ins Wimbachgries

Jetzt schnell und genüsslich ein paar Kohlehydrate eingeworfen, denn der Abstieg durchs Ofental hinunter ins Klausbachtal ist wahrlich kein Spaziergang. Die fast 1.800 Höhenmeter des Aufstiegs wollen abwärts wieder abgearbeitet werden.

Abstieg durchs Ofental

Abstieg vom Hochkalter durchs Ofental

Nur so viel: Es war noch hell, als wir das Klausbachtal erreichten und am Hintersee entlang zum Parkplatz an der Seeklause “hatschten”. Denn “wandern” kann man das nicht mehr nennen. Aber: geschafft!

Blick hinüber aufs Mühlsturzhorn (Reiteralm)

Blick hinüber aufs Mühlsturzhorn (Reiteralm)

Ziemlich stolz lese ich daheim nach einer heißen Dusche und einem Pfund Fußbalsam im DAV-Führer von Bernhard Kühnhauser nach, dass die Überschreitung mit “W6/II” gekennzeichnet ist, also ein durchaus sehr anspruchsvoller alpiner Steig, der eine Menge Ausdauer und auch ein bisschen Leidensfähigkeit verlangt, wenn man kein knackiger Leistungssportler (mehr) ist. Aber so eine Tour macht man ja nicht jeden Tag, nicht einmal jedes Jahr.

Nur noch runter! 1.800 Höhenmeter Abstieg

Nur noch runter! 1.800 Höhenmeter Abstieg

Für geübte Berggeher mit etwas Klettererfahrung und ohne Höhenprobleme gut machbar und absolut empfehlenswert! Pferdesalbe und/oder Fußbalsam nicht vergessen!

Eure Lisa

4 Kommentare

24. August 2015um22:22 von Steve

Brilliant tour!

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25. August 2015um8:07 von Sepp

Respekt Lisa, ganz tolle Tour!

antworten

25. August 2015um21:00 von Ursula Haubner

Super tolle Bilder zu sicher besonders spektakulären Tour!☺

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