Blick zum Hochkalter © Ann-Kathrin Helbig
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Wenn der Hochkalter ausschaut wie der Himalaya …

Blick zum Hochkalter © Ann-Kathrin Helbig
Blick zum Hochkalter © Ann-Kathrin Helbig

… dann ist Winter auf der Reiter Alm! Oder: neue Perspektiven entdecken auf einem zauberhaften Gebirgsstock.

Wart ihr schon mal im Winter auf der Reiter Alm? Nein? Dann wird aber aller höchste Zeit! Die Reiter Alm, der wunderschöne Gebirgszug, der das Landschaftsbild von Ramsau so prägt ist Sommer wie Winter ein wunderbares Ziel. Überraschenderweise nicht annähernd so hoch frequentiert wie der Watzmannstock oder das Hochkaltergebiet.

Für die heutige Wintertour braucht es aufgrund der noch dünnen Schneeschicht noch keine spezielle Ausrüstung. Steigt aber die Schneelage sind Schneeschuhe oder eine Tourenskiausrüstung unabdingbar. Bitte dann auch die Lawinenausrüstung nicht vergessen. Wir parken das Auto in Oberjettenberg, nahe der Talstation der Seilbahn der Bundeswehr. Seilbahn – wie jetzt?! Tja, nur leider nicht für den Normalowanderer gedacht. Teile der Reiter-Alm werden als Truppenübungsplatz genutzt und all das Equipment muss dann auch hochgeschafft werden.

Der Wanderweg zieht sich fast durchweg als Forststraße bis hinauf zum Plateau. Zwar wird dies als Schrecksteig bezeichnet, aber da schreckt es einen geübten Wanderer eher wenig. Schwieriger wird es allerdings wenn am Steig hinauf zum Schrecksattel viel Schnee fiel. Das war im Frühwinter allerdings noch nicht der Fall, so konnten wir in rund 2 Stunden in flottem Tempo bequem den Schrecksattel erreichen.

Ab dem Schrecksattel mit seinen imposanten Gedenktafeln für Bergopfer (an diesem Punkt bekomme ich immer eine Gänsehaut – Sommer wie Winter) gehen wir wieder auf einer breiten Forststraße bis zur Neuen Traunsteiner Hütte. Im Sommer ist die Alpenvereinsberghütte bewirtschaftet. Dort werden wunderbare Tee’s aus getrockneten Kräutern direkt von hier oben ausgeschenkt, auch das Essen ist ausschließlich hausgemacht und ein wahrer Gaumengenuss. Eine Einkehr im Sommer lohnt sich!

Nun machen wir uns auf dem Weg zum großen Weitschartenkopf. Ein schnell erreichter Aussichtsgipfel. Ab hier treffen wir auch nun auf Schnee. Der Aufstiegsweg ist fast ausschließlich von Latschen durchzogen. Diese können eine gewisse Menge an Schnee tragen und somit bleibt der enge Pfad noch recht schneefrei und ist ausschließlich matschig und rutschig. Doch Vorsicht! Gerade im oberen Gipfelbereich ist der Aufstieg recht steil. Soweit es geht sollte man die Hände zur Hilfe nehmen oder die Stöcke kleiner machen um leichter bergauf zu kommen.

Auf dem mini Gipfelplateau bietet sich die reinste Gipfelschau!

Gipfelkreuz Weitschartenkopf © Ann-Kathrin Helbig
Gipfelkreuz Weitschartenkopf © Ann-Kathrin Helbig
Blick zum Hochkalter © Ann-Kathrin Helbig
Blick zum Hochkalter © Ann-Kathrin Helbig

Die Wolkendecke reißt für einen kurzen Moment auf und die Ausblicke und die Fernsicht sind grandios! Ist das da vorne nicht der Himalaya?! Ach nee, das ist der Hochkalter! Das Winterkleid betont nochmals die Schroffheit der Berge und wie schwer sie sich doch oft von uns kleinen Menschen erklimmen lassen.

Blick zum Hochkalter © Ann-Kathrin Helbig
Blick zum Hochkalter © Ann-Kathrin Helbig
Blick zum Hochkalter © Ann-Kathrin Helbig
Blick zum Hochkalter © Ann-Kathrin Helbig

Der Rückweg erfolgt über den Aufstiegsweg.

Viel Spaß beim nachwandern, eure Ann-Kathrin

Im Winter 2013 verlies ich Familie und Freunde im Südhessischen Viernheim um als Nationalparkmitarbeiterin im Berchtesgadener Land zu leben. Endlich konnte ich meinen Traum wahr werden lassen! Direkt vom Elternhaus rund 600km in die Berge ziehen, was für andere vielleicht ein gewagter Schritt wäre, war für mich das Ende der Sehnsucht. Das Berchtesgadener Land - die Sehnsucht dorthin verspürte ich permanent über Jahre. Ich hörte die Berge nach mir rufen. Bekannt ist mir das Berchtesgadener Land seit ich drei Jahre alt bin, da der beste Freund meines Opas aus Anger ist. So entstand die Verbindung. Mit 24 Jahren gab ich dem Ruf der Berge nach, Koffer gepackt und ab ins Berchtesgadener Land. Ich lebe dort wo ich früher Urlaub machte. Ein lebendiger Traum! Meine Freizeit verbringe ich fast ausschließlich in den Bergen. Nach Feierabend sich an einem sonnigen Tag einfach hinlegen - für mich unmöglich! Ob nun gemütliche Feierabend-Wanderung, Bergwanderung oder Hochtour. Je nach Zeit und Wetterlage mache ich alles. Natürlich fragt man sich mit wem ist denn das "Venema"-Mädel unterwegs? Alleine! Alleine in den Bergen unterwegs zu sein, ist im Kopf vieler zu negativ behaftet. Oft mache ich alleine die interessantesten Begegnungen. Und darum wird es auch in meinen Berichten gehen - Begegnungen am Berg. Mittlerweile bin ich auch in den Printmedien zu finden: "Das Wanderbuch bayerische Hausberge" ISBN-13: 978-3-86246-527-9 Erschienen im Bruckmann Verlag München Auch bei Lesungen der Berchtesgadener Land Autoren bin ich mit dabei. Mehr Infos: http://bgl-autoren.de/

4 Kommentare

  • Christian

    Die Tour bin ich im Frühjahr auch angegangen. Allerdings bei mehr Schnee. Trotz Schneeschuhen war kurz vor dem Schrecksattel Schluss, da einfach kein Durchkommen mehr war und sich kurz vorher scheinbar auch kleinere Lawinen lösten. So musste ich dann abbrechen. Nun weiß ich wenigstens was mir entging.^^ Danke für den Bericht!

    • Ann-Kathrin

      Vielen Dank Verena!
      Ich brauche 2 Stunden zur Neuen Traunsteiner Hütte und 30 Minuten zum Gipfel des großen Weitschartenkopfes.
      Laut Wegesschild sind es 3,5 – 4 Std. zur Hütte und 1 Std. zum Gipfel.
      Das kommt immer auf dein eigenes Tempo an.

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