Am Hintersee vorbei
Berge,  Kultur

Almauftrieb zur Bindalm

Pinzgauer Kühe auf der Bindalm
Pinzgauer Kühe auf der Bindalm

Gestern war es soweit: Bei absolutem Traumwetter haben wir unsere Kühe zur Bindalm getrieben. 12,5 Kilometer lang ist die Strecke vom Möslerlehen, unserem Bauernhof an der Alpenstraße im Bergsteigerdorf Ramsau bis zu unserer Alm unweit der österreichsischen Grenze am Hirschbichl. Etwa 2,5 Stunden werden wir für die Strecke brauchen.

Los geht’s um 6 Uhr am Möslerlehen. An der Hindenburglinde vorbei gehen wir mit den Tieren über die steile Graßlergasse hinunter zum Bindenkreuz. 13 Tiere umfasst unsere Herde heute, 8 Milchkühe und 5 Jungtiere. 4 Kälber warten derweil noch im Stall, mit ihren sechs Monaten sind sie noch zu klein für den weiten Weg. Wir werden sie später mit dem Traktor-Anhänger abholen. Alle unsere Tiere sind Pinzgauer, eine ursprünglich bei uns heimische, mittlerweile allerdings bedrohte Rasse.

Almauftrieb zur Bindalm
Almauftrieb zur Bindalm

Nach einer halben Stunde erreichen wir den Hintersee. Der malerische See liegt am Morgen noch in völliger Ruhe, nur ein paar Fischer sind schon hinausgefahren.

Am Hintersee vorbei
Am Hintersee vorbei

An den Booten vorbei folgen wir der Straße am Ufer des Hintersees, während am CVJM Heim ein paar Gäste das morgendliche Spektakel still beobachten, grüßen uns am Wörndlhof die Wirtsleute Wolfgang und Barbara mit ihrer kleinen Tochter lautstark.

Die älteren Kühe, die schon mehrmals auf der Alm waren, sind extrem zielstrebig und legen ein enormes Tempo vor, die jüngeren Tiere haben Mühe Schritt zu halten. Der Zaun vor dem Klausbachhaus, die Grenze zum Nationalpark Berchtesgaden bietet die ideale Möglichkeit, die Herde wieder zu konzentrieren.

Das Klausbachhaus, Informationsstelle des Nationalparks Berchtesgaden
Das Klausbachhaus, Informationsstelle des Nationalparks Berchtesgaden

Jetzt betreten wir das Klausbachtal, eines der Kerntäler des Nationalparks Berchtesgaden. Zügig marschiert unsere Herde an der Wildfütterung vorbei und durchquert die Ebene bis zur ersten Steigung. Im Anstieg zur Hängebrücke unterhalb der Mühlsturzhörner trennt sich die Herde wieder auf. Zwei jüngere Tiere und eine ältere Kuh können das hohe Tempo nicht ganz halten. Wir haben aber genug Begleiter dabei, so bleiben einfach ein paar der Begleiter, allesamt Familien-Angehörige, bei den langsamen Tieren zurück und begleiten die Tiere zur Bindalm.

Kurze Rast an der Engertalm
Kurze Rast an der Engertalm

Der Mitterberg, der steile Berg kurz unterhalb der Bindalm, vergrößert die Lücke zwischen den schnellen und den langsamen Tieren noch mehr. Als einer der Begleiter der langsamen Tiere kommt mir der Abstand zur schnellen Gruppe riesig vor. Tatsächlich kommen wir aber nur eine Viertelstunde später als die schnellsten Tiere an der Bindalm an.

Pinzgauer Kuh auf der Bindalm
Pinzgauer Kuh auf der Bindalm

Es ist geschafft: Der Almsommer hat begonnen. Die nächsten 100 Tage werde unsere Tiere auf der Bindalm verbringen. Meine Eltern werden als Senner und Sennerin über die Tiere wachen.

Der Möslerkaser auf der Bindalm
Der Möslerkaser auf der Bindalm

Und natürlich wird meine Mutter die Milch der Kühe wieder zu Butter und Käse verarbeiten und damit hungrige Wanderer und Mountainbiker versorgen. Und natürlich die Genuss-Wanderer, die das Klausbachtal mit dem Almerlebnisbus erforschen.

Der erste Käse sollte nächstes Wochenende bereits fertig sein, schaut doch mal vorbei. Euer Sepp

Mein Name ist Sepp Wurm und ich bin seit Sommer 2010 bei der Berchtesgadener Land Tourismus. Als Social Media Enthusiast kümmere ich mich neben diversen anderen Kanälen auch um das BerchtesgadenerLandBlog. Schwerpunkt meiner Blogbeiträge sind Berichte über meine Wanderungen und Bergtouren im Sommer, sowie über Skitouren im Winter. Meine Leidenschaft für die Berge bringe ich gerne in unseren Blog mit ein. Als waschechter Ramsauer „Bergbauernbua“ liegen mir zudem unsere Heimat und ihre Traditionen und Bräuche natürlich besonders am Herzen. Ich hoffe, diese Liebe zu unserem schönen Berchtesgadener Land spiegelt sich auch in meinen Blogbeiträgen wider.

6 Kommentare

  • Daniela Quellmalz

    Hallo Sepp,
    wir haben schon sehr auf deinen Bericht gewartet. Und natürlich sind wir froh, dass alles gut ging. Aber ihr macht das ja nicht zum ersten Mal. Und ihr könnt euch ganz sicher sein, wir kommen auf die Bindalm. Auf den Käse freuen wir uns schon seit dem vergangenen Urlaub. Wir fühlen uns praktisch wie auf Entzug und können es kaum noch erwarten.
    Darf man mit den Mountainbikes eigentlich von unten zur Bindalm fahren?
    Im vergangenen Jahr hatten wir sie einfach bei euren Autos abgestellt.
    Ganz liebe Grüße schicken wir aber an deine Eltern auf den Weg.
    Wir wünschen euch allen alles erdenklich Gute und allerbeste Gesundheit. Bis zum Monatende, dann fallen zwei “ausgehungert” Thüringer über den Käsevorrat der Bindalm her.
    Liebe Grüße
    Volker und Dany

  • Sepp

    Servus Volker und Dany, also bis zur Bindlam könnt ihr mit dem Mountainbike fahren, zum Hirschbichl weiter müsst Ihr schieben. Oder wieder die paar Meter runter fahren 😉 Ich werde die Grüße ausrichten, Liebe Grüße. Bis bald, der Käse braucht eh noch ein bisschen bis er reif ist

  • Regine

    Schöner Bericht. Möchte gern mal auf einer Alm Urlaub machen, würde auch mithelfen . War schon mal in Berchtesgaden, komme bestimmt wieder.

  • Klaus HERBERT

    Hallo Sepp
    Es war wieder schön bei deinen Eltern auf der Alm
    Wir freuen uns schon im nächsten Jahr auf das Speck-Käsebrot
    Viele Grüße aus dem Spessart

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