Bunker Obersalzberg
Kultur

Die sprechenden Wände im Obersalzberg

Mathias und Karin entschlüsseln Bunkerinschriften

Die Bunker im Obersalzberg erzählen Geschichte(n)! Über fast 80 Jahre hinweg haben sich Menschen an den Wänden der Bunkeranlagen verewigt: Zwangsarbeiter beim Bunkerbau, die ersten alliierten Soldaten im Mai 1945, ehemalige KZ-Häftlinge und viele Touristinnen und Touristen. Hinter mancher Inschrift verbirgt sich eine spannende Geschichte – Mathias Irlinger und Karin Wabro, die Bildungsreferenten der Dokumentation Obersalzberg entschlüsseln einige der interessantesten Inschriften.

Tre Tubi – Drei Rohre

„Tre tubi“ – Italienisch für “Drei Rohre” steht an einer der Bunkerwände geschrieben. Was es damit auf sich hat erklärt Karin Wabro. Die Geschichte dieser Inschrift führt zurück in die Hochphase des zweiten Weltkrieges. Während der Bauzeit der Bunker-Anlagen am Obersalzberg in den Jahren 1943 bis 45 ziehen die am Bau beteiligten Firmen ausländische Arbeiter hinzu. In Spitzenzeiten arbeiten bis zu 6000 dieser „Fremdarbeiter“ genannten Männer am Obersalzberg. Heute verwenden wir den Begriff „Zwangsarbeiter“, wobei dieser Begriff nicht unumstritten ist. Die Arbeiter am Obersalzberg haben bessere Arbeitsbedingungen im Vergleich zu Zwangsarbeiten an anderen Stätten oder gar in den KZs, aber Einfluss auf ihre Arbeit haben sie keine. Viele von ihnen werden zur Arbeit hierher verschleppt und Fehlverhalten wird drakonisch bestraft. Auch an anderen Stellen im Bunker finden sich italienische Inschriften. Aber nicht nur Italiener arbeiten an den Bunkeranlagen, auch Tschechen und Polen werden zur Arbeit an den Obersalzberg gezwungen.

#SprechendeWände Nr.2: "Tre Tubi"

#sprechendewände Nr. 2: “Tre Tubi” – Eine italienische #Inschrift aus der Bauzeit von 1943 bis 1945 im #Bunker am #Obersalzberg. Was sie bedeutet und warum Hinweise auf Italienisch an die Wände geschrieben wurden, erklären wir Euch in diesem Teil unserer Video-Serie zu den Graffitis im Bunker.#talkingwalls No. 2: “Tre Tubi” – An Italian #inscription from the construction time between 1943 and 1945 in the bunker at Obersalzberg. What this means and why hints were written in Italian on the walls, we explain in this part of our video series about the #graffiti in the bunker.#walls_talking #museenentdecken #dokumentationobersalzberg #berchtesgaden #institutfürzeitgeschichte #zeitgeschichte #digitalesmuseum #spurensuche #airraidshelter #abandonedplaces #verlasseneorte #hinterdenkulissen #zwangsarbeit #forcedlabor #slavelabor #lavoroforzato #internationalermuseumstag #niewieder #neveragain #weremember

Gepostet von Dokumentation Obersalzberg am Freitag, 15. Mai 2020

Warum musste Franz mehr kratzen als Matt?

Im hintersten Teil der Bunkeranlagen führt uns Mathias Irlinger an eine Wand mit vielen Inschriften, vor allem englische Namen wie Eric und Matt, Datumsangaben wie der 21. Mai 1995, Ortsangaben wie Puerto Rico und mehr oder minder lustige Zeichnungen prangen an der Wand. Auffällig ist, dass die Inschriften immer weniger werden, je weiter man der Wand folgt. Das hängt mit Rußablagerungen zusammen: In den letzten Tagen des Dritten Reichs werden im Bunker Akten verbrannt. Martin Bormann zum Beispiel gibt aus Berlin seiner Frau den Auftrag, Akten zu verbrennen, damit sie nicht den Alliierten in die Hände fallen. Die Rußablagerungen an den Wänden führen dazu, dass man sich an diesen Stellen sehr einfach verewigen kann, indem man mit einem Schlüssel oder eine Münze die Rußschicht einkratzt. Ohne entsprechende Rußschicht ist es sehr viel schwieriger, seine Spuren im Beton zu hinterlassen.

#SprechendeWände Nr.3: Rußwände

#sprechendewände Nr. 3: Warum sind einige Wände im #Bunker voll mit deutlichen #Inschriften, während wir an anderen keine finden? Oder anders gefragt: Warum musste Franz mehr kratzen als Matt? Die Antwort geben wir Euch in diesem Teil unserer Video-Serie zu den Graffitis im Bunker.#talkingwalls No. 3: Why are some #walls in the bunker full of well readable #inscriptions, whereas we find none in on other walls? In other words: Why did Franz have to scratch more than Matt? The answer we give in this part of our video series about the #graffiti in the bunker.#walls_talking #museenentdecken #dokumentationobersalzberg #obersalzberg #berchtesgaden #institutfürzeitgeschichte #zeitgeschichte #digitalesmuseum #spurensuche #airraidshelter #abandonedplaces #verlasseneorte #hinterdenkulissen #soot #Kriegsende #erinnerung #niewieder #neveragain

Gepostet von Dokumentation Obersalzberg am Samstag, 16. Mai 2020

Im Versorgungsschacht

Nicht alle Teile der Bunkeranlagen sind für die Öffentlichkeit zugänglich. Mathias nimmt uns trotzdem mit in diesen Teil der Anlage. Ein Versorgungsschacht führt hinein in den Berg. In einem der Räume sind an den Decken Inschriften zu sehen, deutsche und englische Namen und ein Datum: der 19. Mai 1966. Die Inschriften sind mit einem Feuerzeug oder einer Fackel in an die Decke geschrieben. In den Jahrzehnten nach 1945 sind die Bunker für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Wer allerdings über Kontakte zum US-Militär oder nötiges Insiderwissen verfügt, kann in den Bunker gelangen bzw. eindringen. Von dieser Möglichkeit machen Geschichtsinteressierte ebenso Gebrauch wir Grusel-Touristen und natürlich auch Neonazis und Ewiggestrige. Davon zeugen an die Wand geschmierte Hakenkreuze und ein „Heil Adolf“ Schriftzug!

#SprechendeWände Nr.4. Versorgungsschacht

#sprechendewände Nr. 4: Englische und Deutsche Namen, ein #Hakenkreuz und das Datum 15. Mai 1966: Die #Inschrift, die wir in diesem Teil unserer Video-Serie zu den Graffitis im #Bunker vorstellen, führt uns zurück in die Zeit der „wilden Führungen“ durch die Bunker am #Obersalzberg.⁣⁣#talkingwalls No. 4: English and German names, a #swastika and the date May 15, 1966: The #inscription that we present in this part of our video series on #graffiti in the bunker takes us back to the time of "wild tours" through the bunkers on Obersalzberg.⁣⁣#walls_talking #museenentdecken #dokumentationobersalzberg #obersalzberg #berchtesgaden #institutfürzeitgeschichte #zeitgeschichte #digitalesmuseum #spurensuche #airraidshelter #abandonedplaces #verlasseneorte #hinterdenkulissen #fackel #torch ⁣⁣

Gepostet von Dokumentation Obersalzberg am Dienstag, 19. Mai 2020

Der Panzerschrank im Bunker

Karin führt uns in ein ehemaliges Aktenlager der NSDAP-Kanzlei am Oberslazberg. Die Kanzlei hat Ihre Räume eigentlich im Gästehaus Hoher Göll, wo sich die heutige Dokumentation Obersalzberg befindet, und verfügt zusätzlich über unterirdische Büroräume. Dieser Teil der Bunkeranlagen ist Teil der Dokumentation Obersalzberg und für die Öffentlichkeit zugänglich. Sven Keller, der fachliche Leiter der Dokumentation, erläutert wie man am Obersalzberg mit dem Exponat Bunker umgeht und was sich mit der Neukonzeption der Ausstellung ändert. Die Bunker sind der größte erhaltene bauliche Überrest des historischen Obersalzbergs. Zukünftig wird es im Bunker mehr Informationen zum Bunker selbst geben. Der Bunker wird quasi ein eigenes Exponat in der Ausstellung.

#SprechendeWände Nr.5: Exponat Bunker

#sprechendewände Nr. 5: Wie gehen wir heute mit dem Exponat #Bunker um? Und warum liegt im Bunker ein #Panzerschrank herum, und niemand stellt ihn wieder auf? Diese Fragen beantwortet unser fachlicher Leiter Sven Keller im fünften Teil unserer Serie zu den #Inschriften im Bunker.#talkingwalls No. 5: How do we work with the #object bunker? And why is a #safe lying on the floor in the bunker and no one puts it up again? Sven Keller, our scientific director, answers these questions in the fifth part of our video series on #graffiti in the bunker.#walls_talking #museenentdecken #dokumentationobersalzberg #obersalzberg #berchtesgaden #institutfürzeitgeschichte #zeitgeschichte #digitalesmuseum #spurensuche #airraidshelter #abandonedplaces #verlasseneorte #hinterdenkulissen #exhibition #inschrift #relic #hinterdenkulissen

Gepostet von Dokumentation Obersalzberg am Freitag, 22. Mai 2020

Deuxieme Division Blindée

Im ehemaligen Generatoren Raum zeigt uns Mathias eine sehr deutliche 3 zeilige Inschrift: die unterste Zeile ist das Datum „5. Mai 1945“ flankiert von zwei Doppelkreuzen. Die Lothringer Kreuze sind das Symbol der Französischen Resistance. Auch die zweite Französische Panzerdivision nutzt das Lothringer Kreuz als Symbol, das erklärt die erste Zeile der Inschrift: „2DB“ ist dort in die Wand geritzt, die Abkürzung von „Deuxieme Division Blindée“. Diese Truppe aus freifranzösischen Kräften kämpfte unter anderem beim D-Day. Ihr General Leclerc feiert sich selbst als Befreier von Paris. Im Sog amerikanischer Truppen gelangt die 2DB auf den Obersalzberg. Der Obersalzberg ist in den Endtagen des Zweiten Weltkriegs der „Last price oft he war“, eine Art Wettlauf zwischen Französischen und Amerikanischen Einheiten setzt ein, wer zuerst an diesem symbolträchtigen Ort gelangt. Schließlich verewigen sich 3 französische Soldaten mit Ihren Initialen „AG.PS.DA“ an den Bunkerwänden.

#SprechendeWände Nr.6: Deuxieme Division Blindée

#sprechendewände Nr. 6: Im sechsten Teil unserer Serie #entziffern wir eine #Inschrift der ersten alliierten Soldaten im #Bunker.#talkingwalls No. 6: In the sixth part of our Series we #decode an #inscription of the first Allied soldiers in the bunker. #walls_talking #museenentdecken #dokumentationobersalzberg #obersalzberg #berchtesgaden #institutfürzeitgeschichte #zeitgeschichte #digitalesmuseum #spurensuche #airraidshelter #abandonedplaces #verlasseneorte #hinterdenkulissen #graffiti #allies #3rdinfantrydivision #101stairborne #divisionblindée

Gepostet von Dokumentation Obersalzberg am Samstag, 23. Mai 2020

Weitere Videos aus den Bunkern könnt Ihr auf der Facebookseite der Dokumentation Obersalzberg oder auf Instagram sehen. Eines der nächsten Videos wird sich dem bereits erwähnten Wettlauf zum Obersalzberg zwischen Amerikanern und Franzosen widmen. Oder Ihr schaut einfach mal vorbei: Die Dokumentation ist seit 18. Mai wieder geöffnet.

Euer Sepp

Mein Name ist Sepp Wurm und ich bin seit Sommer 2010 bei der Berchtesgadener Land Tourismus. Als Social Media Enthusiast kümmere ich mich neben diversen anderen Kanälen auch um das BerchtesgadenerLandBlog. Schwerpunkt meiner Blogbeiträge sind Berichte über meine Wanderungen und Bergtouren im Sommer, sowie über Skitouren im Winter. Meine Leidenschaft für die Berge bringe ich gerne in unseren Blog mit ein. Als waschechter Ramsauer „Bergbauernbua“ liegen mir zudem unsere Heimat und ihre Traditionen und Bräuche natürlich besonders am Herzen. Ich hoffe, diese Liebe zu unserem schönen Berchtesgadener Land spiegelt sich auch in meinen Blogbeiträgen wider.

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