Winter-Berchtesgaden-Skitour

Bergerlebnis & Alpenstadt - Blog

Schlagwort: Berchtesgaden
Rosi Fürmann

Auf dem Wallfahrerweg von Teisendorf nach Weildorf mit den 15 Stationen des Rosenkranzgebetes

Sich auf den Weg machen: Marienmeditation mit Bildern, Texten und Musik in der Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt in Weildorf

 Ein später in Vergessenheit geratener Rosenkranz-Wallfahrerweg führte von Teisendorf zur Marienwallfahrt „Mariä Himmelfahrt“ nach Weildorf – heute Gemeinde Teisendorf. Den Weg säumten im Kunstguss in Achthal hergestellte und vom Kirchenmaler Josef Hitzinger (1834-1913) bemalte Rosenkranztafeln. Im Zuge der Weildorfer Flurbereinigung (1979 – 1983) ging das Wissen um diesen Wallfahrerweg verloren und die Rosenkranztafeln verschwanden teilweise.

die Wallfahrtsmadonna („schöne Madonna“ von 1430) – Votivtafeln erzählen von Bitte und Dank an die Muttergottes von Weildorf

Der Knogler-Bauer Hans Aicher aus Teisendorf ließ Mitte der 1980er-Jahre zwei noch stehende Tafeln von Schlossermeister Ludwig Gschwendtner restaurieren und weckte damit dessen Interesse. Der Schlossermeister restaurierte die sechs noch stehenden Tafeln und die Carolinenhütte in Achthal goss die Fehlenden nach.

die Rosenkranzstation aus dem Rosenkranzweg von Teisendorf nach Weildorf „Jesus, der für uns gegeißelt worden ist“

Die Tafeln bemalte Kirchenmaler Georg Gschwendtner und – nachdem die Malerei nach Jahren durch Umwelteinflüsse stark beschädigt war – nahm sich Ursula Übelherr derer an und schuf die Tafeln mit viel Liebe zum Detail neu.weiterlesen

Ursula

Immer wieder ein erhebendes Erlebnis

 von Ursula

Die Hutschn auf der Marxenhöh. War dieser herrliche Aussichtspunkt oberhalb von Berchtesgaden schon immer ein beliebter Aussichtspunkt, so erfreut er sich seit letztem Jahr besonderer Beliebtheit bei Familien mit kleinen Kindern und Erwachsenen, die gern mal aushängen wollen. Denn hier hat Andreas Baumann eine seiner besonderen Hutschn aufgehängt, damit sich jedes Kind, jede Frau und jedermann daran erfreuen möge. Ein Platz, an dem man gerne Zeit verbringt!

Wegweiser zur Kneifelspitze

Wir beginnen unsere Tour am Salzbergwerkparkplatz. Von hier sind es laut Wegweiser 1 ¼ Stunden, eine realistische Zeitangabe für entspannte Wanderer. Mit meiner Tochter und ihrer Freundin, die ungestüm losstarten (aus Vorfreude oder um schnell die sonntägliche Spaziergangspflicht hinter sich zu haben?), werden wir es etwas schneller schaffen.

Villa Stöhr Berchtesgaden

Führt der Weg auch erst über kleinere Straßen, ist er doch von Beginn an aussichtsreich. Nach wenigen Metern liegt zu unserer Linken die herrschaftliche Villa Alpenruhe, auch Stöhrvilla, genannt. Mitte des 19 Jahrhunderts als „Villa als Landhaus“ erbaut, machte 1897 der Textilfabrikant Paul Rudolf Eduard Stöhr aus Leipzig eine kleine Burg mit Turm und neogotischen Elementen daraus. Wohlhabend und wohltätig wie er war, unterstützte Stöhr auch großzügig den Bau der Berghütte am Untersberg.  Nachdem es zeitweise ein Wappenmuseum beheimatet hatte, wird es von seinem heutigen Besitzer offensichtlich mit viel Geld, aber ebenso mit Gespür und Wertschätzung gepflegt.

Watzmann

Immer wieder zeigt sich König Watzmann. In diesen Wochen, wenn im Tal die Wiesen satt grün werden und leichte Blusen und T-Shirts die Funktionsmerinojacken endgültig abgelöst haben, scheint unser Schicksalsberg – so wie auch die anderen hohen Gipfel rund um Berchtesgaden – besonders mächtig. Schneeweiß glänzend schwebt er förmlich über dem erblühenden Leben im Tal.weiterlesen

Rosi Fürmann

Palmzweige zu Ostern

 von Rosi

Kinder bringen nach der Palmweihe am Palmsonntag die geweihten Palmbuschen (Palmbesen) nach Hause und stecken ihn in die Gartenerde

Die Palmweihe am Palmsonntag in den Regionen Berchtesgadens mit Rupertiwinkel

„Die Kinder der Hebräer zogen dem Herren entgegen, Palmzweige tragend…“. Nur hoch angesehenen Persönlichkeiten oder  Helden des Krieges zu Ehren legten die Juden in einem feierlichen Empfang Palmzweige zu Füßen. Solch einen Empfang bereitete die Stadt Jerusalem Jesus und jubelte ihm zum Zeichen seines Königtums begeistert zu.  In der Palmweihe begeht die Kirche am Beginn der Karwoche diesen feierlichen Empfang, so wie damals in Jerusalem.

Palmweihe in der Pfarrei St. Sebastian in der Ramsau mit den prächtigen Palmbuschen – verziert mit den typischen Schababandln

Schon ab Mitte des ersten Jahrtausends kennen die Christen den Brauch der Prozession am Palmsonntag.  Mit geschmückten Weidenzweigen (Palmkätzchen) ehrt die Kirche auch heute noch den Tag, an dem Jesus vor 2000 Jahren in die Stadt Jerusalem Einzug hielt, wohl wissend, was ihm bevorstand. Heute bringen Kinder  wunderschöne, auf verschiedenste Art gebundene und geschmückte Palmbuschen zur Weihe.

Palmweihe in der Pfarrei St. Sebastian in der Ramsau

Die Palmbuschen sollen Segen bringen und Unheil abwehren. Deshalb finden sie für eine ertragreiche Ernte ihren Platz in die Gartenerde oder auf dem Feld, kommen zum Schutz für Haus und Hof an den Herrgottswinkel oder schützen auf dem Dachboden vor Blitz und Feuer.weiterlesen

Ursula

Geschmackserfüllte Glückseligkeit

 von Ursula

Wir waren am Wochenende im siebten Himmel der leiblichen Lust und Liebe. Das Kempinski Hotel Berchtesgaden lud zu einem weiteren Höhepunkt der Reihe „Stern trifft Region“.

Als er vor knapp 13 Jahren am Obersalzberg das Kommando am Herd übernahm, ist Sterne-Koch Ulrich Heimann nicht nur aufgrund seiner Begeisterung für die Berge schnell heimisch geworden. Er hat ebenso von Anfang den engen Kontakt zu einheimischen Köchen, Landwirten und Erzeugern regionaler Lebensmittel gesucht. Regelmäßig lädt er diese zum gemeinsamen Kochen ins 5-Sterne-Hotel hoch über Berchtesgaden, um gemeinsam die Gaumen genussfreudiger Gäste zu begeistern. Diesmal Lorenz Hettegger, Sous Chef im Hotel Edelweiss. Kreiert haben sie ein wahrlich himmlisches Vergnügen.

Es ist erhebend, die Lobby des Kempinski zu betreten. Dieser Blumenschmuck, diese Eleganz. Doch uns erwartete am Samstag ein völlig anderes, ungewohntes Ambiente. Dort, wo sonst hinter den Kulissen hart für das Wohl der Gäste gearbeitet wird, konnten wir direkt von der Küchentheke weg, mit Blick auf Hände, die blitzschnell mit schärfsten Messern rosiges Fleisch schnitten oder feinste Saucen tropfenweise auf edlen Tellerchen platzierten, ein opulentes Festmahl erleben. Dabei völlig zwanglos, schnell im Gespräch mit den guten Geistern und anderen Gästen, hob sich dieser kulinarische Genuss ab von klassischen Restaurantbesuchen. Live und unprätentios, wir fühlten uns sofort wunderbar wohl.

Begrüßt wurden wir mit einem Aperitif aus Prosecco mit Brombeere und Rose – nicht süß, leicht und erfrischend.

Und gleich ging es mit Macchiato von der Kalbsbacke, Reh-Saté-Spießen an Erdnussauce und kleinem Burger Wagyu hinein in die Haute Cuisine.weiterlesen

Ein Glücksbringer für die Berge

 von Sepp
Talismann: Die schützende Hand

Talismann: Die schützende Hand

„Immer ruhigen Fußes“ lautet in etwa die Übersetzung des tibetischen Bergsteigergrußes „Kalipé“. Ob man nun ein religiöser Mensch ist oder eher nicht: Am Berg braucht man eben einen ruhigen Fuß, Hektik kann beim Wandern und Bergsteigen fatal sein. Viele Unfalle sind auch schon in den Berchtesgadener Bergen passiert. Wer sich davon ein Bild machen möchte kann das auf Kühroint tun: In der dortigen Bergsteiger Gedenkkapelle St. Bernhard sind auf Messingtafeln die Namen der abgestürzten Bergsteiger in den Berchtesgadener Alpen und der zu Tode gekommen Berchtesgadener in den Bergen der Welt verewigt.

Einen ruhigen Fuß und etwas Glück kann man am Berg also immer brauchen. Nicht alle vertrauen dabei auf die schützende Hand des Heiligen Bernhard von Menthon, dem Schutzpatron der Bergsteiger, sondern haben persönliche Glücksbringer. Einen ganz besonderen Talisman fertigt Martin Wagner von der Goldschmiede Goettgen in Berchtesgaden: Die schützende Hand! Ein etwa 10 Gramm schwere Anhänger aus 925 Sterling Silber in Form einer Hand an einem Lederband.

Martin Wagner bei der Fertigung der schützenden Hand

Martin Wagner bei der Fertigung der schützenden Hand

Zur Personalisierung der Schützenden Hand werden Initialen mit einer Punze, einem Schlagstempel, in den Handrücken eingeschlagen.weiterlesen

Rosi Fürmann
Den "Rausch der Geschwindigkeit" hautnah erleben

Den „Rausch der Geschwindigkeit“ hautnah erleben

Bob & und Skeleton – Weltcup am Königssee – 19. bis 21. Januar 2018

Der „Rausch der Geschwindigkeit“ – an der schmalen BOB-Bahn stehen und die Skeleton- und Bobpiloten durch den Eiskanal rauschen zu sehen! In der „Deutsche Post Eisarena“ kann das Wirklichkeit werden. Wagemutig stürzen sich die Schlitten in die rasante Fahrt, steuern mit vom Zuschauer kaum wahrnehmbaren Lenkbewegungen und faszinieren jedes Jahr aufs Neue!

in der Deutsche Post Eisarena Königssee

Wie der IBSF schreibt, beginnt der Bobsport Ende des 19. Jahrhunderts, als man in der Schweiz erstmals versucht, den Rodelschlitten mit einem Lenkmechanismus zu koppeln. Der erste Bob-Club gründet sich 1897 in St. Moritz (Schweiz). Damit beginnt sich der Bobsport in den Wintersportgebieten Europas auszubreiten. Schon im Jahre 1914 rasen Bobs auf den unterschiedlichsten Natureisbahnen nach unten. Erste Rennschlitten aus Holz ersetzen schon bald Stahlschlitten, die man aufgrund der Hin- und Her-Bewegung der Mannschaften zur Erhöhung der Geschwindigkeit auf den Geraden (Englisch bobbing) „Bobschlitten“ nennt.weiterlesen

Lisa-Graf-Riemann

Künstlerbund Berchtesgaden – die Jahresausstellung

 von Lisa

Es ist ein gutes Zeichen, wenn man nach der Vernissage noch zusammensitzt und herumfragt, was hat euch am besten gefallen in der Ausstellung, und die Leute hören gar nicht mehr auf zu erzählen: Die Bilder von jener Künstlerin, oder nein, die Skulpturen von dem, oder halt, ganz besonders fand ich … Dann werden eigentlich schon alle Künstler genannt, die mit dabei sind. Wobei diese Jahresausstellung des Berchtesgadener Künstlerbunds eine der größten, wenn nicht die größte, in der Geschichte Berchtesgadens ist und ein Niveau aufweist, über das sich jede Großstadt glücklich schätzen würde. Sie findet wie letztes Jahr im AlpenCongress in ganz modernen Räumlichkeiten statt – und noch ist Zeit, sich selbst einen Eindruck zu verschaffen, und zwar noch bis Heilig Dreikönig. Vielleicht ist auch noch ein Last-Minute-Weihnachtsgeschenk mit dabei.

Dass es in Berchtesgaden die Schnitzschule gibt, ist ein Glücksfall für die Kunst. Denn viele ausstellende Künstler sind entweder (Ex-)SchülerInnen oder (Ex-)Lehrerinnen und Lehrer an dieser Schule. Deshalb gibt es auch viele Arbeiten in Holz und überhaupt erfreulich viele Skulpturen zu sehen.

Zu den Absolventinnen der Schnitzschule zählt Felicia Däuber, die ihre Holzarbeiten in Schwarz und Grau nun auch in einem anderen Medium, der Radierung nämlich, zeigt. Siegfried Gruber begeistert wieder mit herrlichen Landschaftsbildern, wovon das Herbstbild besonders herausragt in seiner perfekten Konstruktion und Farblichkeit. Das Original ist auf jeden Fall schöner als mein Foto. weiterlesen

Rosi Fürmann

Laternenzauber in Höglwörth / Anger

 von Rosi

Laternenzauber in Höglwörth auf dem Weg um den See

Höglwörther Laternenzauber – 800 Laternen weisen in stockdunkler Dezembernacht den Weg um den See

Wie mag es Maria und Josef ergangen sein bei Ihrem Gang von Nazareth nach Bethlehem vor mehr als 2000 Jahren? „Des war a weiter Weg daselm, von Nazareth nach Bethlehem. Berg und Tal und große Wälder, Möser, Wiesn, Ötzn, Felder, gache Leitn, tiafe Grabn, wias halt mia aa überall habn.  Schattnseitig warn de Weg vereist, da hat da Josef d’Frau dann gweist, na wars für sie net gar so gfährlich und net so mühsam und beschwerlich.“ So beschreibt der berühmte Teisendorfer Mundartdichter Karl Robel († 2017) in seiner Rupertiwinkler Weihnachtsgschicht den langen Weg.

die Weihnachtskrippe vor der Kirche des Augustinerchorherrnstift Höglwörth am Höglwörther See in der Gemeinde Anger im teifverschneiten Rupertiwinkler Winter

Laternenzauber in Höglwörth auf dem Weg um den See – auf dem Steg mit den vielen Lichtern der Laternen

Die Schützengesellschaft Höglwörth-Anger lädt alljährlich am 1. Adventswochenende ein, symbolisch mit Maria und Josef zu gehen und Herberge zu suchen – seit 2011 für groß und klein ein ganz besonderes Ereignis im Advent, in der Zeit des Wartens auf das Christkind:  Nicht „Christkindlmarkt-Kommerz“ sollte es sein, was die Schützen wollten und sie begeistern mit ihrer Idee des Höglwörther Laternenzaubers.weiterlesen

Ursula

Fesch ist er…

 von Ursula

…im eigenen Betrieb ausgebildet, seiner Heimat und vor allem den Bergen verbunden, mit viel handwerklichem Geschick und einem hintergründigen Humor: Lukas Schöbinger, fast 21 Jahre, ist der neue Bergbrenner der Enzianbrennerei Grassl und geht ab 14. August auf den Brennhütten rund um Berchtesgaden seiner besonderen Arbeit nach.

Als er das erste Mal den Kessel in der Brennhütte am Priesberg angeheizt hatte, durften das Bayerische Fernsehen – und ich – dabei sein. Ihr alle könnt ihm am 14. August während der BR Abendschau über die Schulter schauen – also zwischen 17:30 und 18:30 Uhr.

Zuerst zeigten uns Lukas, Michael Rasp und Florian Beierl, wo und wie die Enzianwurzeln gegraben werden müssen. Die geschieht übrigens seit dem frühen 17. Jahrhundert und dieses historische Vorrecht darf bis heute trotz Nationalpark ausgeübt werden. Nicht zuletzt wohl auch deswegen, weil schon im eigenen Interesse nur alle paar Jahre an der gleichen Stelle gegraben wird und damit der nachhaltige Bestand des Enzians gesichert ist.

Von der Pike bzw. Wurzel auf: Auch Geschäftsführer Florian Beierl weiß, wo besondere Prachtstücke zu graben sind.weiterlesen

Auf einsamen Pfaden: Der Steinberg

 von Sarah

Bischofswiesen, 05:50 Uhr – der Wecker klingelt. Obwohl der Wetterbericht kein typisches Sommer-Sonnen-Wetter vorhersagte und auch der Blick aus dem Fenster von einer durchgezogenen Quellwolkenschicht getrübt ist, mache ich mich auf den Weg nach Ramsau. Das Ziel stellt heute der Steinberg im Hochkaltergebirge dar. Da ich bislang selten von solcher Tour gelesen oder gehört habe, möchte ich mich nun selbst kundig machen, was es mit diesem Steinberg auf sich hat.

Ich starte am Parkplatz Hintersee – Seeklause, wo ich auch gleich eine gelbe Beschilderung des Steinbergs ersichten kann. Da dieser mit schwarzer Markierung versehen ist, bin ich schon gespannt was mich erwarten wird.

Zunächst laufe ich (wie so oft) eine Zeit lang auf einer Forststraße hinauf auf bekannten Wegen. Die Forststraße ist breit ausgebaut und bietet auch MountainbikerInnen die Option, eine Teilstrecke mit dem Fahrrad zurücklegen zu können.

Aufgrund meines frühen Aufbrechens befinde ich mich allein auf den, mich umliegenden Pfaden in Richtung Schärtenalm. Diese erreiche ich nach vierzig Minuten um von dort aus weiter zur Blauseishütte zu laufen. Nach weiteren zehn Minuten und dem Passieren einer Holzbrücke erreiche ich den linksgerichteten Einstieg zur Blaueishütte, welcher ebenfalls markiert ist. Von nun an verändert sich auch die Beschaffenheit des Weges von einer Forststraße hin zu einem verwurzelten, steinigen und treppenlastigen Steig. Da es in der Nacht ausgiebig geregnet hat, sind die Steine und Wurzeln feucht – Vorsicht! Insbesondere im Hochkaltergebirge verwandelt sich der Untergrund wegen seiner Vielfalt von Wurzeln, Erde und Schotter gerne einmal zu einer ungewollten Rutschpartie. Als ich die Blaueishütte erreiche, informiert mich eine weitere Beschilderung über die verbleibende Zeit der Steinberg-Route. Da solche Zeitangaben aufgrund von Durchschnittswerten im Bergauf- sowie abgehen erstellt werden, halbiere ich auch heute wieder solche Information um einschätzen zu können, wie viel Zeit ich noch zum Erreichen des Gipfels benötigen werde. In knapp fünfundvierzig Minuten müsste ich also am Gipfel stehen – mal sehen!

Der Weg bleibt weiterhin anspruchsvoll und konzentrationswürdig. Nun entdecke ich auch einige KletterInnen, die sich auf ihren Weg machen. Viele Klettergruppen oder auch BergwachtanwärterInnern nutzen immer wieder die natürlichen Optionen im Kaltergebiet um ihrer Passion nachzugehen und/ oder zu trainieren. Hinauf zum Steinberg folgt mir jedoch niemand. Felsplatten und ein schotterbehafteter Pfad liegen nun vor mir. Da die Temperatur mittlerweile gestiegen ist, bin ich froh über mein frühes Starten der Tour. Auch spendet mir die Umgebung durch hohe Felswände ausreichend Schatten vor der, etwas zurückhaltenden Sonne. Im Hochsommer eine optimale Lösung für Hochtouren, die nicht von der Sonne beherrscht werden.

Ich geniesse beim Herauflaufen den Ausblick, der sich mir bietet: Unter mir die Blaueishütte – noch weiter unten der Hintersee. Über mir ragt die Schärtenspitze hervor; als ich mich umdrehe erstreckt sich das dominante Hochkaltermassiv in meinem Blickfeld. Vor meinen Augen erblicke ich bereits den Steinberg.

Blaueishütte und Hintersee

Blick zum Hochkaltermassivweiterlesen