St. Bartholomä am Königssee

Berchtesgadener Land Blog

Schlagwort: Tradition
Ann-Katrin
auf dem Weg zum Kärlingerhaus

auf dem Weg zum Kärlingerhaus

Vorheriger Beitrag: Almer Wallfahrt Teil 1 – Der Sonne entgegen

Nun war es endlich soweit: Es ging zum Kärlingerhaus, der letzten Raststation der Almer Wallfahrt. Oder besser gesagt dem letzten Bier vor St. Bartholomä. Mit dem Pater und seinem Freund mache ich mich auf den Weg. Durch Grassl Schnaps schon leicht beschwingt geht es am Ufer des Funtensees entlang. Viele Pilger erfrischen sich hier am Kältepol Deutschlands (Kälterekord -45,9°). Wir erfrischen lieber unsere trockenen Kehlen.

Am Haus angekommen herrscht die reine Oktoberfestzeltstimmung. Es wurden Essens- und Getränkezelte aufgebaut und das Hüttenteam und ihre fleißigen Helfer tragen Tracht. Der Pater bekommt gleich wieder eine Maß Bier in die Hand gedrückt. Er trinkt einen Schluck, muss aber auch einen klaren Kopf behalten und so teilen sein Freund und ich die Maß. Mittlerweile habe ich mich damit abgefunden nichts alkoholfreies mehr zu trinken. Beziehungsweise nichts mit Bierinhalt. Bier ist eben das Grundnahrungsmittel der Bayern und da muss man eben als „Zugezogene“ sich angleichen.

am Kärlingerhaus

am Kärlingerhaus

am Kärlingerhaus

am Kärlingerhaus

Der im Talkessel bekannte und beliebte Pater Kajetan geht noch durch die Reihen und unterhält sich mit Freunden und Bekannten währed sein Freund und ich nun Platz genommen haben auf einer der Bierzeltbänke. Seit morgens um 3 kaum gesessen.weiterlesen »

Christian Thiel

Burschenfest Surheim 2015

 von Christian

Am 1. September 2015 wurde die erste Bierquelle der Welt entdeckt, pünktlich vor dem Burschenfest in Surheim. Das folgende Video hat diesen historischen Moment festgehalten:

Am Freitag, den 4. September 2015 geht’s dann endlich los! Seit Wochen laufen die Vorbereitungen für das 110-jährige Gründungsfest des Burschenvereins Surheim auf Hochtouren. Die Bierzeltwoche dauert insgesamt 10 Tage (4.-13. September) und umfasst zahlreiche Veranstaltungen.

Das Festprogramm

  • Freitag, 4.9.15 ab 18 Uhr: Festauftakt mit Bieranstich und der Musikkapelle Surheim
  • Samstag, 5.9.15 ab 19 Uhr: Konzert mit der Keller Steff Band – Es sind noch Karten erhältlich
  • Sonntag, 6.9.15 ab 10 Uhr: Frühschoppen mit d’Hefauer, Oldtimertreffen und Bremswagenziehen (Traktorpulling)
  • Montag. 7.9.15 ab 20 Uhr: Politischer Abend mit Hubert Aiwanger und der Musikkapelle Surheim
  • Freitag, 11.9.15 ab 19 Uhr: Weinfest mit 2moi2
  • Sonntag, 13.9.15 ab 10 Uhr: Festsonntag: Festgottesdienst am Dorfplatz und Festumzug mit 68 Vereinen, anschließend Bierzelt mit der Miskkapelle Otting
Trachten, Taferl Hosenträger

Tracht der Surheimer Burschen

Was ist eigentlich ein Burschenverein?

Burschenvereine sind Zusammenschlüsse lediger, zumeist junger Männer. Die Mitgliedschaft in diesen Vereinen endet bei Hochzeit. Parallel zu den Burschenvereinen gibt es auch sog. „Dirndlschaften“ für das weibliche Geschlecht. Diese Dorfvereine haben meist Tradition, die hundert oder mehr Jahre zurückreicht. Die Burschenvereine sind vor allem in Ober- und Niederbayern starkt verbreitet, jedoch auch in Teilen von Niedersachsen und Hessen. Lokal gibt es viele Unterschiede, im Berchtesgadener Talkessel gibt es diese Vereine beispielsweise nicht. In der Historie vereinigten sich junge Schulentlassene zu Burschenvereinen. Das ursprüngliche Ziel dieser Vereine war die Pflege und von Geselligkeit und Dorfleben, so wurden von den Vereinen beispielsweise Feste organisiert. Auch die Kirche machte sich diese Entwicklung zu Nutze und unterstützte die Gründung solcher Vereine, natürlich um auch Glaube und Sitten in den Vereinen zu verankern. So entstanden viele „katholische Burschenvereine“.weiterlesen »

Sepp Wurm

Die Maiermühle in Teisendorf

 von Sepp

Zwischen Spessart und Karwendel am 7. Juni

Die Maiermühle in Teisendorf ist die einzige Getreidemühle im Berchtesgadener Land, die noch mit Wasserkraft betrieben wird.

Die Maiermühle in Teisendorf

Die Maiermühle in Teisendorf

Ein traditionsreicher Ort, der seit 1769 im Besitz der Familie Mühlbacher ist – und trotz ihres betagten Innenlebens nach wie vor voll in Betrieb ist. So etwas hat mittlerweile Seltenheitswert – weswegen das Bayerische Fernsehen am Samstag, dem 7. Juni, ab 18 Uhr in der Sendung „Zwischen Spessart und Karwendel“ ausführlich über die Maiermühle und seinen heutigen Besitzer Mathias Mühlbacher berichten wird.

Müller Mathias Mühlbacher

Müller Mathias Mühlbacher

Getreidemühle seit 1430

Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Maiermühle bereits im Jahr 1430, seit 1769 ist die Mühle in Familienbesitz. weiterlesen »

Sepp Wurm

Neue Schindeln braucht das Dach

 von Sepp
Kaser auf der Bindalm mit teilweise erneuertem Schindeldach

Kaser auf der Bindalm mit teilweise erneuertem Schindeldach

Früher waren sie fester Bestandteil der Bauernöfe und Häuser, heute sieht man sie im Tal nur noch sehr vereinzelt: Schindeln auf dem Dach. Auf den Almen hingegen ist das Schindeldach immer noch die häufigste Form der Dacheindeckung.  Wir haben den das milde Wetter genutzt, und begonnen, das Legschindelach unseres Kasers auf der Bindalm umzudecken und kaputte Schindeln auszutauschen.

Das Holz für die Schindeln muss genau ausgesucht werden: es muss gerade und feinwüchsig sein, sowie unbedingt astfrei, worauf es auf 70 Zentimeter abgelängt, gespalten und mit einem breiten Messer, das auf beiden Seiten einen Griff hat, nachbearbeitet wird. Durch das Spalten wird der natürliche Faserverlauf des Holzes nicht zerstört, was die gespaltene Schindel haltbarer macht als ein gesägtes Exemplar. Für die Legschindeln kommen bei uns Schindeln aus Fichte zum Einsatz. Die Schindeln werden überlappend verlegt, das bedeutet, lediglich etwa ein Drittel der einzelnen Schindel ist der Witterung ausgesetzt. Das Legschindeldach muss etwa alle fünf Jahre umgedeckt werden, wobei eine noch nicht der Witterung ausgesetzte Seite der Schindel nach oben kommt.

Umdecken des Schindeldachs

Umdecken des Schindeldachs

So können die Schindeln zumindest theoretisch viermal verwendet werden. In der Praxis sind einige der Schindeln durch die Witterungseinflüsse aber nicht mehr zu gebrauchen und werden durch neue Exemplare ersetzt.weiterlesen »

Sepp Wurm

Palmsonntag in Berchtesgaden

 von Sepp

Der Palmsonntag bringt erste Farbtupfer

In den Wochen vor Ostern finden im Berchtesgadener Land umfangreiche Vorbereitungen in den Familien und auf den Bauernhöfen statt. Die Väter schneiden Weidenäste, sammeln Zweige und binden die „Palmbuschen„, die im Gedenken an den Einzug Jesu in Jerusalem, noch heute am Palmsonntag gesegnet werden.

Palmsonntag im Berchtesgadener Land

Palmtragerbuam am Palmsonntag

Die Mütter und größeren Kinder basteln den Palmschmuck aus gefärbten Hobelspänen – den so genannten „Gschabertbandln„. Kunstvoll sieht er aus der bunte Schmuck aus zwei- und dreifarbiger Ziehamusi (Ziehharmonikas), mit Kugeln – den so genannten „Ohrein„, den „Rollein“ und losen Bandln. So nennt man den handgemachten, individuellen Holzschmuck rund um Berchtesgaden.weiterlesen »

Sepp Wurm

Das Arschpfeifenrössl

 von Sepp
Arschpfeifenrössl

Arschpfeifenrössl

Als Erkennungszeichen des Berchtesgadener Advents dient alle Jahre wieder das Arschpfeifenrössl. In seiner größten, allerdings nicht käuflich erwerbbaren Ausführung bringt es die Holzfigur als Dekoration des Christkindlmarktes auf eine Größe von mehr als 2 Metern, während das klassische Modell lediglich etwa 15 Zentimeter Höhe über Reiter misst.

Arschpfeifenrössl – Eine sprachliche Derbheit?

Auch wenn die Süddeutsche Zeitung uns Berchtesgadenern eine gewisse sprachliche Derbheit bei der Namensgebung  attestiert, ist die Bezeichnung  Arschpfeifenrössl bei genauerer Betrachtung höchst pragmatisch gewählt. Das Arschpfeifenrössl ist nämlich nicht nur echter Berchtesgadener Christbaumschmuck, sondern auch beliebtes Souvenir für Touristen. Diese schätzen den – im Berchtesgadener Dialekt „Oaschpfeifnrössl“ ausgesprochenen – Namen des kleinen Werkstücks sehr, vermittelt er doch wunderbar eine Ursprünglichkeit und Direktheit, die in unser heutigen sprachlich manchmal überkorrekten Welt überaus selten geworden ist. Dazu sind dies auch zwei Eigenschaften, die dem Berchtesgadener an Sich gerne nachgesagt werden!

Arschpfeifenrössl

Arschpfeifenrössl | Berchtesgadener Christbaumschmuck

Gott sei Dank sind die Erfinder des kleinen hölzernen Spielzeugpferdes mit dem musikalischen Hinterteil nicht der Versuchung erlegen, das Arschpfeifenrössl in die Standardvarietät zu zwängen! Oder wollt Ihr Euch ein Popo-Flöten-Pferd an den Christbaum hängen? Oder einen Hintern-Klarinetten-Gaul? Ich jedenfalls nicht, nein Danke!

Euer Sepp

Anmerkung: Dieser Text erschien letztes Jahr bereits in ähnlicher Form.

Sepp Wurm

In Bayern daheim

 von Sepp

Autorenlesung mit bayerischer Musik im Haus der Berge

Die Wintervortragsreihe des Nationalparks Berchtesgaden feiert Premiere: Zum ersten Mal finden die Veranstaltungen im neuen Nationalparkzentrum Haus der Berge in Berchtesgaden statt. Ebenfalls neu: Der Eintritt ist frei! Den Auftakt macht der ehemalige stellvertretende Fernsehdirektor und Kulturchef des Bayerischen Rundfunks, Dr. Walter Flemmer. Der gebürtige Münchener liest am Freitag, 8. November, um 19:00 Uhr mit musikalischer Begleitung durch die „Hammerauer Musikanten“ aus seinem Buch „In Bayern daheim“.

Erzählungen aus dem Berchtesgadener Land und dem Chiemgau mit musikalischer Begleitung durch die „Hammerauer Musikanten“

Erzählungen aus dem Berchtesgadener Land und dem Chiemgau mit musikalischer Begleitung durch die „Hammerauer Musikanten“

Dr. Walter Flemmer ist Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande und des Bayerischen Verdienstordens sowie Gründungsmitglied des Vereins der Freunde des Nationalparks Berchtesgaden e.V. Der 77-jährige studierte Germanist und Philosoph hat bereits 16 Sachbücher veröffentlicht, darunter das 2010 erschienene Buch „In Bayern daheim“.

 

Eintritt frei

Aus diesem Werk liest der Autor am 8. November zum Auftakt der Winter-Vortragsreihe im „Haus der Berge, Hanielstraße 7 in Berchtesgaden. Die Lesung beginnt um 19:00 Uhr, der Eintritt ist frei. Die „Hammerauer Musikanten“ unter der Leitung von Hansl Auer begleiten die Erzählungen aus dem Chiemgau und dem Berchtesgadener Land musikalisch.

 

Pressemitteilung Nationalpark Berchtesgaden

Sepp Wurm

Bei uns dahoam

 von Sepp

Echte Volksmusik und alte Bräuche

Alte Bräuche werden gepflegt im Berchtesgadener Land, die Traditionen werden hochgehalten und eine besonders schöne Volksmusik wird hier gespielt: In den Rauhnächten räuchert man die Höfe aus, um böse Geister zu verscheuchen, das neue Jahr wird hoch auf dem Berg von Böllerschützen begrüßt

Weihnachtsschützen in Berchtesgaden

Weihnachtsschützen in Berchtesgaden

und der Winter mit lautem „Goaßlschnalzen vertrieben. In der Berchtesgadener Schnitzschule wird die alte Handwerkskunst an kommende Generationen weitergegeben, aber auch der Spagat zur modernen Kunst versucht. Dagegen kommt die einst weit verbreitete Berchtesgadener War, zu der feinbemalte Spanschachteln und hölzerne Spielzeugfiguren gehörten, nur noch aus der Museumswerkstatt. Handgefertigte Lederhosen sind dagegen noch längst nicht museumsreif, wobei die Kunden keineswegs nur Touristen sind.

Der Lederhosenmacher bei der Arbeit

Der Lederhosenmacher bei der Arbeit

Vor allem Einheimische, die  zum Kirchgang und an Festtagen noch regelmäßig Lederhose tragen, bilden die Kundschaft der Berchtesgadener Lederhosenmacher  – unter Ihnen auch der berühmte Hackl Schorsch, der in dieser Gegend daheim ist.

 

BR-Alpha sendet Volsmusiksendung

BR Alpha sendet am Sonntag, den 15. September um 14:15 Uhr die Sendung „Bei uns dahoam – Aus dem Berchtesgadener Land„, die erstmals bereits im Jahr 2000 ausgestrahlt wurde. Volksmusikkenner werden viele der Mitwirkenden erkennen:

  • Almhäuslmusi
  • Königsseer Gitarren- und Fleitelmusi
  • Locksteinmusi
  • Ramsauer Dreigesang
  • Ramsauer Weisenbläser
  • Wimhäusl Dirndl.
Almhäuslmusi auf BR Alpha

Almhäuslmusi auf BR Alpha

Liebhaber echter Volksmusik schalten am Sonntag Nachmittag BR Alpha ein!

 

Euer Sepp BGLT

Sepp Wurm

Yellowstone-Park der Alpen

 von Sepp

Der Nationalpark Berchtesgaden – Ein Schutzgebiet wird 35

Seit 35 Jahren ist er fester Bestandteil des Berchtesgadener Landes, der einzige Alpen-Nationalpark Deutschlands. Jetzt feiert er Jubiläum: Die „Verordnung über den Alpen- und Nationalpark Berchtesgaden“ wurde am 18. Juli 1978 von der Bayerischen Staatsregierung erlassen und mit Wirkung vom 1. August 1978 in Kraft gesetzt: Nach dem Nationalpark Bayerischer Wald war der zweite Nationalpark Deutschlands geboren!

Als eine der ersten Maßnahmen im Wegeunterhalt des neuen Schutzgebietes wurde im Jahr 1978 der Watzmanngrat versichert. Heute hat der Nationalpark Berchtesgaden die Verkehrssicherungspflicht für rund 260 Kilometer Wanderwege und alpine Steige im Schutzgebiet und investiert jährlich mehr als eine halbe Million Euro in den Wegeunterhalt.

Als eine der ersten Maßnahmen im Wegeunterhalt des neuen Schutzgebietes wurde im Jahr 1978 der Watzmanngrat versichert. Heute hat der Nationalpark Berchtesgaden die Verkehrssicherungspflicht für rund 260 Kilometer Wanderwege und alpine Steige im Schutzgebiet und investiert jährlich mehr als eine halbe Million Euro in den Wegeunterhalt.

Die Geschichte des Naturschutzes rund um Watzmann und Königssee ist jedoch noch deutlich älter. Berchtesgaden beherbergt damit eines der ältesten Schutzgebiete der Alpen.

 

Der Yellowstone Park der deutschen Alpen

Schriftsteller Heinrich Noe wusste bereits Ende des 19. Jahrhunderts von den Vorzügen der Landschaft rund um Watzmann und Königssee zu berichten. Lange bevor Berchtesgaden ein eigenes Schutzgebiet erhielt, beschrieb er es wegen der einzigartigen Schönheit der Berglandschaft als den „Yellowstone Park der deutschen Alpen“. Heute ist der Nationalpark fester Bestandteil des Berchtesgadener Landes und lockt jährlich rund 1,4 Millionen Besucher in eine der schönsten Berglandschaften der Alpen.weiterlesen »