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November! Ernsthaft?!

14. November 2014, 12:00 Uhr. Ich stehe vor meiner Haustüre haben meinen Rucksack umgesattelt und will zur Kühroint-Hütte und zur Archenkanzel wandern. Ein warmer Windhauch streichelt mein Gesicht. Eigentlich von der Uhrzeit viel zu spät um zu einer Wanderung aufzubrechen zu dieser Jahreszeit, da es gegen 17:00 dunkel wird. Dazu kommt auch noch, dass ich eine Fußverletzung habe und somit eher eingeschränkt bin. Aber von all dem lasse ich mich heute nicht aufhalten. Ich laufe durch Schönau-Unterstein in Richtung Bobbahn. Von dort aus werde ich den Aufstieg wagen, da dieser am nahesten zu meiner Wohnung ist.

 

Über den Aufbau oder die Steigung des Weges werde ich jetzt nicht weiter ins Detail gehen. Es ist ein Wanderweg, der eben stetig steigend hinauf führt, wie es eben in den Bergen so ist. Er ist breit ausgebaut und bürgt keine Gefahren.

Kahlersberg beim Aufsteig über Bobbahn Königssee
Kahlersberg beim Aufsteig über Bobbahn Königssee

Einen Schritt nach dem anderen setze ich und komme überraschenderweise schnell voran. Als ich bei der Kühroint-Hütte ankomme bin ich überrascht, dass der Wirt anwesend ist und die Hütte bewirtschaftet. Aber wie mich schon ein Schild beim Anstieg informierte, ist die Kühroint-Hütte wochenends bewirtschaftet. Aber bitte besser vorher anrufen, falls man eine Einkehr dort plant, ob wirklich jemand dort anzutreffen ist.

Kühroint-Hütte
Kühroint-Hütte

Hier auf Kühroint ist es schon deutlich kälter und neben dem Wanderweg sind harte Altschneefelder, aber nicht besonders groß. Bei der Kühroint-Hütte sind zwei Einheimische Radl-Fahrer, die vom Hüttenwirt eingeladen werden doch in die warme Stube hineinzukommen.

Kühroint
Kühroint

Für mich geht es erst einmal weiter zur Archenkanzel. Die Kanzel liegt auf 1346m und bietet einen atemberaubenden Ausblick auf den 743m tiefer liegenden Königssee. Angekommen.

Blick von der Archenkanzel
Blick von der Archenkanzel

Ich erinnere daran, dass wir den 14. November 2014 schreiben. Erinnert Euch daran, wenn ihr diese Fotos anschaut. Selbst ich kann es kaum glauben wie mild es ist und wie schön die nachmittäglichen letzten Sonnenstrahlen hinunter zum Königssee strahlen. Eine Stunde verbringe ich bei der Archenkanzel und dieser bezaubernde Ort lässt mich alle Alltagsprobleme, die man wie einen zu schweren Rucksack mit sich trägt mit unnötigem Belast vergessen lässt. Urlaub für das Gehirn.

Tiefblick nach St. Bartholomä
Tiefblick nach St. Bartholomä
an der Archenkanzel
an der Archenkanzel
der Königssee zu Füßen
der Königssee zu Füßen

Wehleidig verabschiede ich mich von diesem schönen Ausblick und gehe zurück zur Kühroint-Hütte. Als Abstiegsweg wähle ich den Wanderweg über die Schapbach-Alm nach Hammerstiel in Schönau am Königssee. Zeitlich wäre dieser Weg kürzer als der Aufstiegsweg und hoffe somit auch nicht in die Misere zu kommen durch den dunklen Bergwald nach Hause zu laufen. Die letzten Meter bevor man auf die Forststraße, die Schapbach-Alm führt gelangt muss ich über ganz viele umgestürzte Bäume steigen. Das werden wohl noch die Zeugen, des schweren Sturmes sein, der vor über einem Monat statt fand. Bei der Alm angekommen dämmert es schon. Schon packe ich meine Stirnlampe und meine Taschenlampe aus. Kaum aufgesetzt auf der letzten halben Stunde der Wegstrecke sind diese beiden Helferlein von Nöten. Es ist zappenduster! Durch den etwas lichteren Wald habe ich einen Tiefblick nach Ramsau. Es sieht aus wie eine bunte Lichterkette von hier oben. Trotz, dass ich ganz alleine im dunklen Bergwald bin fühle ich mich unwohl. Temparaturmäßig ist es immernoch in einem angenehmen Bereich. Aber Jacke und Handschuhe sind nun jetzt Pflicht.
Als ich zu Hause ankam war ich echt froh diese Runde noch gegangen zu sein und hoffe insgeheim, dass so schnell kein Schnee kommt. Denn so wie ich diesen 14. November erleben konnte, das ist sicher nicht üblich für November.

Blick zum Matrashaus von der Archenkanzel
Blick zum Matrashaus von der Archenkanzel
Blick zum Kahlersberg von der Archenkanzel
Blick zum Kahlersberg von der Archenkanzel

Schneefreie Grüße, Ann-Kathrin

Im Winter 2013 verlies ich Familie und Freunde im Südhessischen Viernheim um als Nationalparkmitarbeiterin im Berchtesgadener Land zu leben. Endlich konnte ich meinen Traum wahr werden lassen! Direkt vom Elternhaus rund 600km in die Berge ziehen, was für andere vielleicht ein gewagter Schritt wäre, war für mich das Ende der Sehnsucht. Das Berchtesgadener Land - die Sehnsucht dorthin verspürte ich permanent über Jahre. Ich hörte die Berge nach mir rufen. Bekannt ist mir das Berchtesgadener Land seit ich drei Jahre alt bin, da der beste Freund meines Opas aus Anger ist. So entstand die Verbindung. Mit 24 Jahren gab ich dem Ruf der Berge nach, Koffer gepackt und ab ins Berchtesgadener Land. Ich lebe dort wo ich früher Urlaub machte. Ein lebendiger Traum! Meine Freizeit verbringe ich fast ausschließlich in den Bergen. Nach Feierabend sich an einem sonnigen Tag einfach hinlegen - für mich unmöglich! Ob nun gemütliche Feierabend-Wanderung, Bergwanderung oder Hochtour. Je nach Zeit und Wetterlage mache ich alles. Natürlich fragt man sich mit wem ist denn das "Venema"-Mädel unterwegs? Alleine! Alleine in den Bergen unterwegs zu sein, ist im Kopf vieler zu negativ behaftet. Oft mache ich alleine die interessantesten Begegnungen. Und darum wird es auch in meinen Berichten gehen - Begegnungen am Berg. Mittlerweile bin ich auch in den Printmedien zu finden: "Das Wanderbuch bayerische Hausberge" ISBN-13: 978-3-86246-527-9 Erschienen im Bruckmann Verlag München Auch bei Lesungen der Berchtesgadener Land Autoren bin ich mit dabei. Mehr Infos: http://bgl-autoren.de/

2 Kommentare

  • Gregor

    Hallo liebe Ann-Kathrin,

    vielen Dank für den schönen Bericht, für mich als Südhesse ist es immer eine Wohltat was von meiner zweiten Heimat zu hören.

    Leider kann ich dieses Jahr nicht mehr nach Berchtesgaden aber in 2015 klappt es bestimmt und dann kann auch das Kühroint mit Archenkanzel wieder einer der Ziele sein.

    Ich wünsche allen Bergbegeisterten ein prima Tourenwochenende.
    Gregor

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