Kultur

Das Aperschnalzen mit “Handwechsel” in Ufering/Teisendorf

Viel wird momentan darüber geschrieben und viele Fotos werden gemacht: das Aperschnalzen in den Dörfern und Weilern des Rupertiwinkels und des Landes jenseits der Grenze im nahen Österreich. Soviel ist zu lesen und zu sehen, dass ich mich heute nicht um die Geschichte und das Brauchtum kümmern will. Ich werde euch die alte Technik des Handwechsel beim Aperschnalzen vorstellen, die in der Weise nur mehr in Ufering in der Gemeinde Teisendorf zu finden ist. Sieht man ab und zu noch einen Einzelnen in der Pass anderer Dörfer und Weiler, so praktizieren dies die Uferinger noch komplett.

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr!“ … dieser Spruch lässt sich gut und gerne auf das Aperschnalzen übertragen. Das Schnalzen lernen in Ufering – wie auch in den anderen „Schnalzerorten“ – meist schon die Kinder von klein auf und dabei noch ohne das Wechseln der Hand. Ist dann das „Können“ da, kommt in Ufering eine Besonderheit dazu: Der andernorts nur noch vereinzelt praktizierte, ästhetisch wunderschön anzuschauende Handwechsel. Für den Kenner eine Augenweide! Der etwas kürzere Stiel und die bis vor wenigen Jahrzehnten fast überall in den bayerischen Schnalzerorten angewandte Umgreiftechnik macht es möglich, mit jetzt gleichem Kraftaufwand auf „beiden Seiten“ die gleiche Lautstärke des Knalls zu erzeugen. Das viele Üben dafür lohnt.

Hier zu sehen im Video vom Teisendorfer Gemeindepreisschnalzen 2019 in Wimmern gleich zu Anfang eine Pass aus Ufering: Beim genauen Hinsehen lässt sich in der Zeitlupenaufnahme der Handwechsel deutlich erkennen. Auch stelle ich Euch Bilder in diesen BLOG, auf denen das „Umgreifen“ und der kürzere Stil mit der Verdickung des Stils am unteren Ende deutlich zu sehen sind. Die Verdickung dient dazu, dass die bei mWechsel der Hände „nach unten durchrutschende Hand“ das Ende des Stils spürt und wieder fest zugreift.

Jetzt viel Freude beim Zuschauen in den Dörfern und Weilern und vor allem: Schaut euch die Techniken genau an! Ihr werdet den Unterschied schnell sehen und hören.

Eure Rosi

alle Bilder und das Kurvideo: RoHa-Fotothek Fürmann

Im südostbayerischen Raum, besonders im Rupertiwinkel und dem angrenzenden Österreich ist Rosi Fürmann unterwegs, um die Landschaft, das Land und die Leute, die die Schönheiten der Alpenregion und des Voralpenlandes wiederzugeben, zu fotografieren.

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