Berge

Attentat auf Auerhahn

Im Nationalpark mit Pfeil auf Auerhahn geschossen – Vogel hat überlebt

Der über die Region hinaus bekannte Auerhahn auf der Bindalm im Nationalpark Berchtesgaden hat großes Glück gehabt: Unbekannte haben den Vogel mit einem Pfeil – vermutlich aus einer so genannten Pistolenarmbrust – beschossen. Der rote, knapp 20 Zentimeter lange Pfeil ragte deutlich aus dem Federkleid des Tieres hervor. Ein Mountainbiker hat die schreckliche Beobachtung heute Nationalpark-Rangern gemeldet. Diese konnten den Auerhahn zusammen mit dem Berufsjäger einfangen und den Pfeil vorsichtig entfernen. Der streng geschützte Vogel blieb gottseidank unverletzt.

Der vom Pfeil getroffene Auerhahn

„Es ist unglaublich, was sind das für Menschen, die sowas machen?“ Nationalpark-Ranger Klaus Melde ist entsetzt. Der Pfeil, vermutlich verschossen aus einer so genannten Pistolenarmbrust, hat den Auerhahn an einer Stelle getroffen, an der das Federkleid besonders dicht ist. „Nur ein paar Zentimeter weiter vorne und der Hahn wäre tot gewesen oder jämmerlich verendet“, bestätigt Berufsjäger Christian Willeitner.

Während Ranger Klaus Melde den Auerhahn ablenkt, kann Jäger Christian Willeitner den Vogel mit einer Decke einfangen und den Pfeil entfernen.

Ranger Klaus Melde und Jäger Christian Willeitner fangen den verletzten Auerhahn

Der Pfeil steckt mehrere Zentimeter tief im Federkleid des Tieres und ist in einigen besonders starken Federkielen stecken geblieben.

Der Jäger entfernt den Pfeil

„In der Balz kommt man recht nah an die liebestollen Vögel heran, dies hat der unbekannte Täter offenbar ausgenutzt“. Der Berufsjäger ist fassungslos. „Sowas habe ich noch nie erlebt, unglaublich, was manchen Menschen einfällt“. Willeitner geht davon aus, dass der Pfeil höchstens zwei Tage zuvor auf den Vogel abgeschossen wurde. „Denn davor habe ich den Auerhahn mehrfach beobachtet, da war noch alles in Ordnung“.

Eine spezialisierte Tierärztin aus Salzburg wird von den Rangern telefonisch informiert für den Fall, dass das Tier verletzt ist. Ihre Hilfe wird glücklicherweise nicht benötigt. „Es handelt sich hier um einen Verstoß gegen europäisches und nationales Artenschutzrecht, sowie um einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz“, betont Ranger-Leiter Ole Behling. „Außerdem ist das Wilderei an einer besonders streng geschützten Art“. Der Auerhahn ist eine Anhang 1-Art der EU-Vogelschutzrichtlinie. Er wird außerdem auf der Roten Listen Bayern in der Kategorie 1 als „Vom Aussterben bedroht“ geführt.

Der Fall wurde bei der Polizeiinspektion in Berchtesgaden anzeigt. Zeugen werden gebeten, sich direkt bei der Polizei unter 08652 94670 zu melden.

Mein Name ist Sepp Wurm und ich bin seit Sommer 2010 bei der Berchtesgadener Land Tourismus. Als Social Media Enthusiast kümmere ich mich neben diversen anderen Kanälen auch um das BerchtesgadenerLandBlog. Schwerpunkt meiner Blogbeiträge sind Berichte über meine Wanderungen und Bergtouren im Sommer, sowie über Skitouren im Winter. Meine Leidenschaft für die Berge bringe ich gerne in unseren Blog mit ein. Als waschechter Ramsauer „Bergbauernbua“ liegen mir zudem unsere Heimat und ihre Traditionen und Bräuche natürlich besonders am Herzen. Ich hoffe, diese Liebe zu unserem schönen Berchtesgadener Land spiegelt sich auch in meinen Blogbeiträgen wider.

2 Kommentare

  • Simone

    Das ist tatsächlich nicht zu fassen! Wie verroht und herzlos muss man eigentlich sein?
    Ich hoffe sehr, dass der oder die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden!

  • OLiver

    Ich kann mich der Simone nur anschließen , was sind das für hirnlose Spinner die versuchen dieses schöne Tier zu töten. Sie sollten sich lieber darüber freuen das es in den heimischen Bergen diesen seltenen und vom Aussterben bedrohten Vogel noch gibt und diesen entsprechend schützen und nicht Jagen. Man kann nur hoffen das diese Leute irgendwie gefasst und zur Rechenschaft gezogen werden.

    Viele Grüße

    Oliver

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