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Tief geblickt … Naturfilmer Jan Haft

Jan Haft ist Naturfilmer mit Leib und Seele. Schon als keiner Junge war er glühender Heinz Sielmann-Verehrer, in den 1990er Jahren kamen die ersten Aufträge als Tierfilmer. Heute wohnt Jan Haft mit seiner Familie und vielen Tieren auf einem ehemaligen Bauernhof im Landkreis Erding. Über hundert Auszeichnungen haben seine Naturfilme bereits gewonnen. Die Preisgelder investiert Haft in Biotoppflege-Maßnahmen rund um seinen Hof. Einer seiner Lieblings-Drehorte ist der Nationalpark Berchtesgaden.

Interview mit Filmemacher Jan Haft

Im Portfolio deiner Produktionsfirma Nautilusfilm findet man sehr viele Filme aus Bayern. Ist Deutschland nicht langweilig, wenn man schon auf der ganzen Welt gefilmt hat?

Haft: Ganz im Gegenteil! Ich sehe es als unsere Aufgabe an, über die heimische Natur zu berichten. Heute ist es wichtiger denn je, mit der Schönheit der Natur für ihren Erhalt zu werben. Natürlich sind Löwen, Elefanten und Krokodile auch tolle Protagonisten, um die Herausforderungen der Tiere in der Natur zu zeigen. Aber die Arten unserer Breiten stehen vor den selben Nöten und Aufgaben.

Für deine Arbeiten hast du zahlreiche Preise erhalten. Auf welchen bist du besonders stolz?

Haft: Preisverleihungen sind immer ganz besondere Momente. Zum Beispiel, als wir zum ersten Mal den als Tierfilm-Oskar bezeichneten Panda-Award im englischen Bristol bekommen haben und an der BBC vorbei auf die Bühne gegangen sind. Unvergesslich!

Seit wann filmst du im Nationalpark Berchtesgaden?

Haft: Unsere ersten Dreharbeiten in Berchtesgaden haben 2009 begonnen. Seitdem haben wir mehrere Ausstellungsfilme für die Infozentren und das Haus der Berge realisiert und drei Fernsehfilme für die ARD gemacht.

Dreharbeiten in den Berchtesgadener Alpen. Neben Wasseramseln, Hechten, Steinfliegen und anderen Bewohnern der Alpenseen…

Gepostet von Nautilusfilm am Samstag, 2. Mai 2020

An welchen Projekten arbeitet ihr aktuell?

Haft: Momentan entstehen zwei Produktionen für den Nationalpark: Ein toller Film zum Thema Wasser und ein neuer für die große Leinwand in der Bergvitrine im Haus der Berge. Außerdem arbeiten wir an einem Film über den Königssee für die ARD und haben noch weitere Aufträge: Zum Beispiel ein Film zur Dunklen Honigbiene und weitere zu den Wäldern, Mooren und Heiden in Bayern.

Für den Nationalpark Berchtesgaden drehen wir weiter an zwei Filmen, die Deutschlands Alpen-Nationalpark von…

Gepostet von Nautilusfilm am Dienstag, 10. September 2019

Hast du ein Lieblingstier vor der Kamera?

Haft: Bei den heimischen Tierarten ist das die Kreuzotter. Einmal, weil sie als Symbol für so tolle Lebensräume steht: Moore, die Auen der Alpenflüsse und die alpinen Matten der Berge. Und auch wegen der wechselvollen Beziehung von uns Menschen zu dieser kleinen Giftschlange. Mich fasziniert, dass uns Menschen der Straßenverkehr oder ein ungesunder Lebenswandel kaum Furcht einflößen, während uns die Kreuzotter, vor der wir kaum etwas zu befürchten haben, Angst macht.

Du bist 2019 im Auftrag des Nationalparks unter strengen Auflagen im Königssee getaucht. Was hast Du dort vor die Linse bekommen?

Jan Haft taucht und filmt im Königssee

Haft: Für den neuen Nationalpark-Film haben wir uns das Wasser in all seinen Erscheinungsformen angesehen und das Leben darin dokumentiert. Wir haben im Königssee einzigartige Aufnahmen gemacht von Seesaiblingen, Elritzen und laichenden Aalrutten. Der Schwarzreuter, eine glupschäugige Zwergform des Seesaiblings, hat sich unseren Bemühungen allerdings bislang entzogen. Aber hier gibt es schon einen Plan, wie wir diesen Bewohner größerer Wassertiefen heuer noch vor die Kamera bekommen!

Was ist die größte Herausforderung beim Tierfilmen unter Wasser?

Haft: Ganz klar: Nicht zu stören. Genau wie an Land. Wir wollen die Tiere ja nicht nur kurz vorbeihuschen sehen. Ziel ist es, ihr natürliches Verhalten zu dokumentieren. Und gestörte oder gestresste Tiere verhalten sich unnatürlich oder flüchten. Das wollen wir um jeden Preis vermeiden. Damit das gelingt, brauchen wir eine gute Tarnung und unglaublich viel Geduld. Außerdem ist es enorm wichtig, das Verhalten der Tiere zu kennen und vorhersagen zu können.

Das Interview führte Carolin Scheiter vom Nationalpark Berchtesgaden für die aktuelle Ausgabe der Nationalpark-Zeitung!

Mein Name ist Sepp Wurm und ich bin seit Sommer 2010 bei der Berchtesgadener Land Tourismus. Als Social Media Enthusiast kümmere ich mich neben diversen anderen Kanälen auch um das BerchtesgadenerLandBlog. Schwerpunkt meiner Blogbeiträge sind Berichte über meine Wanderungen und Bergtouren im Sommer, sowie über Skitouren im Winter. Meine Leidenschaft für die Berge bringe ich gerne in unseren Blog mit ein. Als waschechter Ramsauer „Bergbauernbua“ liegen mir zudem unsere Heimat und ihre Traditionen und Bräuche natürlich besonders am Herzen. Ich hoffe, diese Liebe zu unserem schönen Berchtesgadener Land spiegelt sich auch in meinen Blogbeiträgen wider.

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