Sonnenuntergang-Kehlsteinhaus

Bergerlebnis & Alpenstadt - Blog

Schlagwort: Klausbachtal

Wintersonne

 von Ann-Kathrin

Mich hat es richtig erwischt. Wo ich dachte, dass es alle paar Jahre mich krankheitsmäßig umhaut, haute es mich um. Meine lateinische, ekelhafte Diagnose breite ich hier nun nicht aus, nur soviel: ich musste Antibiotika nehmen. Nicht gerade ein Freund solcher Medikamente bin ich, aber die Qual war mir einfach zu schlimm und eines habe ich mir im Leben geschworen: Du lebst nur einmal, quäle dich nicht. Diese Weisheit kann man auf alle Belange des Lebens übertragen. So, da war ich dann schon 2 Tage unter Antibiotikaeinfluss und am heutigen Tag soll es Traumwetter geben. Sonne pur und klarer blauer Himmel. In der Früh schaue ich zum Fenster heraus. Tatsächlich! Endlich! Die heiß ersehnte Sonne. Doch ich soll mich ja schonen. Aber ist es nicht eine noch größere Qual in einer der schönsten Ferienregionen zu leben und dann bei diesen perfekten Bedingungen daheim zu schmoren?! Eine Wanderung fiel leider ganz aus, so lebensmüde bin ich dann doch nicht. Ich wusste, dass heute mein geschätzer boarischer Ersatzpaps von den Nationalparkrangern heute Dienst bei der Wildfütterung im Klausbachtal hat. So fuhr ich dann mit dem ÖPNV (Linie 846) zum Hintersee.

 

Zusammen saßen wir dann im Stüberl vorm Kamin und schauten nach draußen.

Kamin

Kamin

Einen kleinen Spaziergang zur Ragert-Alm unternahmen wir auch um meinen lädierten Kreislauf wieder in Schwung zu bekommen. Trotz, dass die Sonne stark schien, so konnte sie kaum Wärme abgeben. Dazu kommt, dass das Klausbachtal eines der kältesten Täler im Berchtesgadener Talkessel ist.

die Ragert-Alm

die Ragert-Alm

Die Fernsicht ist grandios. Man kann beobachten wie stürmisch es gerade an den Berggipfeln zugeht und man kann einige Tierspuren noch erkennen.weiterlesen

Lisa-Graf-Riemann

Wunderschön! oder:

 von Lisa

Wie ist es denn eigentlich so, beim Fernsehen?

Letzte Woche hatte ich nicht nur Gelegenheit, sondern sogar die Ehre, ein wdr-Team bei den Dreharbeiten zu „Wunderschön!” über das Berchtesgadener Land zu begleiten. Das war immer interessant, meistens lustig und manchmal auch ganz schön anstrengend.

 

 

Denn während der Moderator, die Autorin, die Kameraleute, der Tontechniker und die Maskenbildnerin Profis waren und wussten, wie ein so langer Dreh mit sechs vollgepackten Drehtagen läuft, war ich das einzige Fernseh-Greenhorn in der Crew. Und ich hätte es wirklich nicht für möglich gehalten, dass wir zum Beispiel sage und schreibe vier Stunden zwischen Jenner-Bergstation und Jenner-Gipfel verbracht haben, bei einem Fußweg, den man locker in 15 Minuten bewältigt, und zwar jeder. Nur eben ein Filmteam nicht. Und das lag nicht an der schweren Ausrüstung, denn die Kameras sehen heutzutage wie Spiegelreflex-Fotokameras aus.

 

 

Woran lag’s dann eigentlich? An der Vorbereitung und, vor allem, an den vielen Wiederholungen, die wir gedreht haben. Einmal komme ich von der falschen Seite ins Bild, dann komme ich zu früh, das nächste Mal zu spät. Dann kommt der Moderator kurz mal mit den vielen Bergen durcheinander – “Äh, welcher ist jetzt nochmal der Watzmann?” – und so weiter. Man glaubt gar nicht, was alles passieren kann, wenn man doch eigentlich nur drei, vier Sätze einigermaßen flüssig hintereinander herausbringen soll. Und dann denkst du, ja, jetzt ist es im Kasten. Der  Kameramann aber sagt: “Ja, sehr schön, das machen wir gleich nochmal.”weiterlesen

Natur kennt keine Grenzen

 von Sepp

Neuer Themen- und Erlebnisweg am Hirschbichl

Der Hirschbichl-Pass an der Grenze zwischen Bayern und dem österreichischen Pinzgau ist im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel. Hier grenzen zwei alpine Schutzgebiete direkt aneinander: auf der bayerischen Seite der Nationalpark Berchtesgaden, jenseits der Grenze schließt sich der Naturpark Weißbach an.

Hirschbichl: Pass zwischen Bayern und ÖsterreichHirschbichl: Passen zwischen Bayern und Österrecih

Hirschbichl: Pass zwischen Bayern und Österreich

Gemeinsam haben die beiden Schutzgebiete unter dem Motto „Natur kennt keine Grenzen“ einen neuen Themen- und Erlebnisweg geschaffen, die Eröffnung findet am Samstag, 27. September, um 10:30 Uhr statt.

 

Grenzüberschreitendes Projekt fertig gestellt

Ziel des neuen, interaktiven und grenzüberschreitenden Erlebnisweges am Hirschbichl ist die Bereitstellung von attraktiven Angeboten für Gäste – auch vor dem Hintergrund einer nachhaltigen Regionalentwicklung. Zum Projekt zählt auch der Bau eines neuen Buswendeplatzes und neuer WC-Anlagen. Außerdem müssen Gäste beim Warten auf den Alm-Erlebnisbus künftig nicht mehr im Regen stehen: Ein überdachtes Wartehäuschen mit Infopavillon bietet Schutz vor Wind und Wetter. weiterlesen

Unverhofft kommt oft!

 von Ann-Kathrin

Wandern, wandern, wandern, wandern – so mancher könnte beim regelmäßigen lesen meiner Artikel denken es sei mein Job regelmäßig in die Berge zu gehen. Vor acht Monaten zog ich hierher mit dem festen Willen das Berchtesgadener Land zu meinem neuen festen Wohnsitz zu machen. Natürlich nahm ich mir vor so oft draußen unterwegs zu sein wie möglich. Glücklicherweise lässt es mein Job zu, da auch Wochenend-Arbeit dazu gehört und so auch mal ein freier Tag unter der Woche für mich herausspringt.

 

So auch am heutigen Montag. Geplant war heute zum Störhaus und zum Berchtesgadener Hochthron zu steigen über denselben Aufstiegsweg wie ihn Sepp letzt bei seiner Überschreitung nutzte. Da war ich dann nun ganz früh am Morgen in Hintergern und gerade als ich ankam sehe ich meine Arbeitskollegin im Garten herumwuseln. Freudig erzählt sie mir sie habe heute auch frei und wolle mit ihren Enkeln zur geführten Wanderung im Rahmen des Wanderprogrammes des Nationalparkes Berchtesgaden zu den Schwarzbach Almen. Bei dieser geführten Wanderung soll der Lebensraum Alm näher unter die Lupe genommen werden. Auch wie Käse gemacht wird und wie der typische Alltag auf der Alm ausschaut soll veranschaulicht werden. Im Anschluss stünde dann noch ein Besuch des Schwarzbachloches an.

 

Unsicher war ich jetzt ob ich nun alleine zum Störhaus steige oder ob ich doch besser mit meiner Kollegin mitgehen soll. Ich entschied mich dann doch für letzteres. Das Störhaus und der Hochthron werden auch in den nächsten Tagen noch existieren. Die Enkel meiner Kollegin gingen dann doch nicht mit, so waren wir dann zu zweit auf dem Weg zum Parkplatz Schwarzbachwacht in Ramsau. Obwohl wir schon zu früh dran waren, war der Parkplatz fast voll. Fachkundig erklärten zu Beginn der Führung meine Kollegen aus dem Nationalparkdienst die Nationalpark-Idee und was dahinter steckt. Damit dies auch für Kinder nicht langweilig wird, werden kleine Spielchen dazu gemacht. Um zur Schwarzbach-Alm zu gelangen muss man eine Forststraße absteigen. In 20 Minuten ist man dann dort angelangt und dort angekommen übernimmt nun die Sennerin die Führung. Nach einer kurzen Vorstellung ihrer Person erklärt sie das Leben auf der Alm. Vieles davon kenne ich schon, da ich schon des Öfteren auf der Regenalm war und mir dort der Senner die Besonderheiten eines Rundum-Kasers und über einen typischen Tag auf der Alm erzählte. Bevor es dann zum Käse machen geht, wird die große Gruppe zweigeteilt. Meine Kollegin und ich sind bei der ersten Gruppe dabei und ein Ranger führt uns in fünf Minuten zum Schwarzbach-Loch. Die Besonderheit des Schwarzbach-Loches ist dass hier das Wasser aus dem Inneren aus dem Gebirgsstock der Reiter-Alm spritzt. Das Loch darf und kann im Sommer nicht betreten werden, allerdings sei dies im Winter schon möglich. Dabei bitte beachten, dass es sich hier um keine Schauhöhle oder ähnliches handelt!

auf dem Weg zur Schwarzbach Alm

auf dem Weg zur Schwarzbach Alm

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Grenzüberschreitende Almwanderung

 von Ann-Kathrin

43 Kilometer wandern an einem Tag

Start unserer grenzüberschreitenden Almwanderung war der Parkplatz an der Hirschbichlstraße. Vorbei am Klausbachhaus ging es dann in Richtung Hirschbichl. Ein fast ebener Weg führt nahe des Klausbaches (von hier stammt das Trinkwasser der Ramsauer) zur Hängebrücke. Sie ist 55 Meter lang und elf Meter hoch. Dominant zu erkennen an den Pfeilern der Hängebrücke ist das Logo des Nationalparkes Berchtesgaden. Einem Steg folgend gelangt man zu einer Aussichtsplattform, wo man eindrucksvoll die Mühlsturzhörner bewundern kann. Ein schwerer Felzsturz 1999 prägte das Landschaftsbild deutlich. Das ganze schaut ein bisschen aus wie die drei Zinnen des Berchtesgadener Landes.

 

43 Kilometer: Klingt irre, ist irre!

Bei dieser Wanderung bin ich diesmal nicht alleine unterwegs sondern habe fesche und sportliche Begleitung bei mir.  Zuvor informiert, wieviel Kilometer wir wirklich wandern werden, habe ich mich nicht, aber ich ahnte schon, dass das keine Kurzstrecke werden wird. Allerdings wer folgt schon der Einladung „Hey, lass uns 43 Kilometer wandern!“ Schnellen Schrittes geht es auf die Bind-Alm zu. Dort gibt es beim Almkreuz die erste Fotopause.

auf der Bind-Alm

auf der Bind-Alm

Nur wenige Gehminuten von der Bind-Alm befindet sich dann der Grenzübergang Hirschbichl. Nun befinden wir uns im Pinzgau. Ein Salzsäumerweg über den Hirschbichl diente seit dem 13. Jahrhundert der Ausfuhr des Schellenberger und Halleiner Salzes nach Tirol. Noch ein kleines Stück auf der Teerstraße und wir wanderten in Richtung Kammerling-Alm. Im Winter diesen Jahres zog es mich schon mit Schneeschuhen im Gepäck dorthin. Ein wirklich empfehlenswerter Schneeschuhwanderweg!

auf den Kammerling-Almen

auf den Kammerling-Almen

Zu diesem Zeitpunkt peitschte mir ein Sturm um die Nase, da die Kammerling-Almen an einer expornierten Almwiesenfläche liegen. Von hier aus öffnet sich der Blick zu den Loferer Steinbergen. Auch die Gebirgskette der Mühlsturzhörner zeigt sich wieder imposant. Von hier aus hat man schon die Möglichkeit aus einer Wanderung eine mittelschwere bis schwere Bergtour zum Kammerlinghorn zu unternehmen.

Blick zu den Kammerling-Almen

Blick zu den Kammerling-Almen

Nachdem wir die Kammerling-Almen passierten ging es dann leicht bergab und dann einen leicht matschigen Pfad hinunter. Wieder stoßen wir auf eine Forststraße. Es ist noch immer weit bis zur Kallbrunn-Alm. Bis hierher war der Weg überraschenderweise nicht hoch frequentiert, obwohl es Sonntag war und strahlender Sonnenschein herrschte. weiterlesen

Wohin des Weges, junge Frau

 von Sepp

Samstag, 9. August – für den Nachmittag ist ein Gewitter angekündigt. Ich nehme mir vor, den sonnigen Vormittag für eine kleine Wanderung zu nutzen. Das Ziel ist die Kührointalm, nach Aufstieg über den Grünstein. Als ich losfahre hängen dicke Wolken über Berchtesgaden-Königssee. Auf der Straße Richtung Ramsau hingegen lacht mir die Sonne und blauer Himmel von der Reiteralpe entgegen. Statt links zum Parkplatz Hammerstiel abzubiegen, fahre ich also einfach geradeaus weiter. Das Ziel hat sich spontan geändert: Nun heißt es Halsalm!

Auf der Halsalm

Auf der Halsalm

Ich steige über einen schmalen Bergpfad auf und bin schnell oben, da ich allein unterwegs bin. Was heißt allein? Nicht ganz. Schmetterlinge begleiten mich den ganzen Weg über. Immer mal wieder erhasche ich einen herrlichen Blick auf den Hintersee. Auf 1211m, umgeben von einer traumhaften Wiese, liegt die Alm.

Die Halsalm

Die Halsalm

Oben angekommen lasse ich mir nicht das Käsebrot mit frischer Buttermilch entgehen – sau guad. Normalerweise bin ich eher der milde Gouda-Typ, aber hier auf der Alm schmeckt mir sogar der selbst produzierte länger gereifte Bergkäse sehr gut

Deftige Almbrotzeit: Käsebrot und Buttermilch

Deftige Almbrotzeit: Käsebrot und Buttermilch

Mit der Brotzeit mache ich es mir auf einer der Holzbänke bequem, genieße die Köstlichkeit und den Ausblick auf Hochkalter, Ramsau, Hohen Göll und Untersberg. Kühe und Kälber machen das idyllische Bild perfekt.weiterlesen

Litzlalm und Litzlkogel

 von Sarita

Ein Ausflug auf die Litzlalm, für jeden etwas!

Eine kleine Mountainbiketour am Spätnachmittag brachte mich heute mal wieder auf die Litzlalm. Vorbei  am traumhaft gelegenen Hintersee, gelangte ich zum perfekten Ausgangspunkt meiner Tour am Parkplatz der Nationalpark Infostelle im althistorischen Klausbachhaus.

Klausbachhaus: Nationalpark-Infostelle am Hintersee

Klausbachhaus: Nationalpark-Infostelle am Hintersee

Wer es bequem haben will, für den besteht hier die Möglichkeit ohne Anstrengungen mit dem Almwanderbus in ca. 30 min zum Hirschbichl zu fahren und von dort in ca. 45 min weiter auf die Litzlalm zu wandern. Entlang der Hirschbichlstraße kam ich an der Wildfütterung vorbei, wo man im Winter Rehe und Hirsche sehen kann, im Sommer eine Weidefläche für Kühe. Eine moderne Aussichtsplattform bietet einen herrlichen Blick über das Gelände. Auf dem weiteren Weg zur Litzlalm fahre ich entlang der Mühlstürzhörner, vorbei an der kürzlich neu erbauten Hängebrücke bis zur Bindalm. Die Bindalm ist eine idyllisch liegende Alm mit zwei traditionellen und einheimisch bewirtschafteten Almhütten.

Die Bindalm

Die Bindalm

Den Hirschbichlpass hinauf zum Gasthaus Hirschbichl überquerte ich die Deutsch- Österreichische Grenze, hier befindet sich auch die Endstation des Almwanderbusses. Von Hirschbichl aus radelte ich noch ca. 15 min weiter zur Litzlalm.

Jausenstation Litzlalm

Jausenstation Litzlalm

Die Litzlalm Jausenstation lockt zum ausruhen und verweilen, natürlich auch mit einer leckeren Brotzeit.weiterlesen

Neuer Erlebnisweg für Gäste entsteht

 von Sarita

Natur kennt keine Grenzen am Hirschbichl – Eröffnung Herbst 2014

Am Hirschbichl-Pass zwischen Klausbachtal und dem Salzburger Pinzgau grenzt der bayerische Nationalpark Berchtesgaden direkt an den österreichischen Naturpark Weißbach. Bis Herbst 2014 wird hier ein neuer Rundwanderweg fertig gestellt, der an acht Stationen über die Themen Natur- und Landschaftsschutz, ökologischer Verbund und Almwirtschaft informiert.

Klausbachhaus, Nationalpark Info-Stelle

Klausbachhaus, Nationalpark Info-Stelle

Der Hirschbichl-Pass am Ende des Klausbachtales liegt am historischen Salzhandelsweg und war in früheren Zeiten eine zentrale Verkehrsverbindung. Über Jahrhunderte wurde mit Tragtieren Salz aus Berchtesgaden nach Weißbach und weiter nach Tirol und Italien transportiert. Heute ist die asphaltierte Staatsstraße für den öffentlichen Verkehr gesperrt und bietet eine wichtige Infrastruktur zu Erholungszwecken für Wanderer und Radfahrer.

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Heuernte auf der Bindalm

 von Sepp
Heuernte auf der Alm mit Gabel und Rechen

Heuernte auf der Alm mit Gabel und Rechen

Für die einen war es Badewetter, das über das Pfingst-Wochenende herrschte, doch für die Bauern war es Heuwetter: Fast jeder Landwirt hat die heißen Tage genutzt um Heu zu machen. Während auf den Bauernhöfen in den Tälern die Heuernte mittlerweile fast ausschließlich maschinell erfolgt, ist die Heuarbeit auf den Almen noch sehr viel mühsamer. Bei uns auf der Bindalm ist das einzige motorisierte Gerät, das wir zum Heuen verwenden, ein kleiner Motormäher. So ersparen wir uns zumindest das Mähen des Grases mit der Sense, wie es früher üblich war. Die übrigen Arbeitsschritte, von der Futterwerbung bis zur Bergung des trockenen Heus, erfolgen in reiner Handarbeit. Die einzigen Werkzeuge sind Rechen, Gabel und Heunetze.

 

Nach dem Mähen des Grases am Donnerstag, bleibt es bis zum Freitagnachmittag liegen. An der Oberseite ist das feine Gras bereits leicht angewelkt, doch die unteren Schichten sind noch grasgrün. Also wenden wir das Mähgut: Mit einem Rechen wird das Gras dabei büschelweise umgedreht, so dass die bisher der Sonne abgewendeten Gräser oben auf liegen und anwelken können.

Almheu: fein und voller Kräuter

Almheu: fein und voller Kräuter

Auf den Feldern im Tal erfolgt dieser Arbeitsschritt maschinell, und zwar mit von Traktoren gezogenen Kreiselheuern mit einer Arbeitsbreite zwischen 4 und 8 Metern. Diese Maschinen ermöglichen Flächenleistungen von mehreren Hektar pro Stunde. Von dieser Schlagkraft kann man nur träumen, wenn man das Gras mit einem Rechen wendet: Zu viert brauchen wir eine Stunde, um das kleine Feld komplett zu bearbeiten. Und die Arbeitsqualität ist auch eine ganz andere, beim Wenden mit dem Rechen ist eine Häufchen- und Schwadbildung unvermeidlich und erfordert mehrmaliges Wenden. Insgesamt wenden wir das Futter dreimal,  am Freitag, am Samstag und dann nochmal am Sonntagmittag. Dann endlich ist das Gras trocken genug, um auf den Heuboden im Kaser transportiert zu werden.

 

Mit den Rechen formen wir das zu Heu getrocknete Gras schließlich zu Haufen und Schwaden.

Händische Schwadformung mit Rechen

Händische Schwadformung mit Rechen

Aber anstatt, wie im Tal, das Futter mit Traktor und Ladewagen in den Stadel einzubringen, tragen wir auf der Alm das Futter auf den Heuboden oberhalb des Stalles im Kaser. Dazu nutzen wir Heunetze, die wir befüllen, festtreten und verschnüren, um diese Heubündel dann auf den Schultern zum Kaser zu tragen.weiterlesen

Almauftrieb auf die Bindalm

 von Sepp
Almauftrieb am Hintersee vorbei

Almauftrieb am Hintersee vorbei

Am Samstag war es soweit: Wir haben unsere Kühe auf die Bindalm aufgetrieben. Kalt ist es, als wir in aller Früh am Hof mit der Herde los marschieren, nur wenige Grad über null zeigt das Thermometer. Aber es ist trocken und die Kälte werden wir bald nicht mehr spüren, die Kühe sind nämlich alles andere als langsam unterwegs. Unser Weg führt uns am Hintersee vorbei, der am Morgen in völliger Stille liegt. Ein einzelner Angler ist so früh schon mit dem Boot draußen, ansonsten sind wir allein.

 

Danach geht es durch das Klausbachtal vorbei an der Wildfütterung des Nationalparks Berchtesgaden, wo uns das Jungvieh der hier weideberechtigten Bauern begegnet. Vor dem Übergang zur Hängebrücke erwartet uns die erste ernsthafte Steigung: Den meisten Kühen und Jungtieren ist allerdings nichts anzumerken, sie halten ihr hohes Tempo, lediglich eine etwas ältere Kuh, die vor wenigen Wochen erkrankt, mittlerweile aber bereits wieder genesen ist, hat leichte Probleme mit den schnelleren Tieren mitzuhalten. Am Mitterberg dann, dem bei Radfahrern berüchtigten, weil extrem steilen Anstieg kurz vor der Bindalm, muss diese Kuh endgültig abreißen. So erreichen wir in zwei Gruppen die Almfläche der Bindalm, wo uns der vertraute Anblick der wild zerklüfteten Mühlsturzhörner erwartet.

Mühlsturzhörner von der Bindalm aus gesehen

Mühlsturzhörner von der Bindalm aus gesehen

Bei unserer Ankunft liegt die Alm noch im Schatten,

Ankunft auf der Alm

Ankunft auf der Alm

doch kurz bevor wir an die Almhütten, die sogenannten Kaser, erreichen, kommen die ersten Sonnenstrahlen über den Waldrücken oberhalb der Bindalm.weiterlesen