Ausflugstipps

Auf dem Kreuzweg rund um den Höglwörther See

Der Weg um den Höglwörther See; in der Umrundung dieses herrlich gelegenen „Edelsteins“ der Natur zu jeder Jahreszeit für Jeden und Jedermann ein Höhepunkt in der Gemeinde Anger im Berchtesgadener Rupertwinkel .

die Herrengrabgemeinschaft nimmt mich mit zum Aufstellen der Kreuzwegtafeln

Zurzeit bis zum Samstag nach Ostern gibt es hier während der wunderschönen Wanderung das Erlebnis eines von der Heiliggrabgemeinschaft errichteten Kreuzweges. Die Tafeln der Stationen zeigen den schweren Gang Jesu von der Verurteilung bis zur Kreuzigung und Grablegung.

Kreuzweg in Höglwörth – hier mit Gebäuden und der Kirche des ehemaligen Augustinerchorherrnstiftes im Hintergrund

Der Brauch des Kreuzweg-Gehens entstand im 14. Jahrhundert. Den im Heiligen Land üblichen Pilgerbrauch entwickelten dort die Franziskaner. Möglichst plastisch sollte das Leiden und Sterben Jesu dargestellt sein. Sie gingen dabei den von Jesus vermutlich gegangenen Weg – heute Via Dolorosa genannt – schmerzhafte Straße.

die 6. Station des Kreuzweges: Veronika reicht Jesus das Schweißtuch

Der Weg um den Höglwörther See bot sich für die Herrengrabgemeinschaft an, hier während der Tage, an denen das Heilige Grab in der Kirche errichtet ist (alle drei Jahre und wieder 2020), auch einen Kreuzweg gehen zu können. Dies nahmen die Besucher so gut an, dass man sich entschloss, die Tafeln nun jedes Jahr aufzustellen.

Steg über den Abfluß des Höglwörther Sees – den Rauschbach

Für mich ist dieser Weg mit den Kreuzwegstationen ein Muss in der Fastenzeit. Auf einem sauber angelegten Weg geht es zuerst über die Brücke, die den Abfluss des Sees – den Rauschbach – überspannt, und dann weiter ganz nah am Ufer entlang. Fast immer zeigt sich dabei in ganz verschiedenen Blickwinkeln das malerisch auf einer Halbinsel im See liegende ehemalige Augustinerchorherrnstift Höglwörth.

Das ehem. Augustinerchorherrnstift Höglwörth auf der Halbinsel am Höglwörther See von Süden aus gesehen

Um die 700 Jahre lang lebten und wirkten die Augustiner Chorherren von ihrem Kloster aus. Sie prägten das Leben und das Land durch ihre Arbeit in den weit verstreut über das heutige Salzburger Land und den Rupertiwinkel gelegenen Besitzungen in ihrer Seelsorge. Die lange Geschichte des Klosters endete 1817 mit der freiwilligen Aufgabe. Im Zuge der Veräußerungen von Ökonomie, Waldbesitzungen und Konvent ersteigerte am 18. Oktober 1820 Philipp Wieninger aus Teisendorf die Gebäude des Klosters und übernahm am 14. Juni 1821 die Schlüssel.

Spiegelung des Klosters im See

Auf meinem Weg um den See entstanden folgende Zeilen, die im ruhigen und stillen Gehen meine Gedanken um den Jahreskreis beschreiben:

…als höre man das Chorgebet…
Und es scheint, als höre man das Chorgebet der Augustiner-Chorherren. Auf den Weg um den Höglwörther See macht sich derjenige, der sich eine kurze Auszeit gönnt von der Hast und Eile des Alltags; es umrundet derjenige den See, der im Laufschritt etwas für das körperliche Wohlbefinden tut; es geht derjenige um den See, der schöne Motive sucht und den Fotoapparat parat hält; oder es erkundet derjenige den See, der in Höglwörth die um die 700jährige Geschichte der Augustiner-Chorherren zu erspüren und zu erfühlen sucht. Das Schlagen der Kirchturmuhr zeigt die Zeit an und das Geläut der Kirchenglocken ruft zum Gebet und zur Messe.

Der erwachende Frühling: Mit dem Brechen des Eises, dem ersten Grün und den ersten Frühlingsboten erwacht der Weg um den See zu neuem Leben.

Der Sommer: Der nahende Sommer kündet die Zeit, da der See wohltuende Abkühlung spendet bei einem erfrischenden Bad.

Der Herbst: Die milde Sonne schickt ihre Strahlen auf den Weg, die Blätter rascheln unter den Füßen der vielen Spaziergänger und der Wind kräuselt leicht das Wasser.

Der Winter: Einige Wochen später überzieht neu gefallener Schnee den Steg und die Kälte lässt das Wasser für die nächsten Monate erstarren. Es erobern die Schlittschuhläufer und Eisstockschützen den See und machen ein Wintermärchen aus Höglwörth

…und immer scheint es mit Blick auf das herrliche Ensemble des ehemaligen Stiftes, als höre man das Chorgebet der Augustiner-Chorherren von Höglwörth…

Eure Rosi
alle Bilder: RoHa-Fotothek

Im südostbayerischen Raum, besonders im Rupertiwinkel und dem angrenzenden Österreich ist Rosi Fürmann unterwegs, um die Landschaft, das Land und die Leute, die die Schönheiten der Alpenregion und des Voralpenlandes wiederzugeben, zu fotografieren.

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